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    Abfindungen zählen in der GKV generell zum sozialversicherungspflichtigen Einkommen und müssen bei der Beitragsberechnung berücksichtigt werden.

    Eine Ausnahme bilden Abfindungen, die bei betriebsbedingten Kündigungen gezahlt werden, dies allerdings nur, wenn die Zahlung ausschließlich als Entschädigung für den Arbeitsplatzverlust ewährt wird. Auch alle Abfindungszahlungen, für die ein Anspruch erst nach Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses entsteht, belieben beitragsfrei. Sie stellen dann kein Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherung dar, allerdings nur solange nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses keine freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung beantragt wird. Denn in der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung gelten auch Abfindungen aufgrund von Kündigung wiederum als sozialversicherungspflichtig.

    BEISPIEL

    Beitragspflichtige Abfindungen sind zum Beispiel Zahlungen die getätigt werden, wenn das Beschäftigungsverhältnis nicht endet, sondern in geänderter Form weiterbesteht. Das kann der Fall sein, wenn eine Gegenleistung für die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen oder der Vergütung nach einer einvernehmlichen Änderung des Arbeitsvertrags gewährt wird.

    Beitragspflichtig sind auch Abfindungen, die erst nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses gezahlt werden, um vertraglichen Ansprüchen gerecht zu werden. Das gilt beispielsweise bei der finanziellen Abgeltung nicht genommener Urlaubstage.

     

    Akupunktur

    Die Akupunktur ist ein Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Sie basiert auf der Vorstellung, dass der menschliche Körper von Meridianen durchzogen ist, durch die die Lebensenergie, das sogenannten Qi, fließt. Körperfunktionen wie Atmung, Verdauung oder Immunabwehr, aber auch Muskelbewegungen werden durch den Fluss des Qi beeinflusst. Krankheiten und Schmerzen sind demnach auf eine Störung des Energieflusses im Körper zurückzuführen, der sich durch den Einsatz von Akupunkturnadeln an bestimmten Punkten entlang der Meridiane beeinflussen lässt.

    Die Therapie mittels Akupunktur kann bei einer Vielzahl von Erkrankungen angewendet werden, insbesondere bei

    • Erkrankungen des Bewegungsapparates (z.B. Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen)
    • Erkrankungen des Nervensystems
    • Migräne
    • Allergien
    • Hauterkrankungen (Akne, Ekzeme)
    • Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts
    • Suchterkrankungen.

    Akupunktur - Wann zahlt die Krankenkasse?

    Die Wirksamkeit von Akupunkturbehandlungen wurde zum Teil bereits wissenschaftlich bestätigt. Aus diesem Grund hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GbA) im Jahr 2006 beschlossen, dass die Akupunktur bei chronischen Rücken- oder Knieschmerzen im Rahmen einer Schmerztherapie als Kassenleistungen anerkannt wird. Voraussetzung für die Kostenübernahme ist meist, dass die Beschwerden seit über sechs Monaten bestehen müssen.

    Bei Kopfschmerzbehandlungen wurde die Akupunktur dagegen nicht in den Leistungskatalog aufgenommen, da kein Vorteil gegenüber herkömmlichen Therapien festgestellt wurde.

     

    Allgemeine Krankenhausleistungen

    Was sind allgemeine Krankenhausleistungen?

    Als allgemeine Krankenhausleistungen bezeichnet man alle Maßnahmen, die zur medizinischen Versorgung des Patienten im Krankenhaus notwendig sind. Diese stehen Menschen in der gesetzlichen Krankenversicherung und privat versicherten Personen im Basistarif gleichermaßen zu.

    Unbedingt zu beachten ist jedoch die gesetzlich vorgeschriebene Zuzahlung für vollstationäre Krankenhausaufenthalte in Höhe von 10 Euro pro Tag. Es werden maximal 28 Tage berechnet. Diese Zuzahlung entfällt nur unter bestimmten Voraussetzungen, z.B. bei Patienten unter 18 Jahren oder einer stationären Entbindung.

    Folgende allgemeine Krankenhausleistungen werden von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen:

    •     ärztliche Behandlungen
    •     Verpflegung
    •     Versorgung mit Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln
    •     Pflege
    •     Unterkunft im Mehrbettzimmer

    Zu den allgemeinen Krankenhausleistungen gehören weiterhin auch die von der Klinik veranlassten Leistungen von Dritten. Ebenfalls dazugezählt wird die Mitnahme einer Begleitperson des Patienten aus medizinischen Gründen, beispielsweise wenn Kinder begleitet werden müssen.

    Keine allgemeine Krankenhausleistung ist dagegen die Patientenunterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer (Unterbringung im Mehrbettzimmer). Auch eine Chefarztbehandlung gilt nicht als allgemeine Leistung. Spezielle Wünsche, die über eine allgemeine Krankenhausleistung hinausgehen, muss der Patient selbst tragen.

    Ausnahmen In begründeten Einzelfällen können Sonderwünsche oder spezielle Behandlungen als allgemeine Krankenhausleistungen gewertet werden. Das kann der Fall sein, wenn der Patient laut ärztlicher Einschätzung einen besonders hohen Ruhebedarf hat und deshalb aus dringenden medizinischen Gründen in einem Einbettzimmer untergebracht werden muss. In diesem Fall muss die GKV auch die zusätzlichen Kosten dafür übernehmen. Gleiches gilt auch für die Behandlung durch einen Chefarzt, wenn diese medizinisch gerechtfertigt ist. Ein Beispiel hierfür ist eine spezielle Operation, die nur dieser Arzt durchführen kann.

     

     

    Allgemeiner Beitragssatz

    Der Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist der Anteil des Arbeitsentgelts, der an die Krankenversicherung abgeführt werden muss, um Mitglied in der GKV zu sein. Der Beitragssatz ist in Prozent angegeben, damit richten sich die real gezahlten Beiträge nach dem Einkommen der Versicherten. Allerdings werden bei den Berechnungen nur Einkünfte bis zu einer gesetzlich festgelegten Höhe berücksichtigt. Diese sogenannte Beitragsbemessungsgrenze liegt 2018 bei einem Jahreseinkommen von 53.100 Euro. Darüber liegendes Einkommen wird für die Beitragsberechnungen in der GKV nicht berücksichtigt.

    Die Beitragsbemessungsgrenze darf nicht mit der Jahresarbeitsentgeltgrenze verwechselt werden. Diese Rechengröße wird auch Versicherungspflichtgrenze genannt und gibt an, ab welchem Einkommen die Pflichtversicherung in der GKV endet und sich Mitglieder entscheiden können, sich weiterhin in der gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig zu versichern oder sich privat krankenversichern. 2018 liegt die Jahresarbeitsentgeltgrenze bei einem Jahreseinkommen von 59.400 Euro.

    In der gesetzlichen Krankenversicherung wird zwischen dem allgemeinen und ermäßigten Beitragssatz unterschieden. Der allgemeine Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung gilt für alle Arbeitnehmer und Selbstständige, die einen Anspruch auf Krankengeld haben. Das heißt, dass im Krankheitsfall die Lohnfortzahlung bis zu sechs Wochen fortgesetzt wird oder die Versicherten Anspruch auf Zahlung einer anderen versicherungspflichtigen Sozialleistung (§ 241 SGB V) haben. Auch Rentner zahlen den allgemeinen Beitragssatz.

    Der Beitragssatz ist einheitlich bei allen gesetzlichen Krankenkassen und vom Gesetzgeber festgelegt. Er setzt sich je zur Hälfte aus einem Arbeitgeber- und einem Arbeitnehmeranteil von je 7,3 Prozent zusammen (AN-Anteil = 7,3%, AG-Anteil = 7,3%, Stand 2019) und beträgt insgesamt 14,6%. Darüber hinaus gibt es den kassenindividuellen Zusatzbeitrag, der von den gesetzlichen Krankenkassen festgelegt wird. Diese Beiträge sind ab 2019 jeweils zu 50 Prozent vom  Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu tragen.. 2019 liegt der Durchschnitt des kassenindividuellen Zusatzbeitrags bei 0,9 Prozent. 

    Für freiwillig versicherte Selbstständige, die auf einen Krankengeldanspruch verzichten sowie für Bezieher von Arbeitslosengeld II gilt der ermäßigte Beitragssatz von 14,0% (Stand 2019).

    Der allgemeine Beitragssatz hat sich in den letzten Jahren wie folgt entwickelt:
     

    Jahrallgemeiner Beitragssatz
    201914,6% (AN-Anteil 7,3%, AG-Anteil 7,3%)
    201814,6% (AN-Anteil 7,3%, AG-Anteil 7,3%)
    201714,6% (AN-Anteil 7,3%, AG-Anteil 7,3%)
    201614,6% (AN-Anteil 7,3%, AG-Anteil 7,3%)
    201514,6% (AN-Anteil 7,3%, AG-Anteil 7,3%)
    201415,5% (AN-Anteil 8,2%, AG-Anteil 7,3%)
    201315,5% (AN-Anteil 8,2%, AG-Anteil 7,3%)
    201215,5% (AN-Anteil 8,2%, AG-Anteil 7,3%)
    201115,5% (AN-Anteil 8,2%, AG-Anteil 7,3%)
    201014,9% (AN-Anteil 7,9%, AG-Anteil 7,0%)

     

    Alternativmedizin

    Alternative Heilmethoden, auch Alternativmedizin genannt, bezeichnen alle Behandlungsmethoden und Therapieformen, die nicht Teil der wissenschaftlich begründeten Schulmedizin sind. Dazu zählen u.a.

    Im Unterschied zur Schulmedizin werden bei den alternativen Heilmethoden überwiegend ganzheitliche und natürliche Verfahren angewandt, die schonender als herkömmliche Behandlungsmethoden wirken und meist die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren sollen. Obwohl die Wissenschaft den Behandlungserfolg vieler alternativer Heilmethoden hauptsächlich auf Placebo-Effekte zurückführt, stellen diese oftmals eine sinnvolle Ergänzung zur Behandlung mit schulmedizinischen Methoden dar.

    Die Krankenkassen können alternative Heilmethoden nur im Rahmen ihres gesetzlichen oder satzungsrechtlichen Leistungskataloges übernehmen. In Modellvorhaben können die Krankenkassen jedoch zusätzliche Leistungen erbringen, die nicht zum gesetzlichen Leistungskatalog gehören. Auf Grund der Erkenntnisse aus den Modellvorhaben kann der Gesetzgeber entscheiden, ob diese Verfahren zukünftig in den Leistungskatalog der Krankenkassen mit aufgenommen werden oder nicht. So werden beispielsweise Akupunkturbehandlungen bei chronischen Rücken- und Knieschmerzen seit 2006 als Kassenleistung anerkannt.

    Zu beachten ist, dass alternative Heilmethoden in der Regel nur dann von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, wenn sie nicht von Heilpraktikern, sondern von zugelassenen Ärzten durchgeführt werden.

    Altersgrenze GKV

    In der gesetzlichen Krankenversicherung gelten Personen, die nach Vollendung des 55. Lebensjahres versicherungspflichtig werden als versicherungsfrei, wenn sie in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Versicherungspflicht nicht gesetzlich versichert waren.

    Weiterhin müssen diese Personen, um als versicherungsfrei zu gelten, in diesen fünf Jahren mindestens für die Hälfte dieser Zeitspanne entweder versicherungsfrei, von der Versicherungspflicht befreit oder wegen Vorliegens einer hauptberuflich selbstständigen Tätigkeit nicht versicherungspflichtig gewesen sein.

    Diese Regelung gilt seit dem 1.Juli 2000.

     

    Altersrente für langjährige Versicherte

    Mit Vollendung des 67. Lebensjahres können langjährig Versicherte ihre gesetzliche Altersrente in Anspruch nehmen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Renteneintrittsalter reduziert werden, allerdings muss der Versicherte dann Abschläge in Kauf nehmen. Dies ist möglich, wenn der Versicherte

    • das 63. Lebensjahr vollendet hat,
    • eine Mindestversicherungszeit von 35 Jahren aufweisen kann und
    • die Verdienstgrenze von 450 Euro im Monat nicht überschreitet (gilt nicht, wenn das reguläre Rentenalter bereits erreicht ist).

    Die Abschläge sind vom Geburtsjahr des Rentenempfängers abhängig. Für Versicherte, die vor 1949 geboren wurden, ist eine abschlagsfreie Rente ab Vollendung des 65. Lebensjahres möglich.

    Altersrente mit 63 Jahren

    Die Altersrente kann auch ab 63 in Anspruch genommen werden, allerdings fällt dabei ein Abschlag von 7,2% an. Für die Geburtenjahrgänge nach 1948 und vor 1964 wird die Altersgrenze für eine abschlagsfreie Rente stufenweise von 65 auf 67 Jahre angehoben.

    Die Inanspruchnahme der Altersrente für langjährig Versicherte ist für diese und spätere Jahrgänge auch mit 63 Jahren möglich, jedoch nur mit einem Abschlag von bis zu 14,4%.

    Altersrückstellung

    Altersrückstellungen werden in der privaten Krankenversicherung angelegt. Mit zunehmenden Alter steigt das Risiko von höheren Behandlungskosten. Privat versicherte Personen sollen durch Altersrückstellungen vor höheren Beiträgen im Alter geschützt werden. Dadurch werden langfristig stabile Krankenkassenbeiträge in der PKV ermöglicht. Die gesetzlichen Krankenkassen bilden keine Altersrückstellungen, da sie nach dem Umlageverfahren finanziert werden.


    Altersrückstellungen sind automatisch Teil der zu zahlenden Beiträge. Dadurch sind die Beitragskosten für junge Versicherte in der Regel höher als die tatsächlich verursachten Kosten. In höherem Alter werden Kassenleistungen häufiger in Anspruch genommen, die dadurch entstehenden Kosten übersteigen oftmals die zu zahlenden Beiträge. Die zuvor eingezahlten Altersrückstellungen ermöglichen dennoch einen stabilen Beitragssatz.
    Der gesetzlich vorgegebene Garantiezinssatz, mit dem die eingezahlten Altersrückstellungen jedes Versicherten verzinst werden müssen, beträgt 3,5%. Die individuellen Rücklagen sind aufgrund des Zinseszinseffekts umso größer, je früher man der privaten Krankenversicherung beigetreten ist.
    Bei einem Wechsel der PKV verfällt die bis dahin angesammelte Altersrückstellung oft ganz oder zumindest teilweise. Ein Kassenwechsel ist daher in fortgeschrittenem Alter meist mit finanziellen Einbußen verbunden.


    Die folgende Auflistung zeigt die seit 1990 in der PKV angesparten Altersrückstellungen:


        •    1990: 15,3 Mrd. Euro (30 Mrd. DM)
        •    2000: 59,6 Mrd. Euro (116,5 Mrd. DM)
        •    2010: 158,0 Mrd. Euro

    Ambulante Operation

    Eine ambulante Operation ist im Gegensatz zu stationären Operation nicht mit einem längeren Krankenhausaufenthalt verbunden. Der Patient wird nach der Behandlung nach Hause entlassen und kann sich in gewohnter Umgebung erholen. Viele Patienten bevorzugen deshalb ambulante Operationen und nehmen eine schwierigere medizinische Versorgung bei Komplikationen in Kauf. Dafür verringert sich das Risiko einer Ansteckung mit Krankenhauskeimen bei einer ambulanten Behandlung.

    Hinsichtlich der Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen besteht kein Unterschied zwischen ambulanten und stationären Operationen.

    Eine Auflistung aller ambulant durchzuführender OPs findet sich in der Anlage zum Grundvertrag im Ersten Sozialgesetzbuch.

     

    Ambulante Zusatzversicherung

    Nicht alle medizinischen Leistungen werden durch den Leistungskatalog der GKV gedeckt. Um höhere Behandlungskosten zu vermeiden werden von privaten Krankenversicherern ambulante Zusatzversicherungen oder Zusatztarife angeboten. Damit kann die gesetzliche Krankenversicherung um bestimmte Leistungen aus der privaten Krankenversicherung erweitert werden.

    Was kann zusätzlich abgesichert werden?

    Der Umfang des Leistungsangebotes ist sehr unterschiedlich und wird in der Regel auf die individuellen Bedürfnisse der versicherten Person zugeschnitten. Besonders häufig in Anspruch genommen werden Zusatzversicherungen, die zumindest teilweise die Kosten für folgende Leistungen übernehmen:


        •    Schutzimpfungen
        •    Krankentransporte
        •    Röntgenaufnahmen und EKG-Untersuchungen
        •    Seh- und Hörhilfen
        •    Alternative Behandlungen
        •    Bestimmte Medikamente
        •    Zahnersatz

    Abrechnung über die ambulante Zusatzversicherung

    Die Abrechnung von Leistungen über eine ambulante Zusatzversicherung erfolgt häufig nach dem Kostenerstattungsprinzip: Nach der Behandlung stellt der Arzt eine Rechnung aus, die in der Regel zunächst von der versicherten Person beglichen werden muss. Anschließend kann die Rechnung bei dem Träger der ambulanten Zusatzversicherung eingereicht werden und der Rechnungsbetrag, bzw. der Teil, der von der GKV nicht übernommen wurde, wird an den Versicherten zurückerstattet.

    Exklusive Angebote über Partner der gesetzlichen Kassen

    Zwischen einigen gesetzlichen Krankenkassen und Anbietern von privaten Krankenversicherungen bestehen Kooperationen, von denen Versicherte profitieren können. Einige Beispiele:

     

     

     

     

    Anrechnungszeiten

    Die Anrechnungszeit ist ein Begriff aus der Rentenversicherung und bezeichnet Zeiträume, in denen der Versicherte zwar keine Beiträge einzahlen konnte, die aber für die Rentenberechnung und die Wartezeit von 35 Jahren berücksichtigt werden.

    Darunter fallen beispielsweise Zeiten der


        •    Arbeitsunfähigkeit oder Krankheit
        •    Arbeitslosigkeit
        •    Schwangerschaft oder Mutterschaftsurlaubs
        •    Schulischen Ausbildung ab dem 18. Lebensjahr (max. 8 Jahre)


    Anrechnungszeiten können in der Regel nur geltend gemacht werden, wenn der Versicherte vor Beginn der Anrechnungszeit einer versicherten Tätigkeit nachgegangen ist und eine solche nach Beendigung der Anrechnungszeit wieder aufnimmt. Eine Ausnahme von dieser Regelung trat 2002 in Kraft und betrifft Versicherte im Alter von 17-25 Jahren. In diesem Lebensabschnitt ist kein kontinuierlicher Versicherungsverlauf erforderlich.

     

    Anschlussrehabilitation

    Eine Anschlussrehabilitation oder Anschlussheilbehandlung (AHB) schließt sich unmittelbar an eine stationäre Behandlung im Krankenhaus an. Die AHB kommt nur bei bestimmten Erkrankungen in Betracht und dient der raschen und sozialen Wiedereingliederung in Beruf und Gesellschaft. Ob eine AHB erforderlich ist stellt das Krankenhaus fest. Die Dauer der Anschlussrehabilitation beträgt in der Regel drei Wochen und kann im Bedarfsfall auch verlängert werden. Ebenso kann die AHB auch entsprechend verkürzt werden, wenn das Ziel vorzeitig erreicht ist oder keine medizinische Verbesserung zu erkennen ist. Die AHB kann sowohl stationär als auch ambulant durchgeführt werden.

    Wer zahlt?

    Der Kostenträger einer Anschlussrehabilitation hängt vom Ziel der Behandlung ab:

    • Die Krankenkasse ist zuständig, sofern die Anschlussrehabilitation vorrangig der Wiederherstellung der Gesundheit dient.
    • Der Rentenversicherungsträger ist zuständig, sofern die Anschlussrehabilitation in erster Linie der Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit dient.
    • Berufsgenossenschaften übernehmen die Kosten bei Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten.


    Neben den genannten Institutionen können in manchen Fällen auch die Agentur für Arbeit oder Sozial- und Jugendämter für die Kosten der Anschlussrehabilitation verantwortlich sein.

    Organisatorischer Ablauf

    Kommt eine AHB direkt im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt in Frage, kümmert sich in der Regel die Klinik gemeinsam mit dem entsprechenden Kosten-, bzw. Rehabilitationsträger der Sozialversicherung (Krankenkasse, Deutsche Rentenversicherung, etc.)  in die Verlegung in eine Rehabilitationsklinik. Dazu muss die Notwendigkeit einer Rehabilitation zunächst festgestellt werden. In einigen Fällen kann es sein, dass die Entscheidung des Kostenträgers abgewartet werden muss. Ist eine Direktverlegung nicht möglich, muss der Rehabilitationsträger kurzfristig über den Antrag entscheiden, denn die AHB sollte in der Regel spätestens zwei Wochen nach der Behandlung im Krankenhaus beginnen.

    Antragstellung und Kosten

    Bei der Antragstellung müssen bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Ist die Rentenversicherung für die Kosten der Rehabilitation zuständig müssen unter anderem innerhalb der letzten zwei Jahre in 6 Kalendermonaten Pflichtbeiträge bezahlt worden sein. Während der Anschlussrehabilitation, ebenso wie bei einem Krankenhausaufenthalt, fällt eine tägliche Zuzahlung in Höhe von 10 Euro für den Patienten an. Übernimmt der Rentenversicherungsträger die Kosten für die AHB sind die Zuzahlungen auf maximal 14 Tage im Kalenderjahr begrenzt. Bei der Krankenkasse sind es 28 Tage. In einigen Fällen ist eine Befreiung von der Zuzahlung durch die Rentenversicherung möglich.

    Stationär oder ganztägig ambulant

    Je nach Erkrankung besteht die Möglichkeit die AHB entweder ganztägig ambulant oder stationär durchzuführen. Bei der ganztägig ambulanten Rehabilitation wird der Patient tagsüber in einer Rehabilitationsklinik behandelt, aber darf die Abende, Nächte und Wochenenden zu Hause verbringen. Dabei darf die Entfernung zur Reha-Einrichtung nicht länger als 45 Minuten Fahrweg vom Wohnort des Patienten entfernt liegen. Die Fahrtkosten werden ebenfalls übernommen. Ob eine ganztägig ambulante Rehabilitation in Frage kommt, muss von dem Patienten mit dem behandelnden Arzt vorab besprochen werden.

    Nachbehandlung nach Hüft- oder Knieendoprothese (TEP)

    Personen, die ein künstliches Knie- oder Hüftgelenk eingesetzt bekommen, haben ebenfalls Anspruch auf einen Reha-Aufenthalt. Knie- oder Hüft-Endoprothese (TEP) werden Bestandteile des natürlichen Gelenks durch künstliche Materialien ersetzt. Das ist unter anderem bei Arthrose eine häufige Behandlungsmethode. Im Normalfall beträgt die AHB nach Hüft- oder Knie-TEP drei bis vier Wochen, ist aber stark von der Art und Schwere des Eingriffes abhängig. Im Bedarfsfall kann eine Verlängerung beantragt werden.

    Anzeigepflicht bei Wechsel in die PKV

    Bei einem Wechsel von einer gesetzlichen Krankenkasse in die private Krankenversicherung (PKV) ist die vorvertragliche Anzeigepflicht unbedingt zu beachten. Die PKV ist nach dem Äquivalenzprinzip aufgebaut, Risiko und Beiträge müssen sich stets entsprechen. Für die Berechnung der individuellen Beitragskosten werden vor allem die Kosten berücksichtigt, die durch die medizinische Versorgung des Versicherten voraussichtlich entstehen werden. Deshalb muss bei Eintritt in die PKV sowohl der derzeitige Gesundheitszustand und als auch sämtliche Vorerkrankungen wahrheitsgemäß angegeben werden. Die Anzeigepflicht bezieht sich dabei auf alle bekannten Umstände.


    Wenn wesentliche Umstände wissentlich verschwiegen werden kann es sein, kann das drastische Sanktionen zur Folge haben. Der Versicherer darf vom Vertrag zurücktreten, den Vertrag innerhalb eines Jahres anfechten oder einen Beitragsaufschlag erhebt, um dem erhöhten Risiko gerecht zu werden. Im schlimmsten Fall kann die Versicherung auch erforderliche Leistungen für diese verschwiegenen Erkrankungen verweigern und entsprechende Behandlungskosten werden nicht übernommen.

    AOK

    AOK ist die Abkürzung für Allgemeine Ortskrankenkasse. Nach mehreren Fusionen gibt es zurzeit noch elf rechtlich eigenstämndige AOKn, die jeweils für einzelne Bundesländer bzw. Regionen geöffnet sind:


    Die AOK treten mit einheitlichem Erscheinungsbild unter dem Namen "AOK - Die Gesundheitskasse" auf. Als gemeinsamen Dachverband unterhalten sie den AOK Bundesverband.

    Zuständige Aufsichtsbehörde ist jeweils das Gesundheitsministerium des Bundeslandes.

    Im Jahr 2017 waren ca. 26,3 Millionen Menschen in Deutschland bei einer AOK versichert. Das entspricht einem Anteil von knapp 36,2%.

     


     

    Apothekengebühr

    Die Apothekengebühr wurde am 01.01.2004 in Deutschland eingeführt. Seitdem werden 8,10 Euro auf jedes verschriebene Medikament hinzugerechnet. 6,10 Euro behält der Apotheke und die restlichen 2 Euro werden als Kassenrabatt an die Krankenkasse abgeführt. Die Gebühr erfolgt zusätzlich zur Selbstbeteiligung (Zuzahlung), aktuell muss ein Patient mindestens 5 Euro pro Medikament zuzahlen.

    Arbeitgeberpflichten

    Bei einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis (regelmäßiges monatliches Einkommen liegt über 450 Euro) ergeben sich rechtliche Verpflichtungen für den Arbeitgeber.

    Hinsichtlich der Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung ist die Aufteilung der Beitragskosten zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ( Parität) zentral.

    Der Beitragssatz liegt bei 14,6 Prozent, die je zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber übernommen werden. Auch der kassenindividuelle Zusatzbeitrag wird seit 2019 zu 50 Prozent vom Arbeitgeber getragen.

    Zu den Arbeitgeberpflichten in der Sozialversicherung gehören unter anderem

    • den Gesamtsozialversicherungsbeitrag an die entsprechenden Einzugsstellen der Krankenkassen abführen
    • Meldungen wie z.B. die Meldung zur Sozialversicherung vornehmen sowie
    • auf Verlangen der Krankenkasse eine Verdienstbescheinigung ausstellen, auf deren Grundlage die Krankenkasse u.a. das Krankengeld berechnet.

     

    Arbeitgeberwechsel

    Bei einem bevorstehenden Arbeitgeberwechsel gab es bis Jahresbeginn 2002 ein Sonderkündigungsrecht in der Gesetzlichen Krankenversicherung. Seit dem 01.01.2002 ist diese Ausnahmeregel aufgehoben und ein Kassenwechsel ist nur zu den üblichen Konditionen möglich. Die versicherte Person muss zum Zeitpunkt des Arbeitgeberwechsels mindestens 18 Monate bei seiner Krankenkasse versichert gewesen sein (Bindungsfrist) und die Kündigung fristgerecht eingereicht haben (Kündigung ist immer zum Ende des übernächsten Kalendermonats möglich).


    Der Arbeitnehmer muss dem neuen Arbeitgeber innerhalb von 2 Wochen nach Beginn des Arbeitsverhältnisses eine Mitgliedschaftsbescheinigung seiner neuen Krankenkasse vorlegen, andernfalls erfolgt eine Anmeldung des Arbeitnehmers bei der Krankenkasse, bei der er zuletzt versichert war.


    Wenn durch den Arbeitgeberwechsel das neue Einkommen in den nächsten 12 Monaten über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt, gilt man als versicherungsfrei und kann sofort in eine private Krankenversicherung eintreten.

    Arbeitgeberzuschuss

    Wenn das jährliche Einkommen des Arbeitnehmers die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreitet ist der Arbeitnehmer versicherungsfrei und kann sich zwischen einer freiwilligen Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung oder einer privaten Krankenversicherung entscheiden. In beiden Fällen gibt es einen Zuschuss vom Arbeitgeber, um die Kosten für die Krankenversicherung decken zu können. Die Regelung gilt ausschließlich für Arbeitnehmer, die die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreiten und nicht aus anderen Gründen versicherungsfrei sind, beispielsweise Beamte, Selbstständige oder Pensionäre.


    Bei einer freiwilligen Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung richtet sich der Zuschuss der Höhe des Arbeitgeberanteils in der gesetzlichen Pflichtversicherung, also beträgt der Zuschuss 7,3 Prozent des Einkommens. Maximal werden 52.200 Euro im Jahr berücksichtigt (Beitragsbemessungsgrenze). Bei Abschluss einer privaten Krankenversicherung ist der Arbeitgeber verpflichtet die Hälfte der Beitragskosten zu übernehmen, maximal jedoch den Höchstbetrag, den für eine freiwillige Mitgliedschaft erforderlich wäre.


    Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklungen des Arbeitgeberzuschusses seit 2010:


    Darüber hinaus gelten folgende Bestimmungen für den Arbeitgeberzuschuss:

    • Der Arbeitgeberzuschuss geht nicht direkt an die PKV, sondern wird mit dem Gehalt an den Arbeitnehmer ausgezahlt.
    • Der Arbeitgeberzuschuss wird auch bei geringen Einkommen zwischen 450 und 800 EUR gezahlt.
    • Falls der Arbeitgeberzuschuss nicht in voller Höhe ausgeschöpft wird, kann es unter bestimmten Voraussetzungen auch einen weiteren Zuschuss (bis zur Erreichung des Maximums) für Familienangehörige geben.

    Arbeitnehmer

    Als Arbeitnehmer gilt man, wenn man in einem abhängigen Arbeitsverhältnis zu einem Arbeitgeber steht und sich diesem zur Leistung von Diensten gegen Entgelt verpflichtet hat. Zu den Arbeitnehmern zählen Arbeiter und Angestellte. Keine Arbeitnehmer sind Beamte, Selbstständige und Freiberufler, die sich privat versichern können.

     

    Arbeitnehmeranteil

    Die Sozialversicherung wird durch Beiträge finanziert, die von den Mitgliedern zu entrichten sind. Wie hoch der jeweilige SV-Beitrag und der Arbeitnehmeranteil des Versicherten ist, richtet sich nach dem geltenden Beitragssatz und dem jeweiligen Einkommen.

    Arbeitnehmeranteil Krankenversicherung

    Grundlage für die Berechnung ist das Bruttoeinkommen bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze. Der Krankenkassenbeitrag setzt sich zusammen aus  allgemeiner Beitragssatz / ermäßigter Beitragssatz und dem kassenindividuellen Zusatzbeitrag.

    Gemäß § 241 SGB V beträgt der allgemeine Beitragssatz 14,6 % vom Arbeitsentgelt. Diesen Beitragssatz teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer paritätisch - sowohl der Arbeitnehmeranteil als auch der Arbeitgeberanteil betragen jeweils 7,3 %.

    Hinzu kommt der Zusatzbeitrag, dessen Höhe jede Krankenkasse in Abhängigkeit von ihrer finanziellen Situation selbst festlegt. Seit Januar 2019 tragen die Versicherten den Zusatzbeitrag nur noch zur Hälfte - der Arbeitnehmeranteil am Gesamtbeitrag ist gleich dem Arbeitgeberanteil (Parität).

    Beispiel: Arbeitnehmer A ist bei der gesetzlichen Krankenkasse K versichert, welche einen Zusatzbeitrag von 1,0 % erhebt. Der gesamte Beitrag zu Krankenkasse beträgt in diesem Fall 15,6 % ( Allgemeiner Beitrag 14,6 % + Zusatzbeitrag 1,0 % ). Der von A aufzubringende Arbeitnehmeranteil berechnet sich aus seinem Anteil zum allgemeinen Beitragssatz (7,3 %) und dem halben Zusatzbeitrag( 0,5 % ) und liegt damit bei 7,8 %.

    Für Arbeitnehmer, die keinen Anspruch auf Krankengeld haben, gilt der ermäßigte Beitragssatz, welcher gesetzlich auf 14,0 % festgeschrieben ist (§ 243 SGB V).
    Diesen teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichmäßig. Damit beträgt der Anteil des Arbeitgebers 7,0 % und der Arbeitnehmeranteil 7,0% zuzüglich des von der Krankenkasse erhobenen individuellen Zusatzbeitrages.

    Arbeitnehmeranteil - weitere Zweige der Sozialversicherung

    • Arbeitnehmeranteil in der gesetzlichen Rentenversicherung
    • Arbeitnehemranteil in der Pflegeversicherung
    • Arbeitnehmeranteil in der Arbeitslosenversicherung

    Arbeitseinkommen

    Das Sozialgesetzbuch definiert das Arbeitseinkommen als den aus allgemeinen Gewinnermittlungsvorschriften des Einkommenssteuerrechts ermittelten Gewinn aus einer selbstständigen Tätigkeit. Das jährliche Arbeitseinkommen bildet für Selbstständige die Grundlage für die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge.

     

     

    Arbeitsentgelt

    Als Arbeitsentgelt werden alle laufenden oder einmaligen Einnahmen aus einer Beschäftigung bezeichnet, gleichgültig, ob ein Rechtsanspruch auf die Einnahmen besteht, unter welcher Bezeichnung sie gewährt werden oder in welcher Form sie geleistet werden.

    Das Bruttoarbeitsentgelt bildet die Grundlage für die Berechnung der monatlichen Krankenversicherungsbeiträge. Es wird dabei stets dem Kalendermonat zugeordnet, in dem die zugehörige Arbeitsleistung erbracht wurde.

    Zum Arbeitsentgelt zählen u.a.

    • monatliches Gehalt
    • zusätzliches Gehalt (z.B. Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld)
    • regelmäßige Sachleistungen (wie Unterbringung, Verpflegung)
    • Anwesenheitsprämien
    • steuerpflichtige Zulagen für Nacht- oder Wochenendarbeit

    Steuerfreie Aufwandsentschädigungen gelten nicht als Arbeitsentgelt.
    Zum Arbeitsentgelt zählen auch geldwerte Vorteile. Dabei handelt es sich um eine Vergütungsform, die nicht in Form von Geld geleistet wird. Sie wird daher auch als Sachleistung bezeichnet. Ein typisches Beispiel hierfür ist die private Nutzung eines Dienstwagens.

    Arbeitsförderung

    Die Arbeitsförderung ist ein Begriff aus der staatlichen Arbeitsmarktpolitik und umfasst sämtliche Maßnahmen die der Vermeidung oder Verkürzung von Arbeitslosigkeit dienen. Dadurch soll ein höherer Beschäftigungsstand erreicht und die Beschäftigungsstruktur verbessert werden.


    Zu den Leistungen der Arbeitsförderung gehören u.a.:
        •    Arbeitsvermittlung und –beratung
        •    Berufliche Weiterbildungen
        •    Gründungszuschuss
        •    Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung
        •    Fördermaßnahmen für die Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben

     

    arbeitslos

    Arbeitslos und Krankenversicherung

    Laut Definition stehen arbeitslos Personen vorübergehend in keinem Beschäftigungsverhältnis, befinden sich aber auf der Suche nach einer versicherungspflichtigen Beschäftigung sind. Sie sind bei der Agentur für Arbeit arbeitslos, bzw. arbeitssuchend gemeldet und stehen den Vermittlungsbemühungen der Agentur zur Verfügung.


    Die in Deutschland herrschende Versicherungspflicht gilt auch für arbeitslose Personen. Allerdings müssen die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung nicht von der versicherten Person entrichtet werden, sondern werden von der Agentur für Arbeit übernommen. aVoraussetzung hierfür ist der regelmäßige Bezug von Leistungen, egal ob Arbeitslosengeld I oder Arbeitslosengeld II. Sollte diese Bedingung nicht erfüllt sein, z.B. wegen einer Sperrung der Leistungen, muss sich der Arbeitslose unter Umständen selbst um eine Krankenversicherung bemühen.


    Für Ehepaare, in denen einer der beiden Partner Arbeit hat, besteht die Möglichkeit, den arbeitslos gewordenen Ehepartner in die Familienversicherung des arbeitenden Partners aufzunehmen.
    Wer vor der Arbeitslosigkeit privat versichert war, kann diese Versicherung nur dann behalten, wenn er bereits seit mindestens fünf Jahren Mitglied in der privaten Krankenkasse ist. Andernfalls muss der Versicherte in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln. Bei einem Verbleib in der PKV zahlt die Agentur für Arbeit einen Zuschuss zur Krankenversicherung, den restlichen Betrag muss der Versicherte selbst aufbringen.

     

    Arbeitslosenversicherung

    Die Arbeitslosenversicherung ist ein Zweig der gesetzlichen Sozialversicherung, die in erster Linie das Ziel verfolgt Personen, die arbeitslos sind, das Einkommen zu sichern. Versicherungspflichtig sind alle Personen, die gegen Entgelt beschäftigt sind, aber auch andere Personengruppen (z.B. Wehrdienstleistende). Freiwillig Versicherte sind Selbstständige, Pflegepersonen oder Arbeitnehmer, die nicht innerhalb der EU beschäftigt sind. Die Beiträge werden automatisch vom Lohn abgeführt.

    Leistungen

    Zu den Leistungen der Arbeitslosenversicherung zählen u.a.:

    • Zahlung von Arbeitslosengeld (I und II)
    • Arbeitsvermittlung
    • Berufsberatung
    • Weiterbildungsmaßnahmen
    • Berufsorientierungsmaßnahmen

    Beitragssatz

    Die Arbeitslosenversicherung finanziert sich hauptsächlich aus den Versicherungsbeiträgen, die sich als Prozentsatz des Bruttolohnes berechnen und jeweils zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen werden. Momentan (Stand 2017) beträgt der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung 3,0% (1,5% Arbeitnehmeranteil und 1,5% Arbeitgeberanteil).

    Die Entwicklung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung seit 2006 zeigt die folgende Übersicht:

     

     

    Arbeitsunfähigkeit

    Arbeitsunfähigkeit im Sinne der Sozialversicherung bedeutet, dass der Arbeitnehmer seine bisherige Tätigkeit aufgrund von Krankheit nicht mehr ausführen kann. Sie liegt auch vor, wenn er sich bei Fortführen der Arbeit der Gefahr aussetzen würde, seinen Gesundheitszustand zu verschlechtern.
    Personen, die arbeitslos sind, gelten als arbeitsunfähig, wenn sie keine leichten Arbeiten in dem Zeitraum verüben können, in dem sie sich bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet haben.


    Wird eine Person, die in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis steht, arbeitsunfähig, besteht ein rechtlicher Anspruch auf Lohnfortzahlung in den ersten 6 Wochen durch den Arbeitgeber. Im Anschluss an diese Frist erfolgt die Zahlung von Krankengeld durch die Krankenkasse.


    Als Nachweis für die Arbeitsunfähigkeit dient eine vom Arzt ausgestellte Krankschreibung. Diese muss spätestens am dritten Werktag nach Beginn der Krankheit dem Arbeitgeber vorgelegt werden. Der Krankenkasse muss die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung spätestens nach einer Woche vorliegen, andernfalls besteht die Gefahr, dass bei einem längeren Ausfall des Arbeitnehmers der Anspruch auf Zahlung von Krankengeld erlischt.

    Arbeitsunfall

    Ein Arbeitsunfall, auch Betriebs- oder Berufsunfall genannt, bezeichnet einen Unfall, der während der versicherten Tätigkeit entstanden ist. Versichert sind alle Tätigkeiten, die aus der Sicht des Versicherten dem Unternehmer objektiv dienlich sein können. Dazu zählen auch der Weg von und zu der Arbeit, Dienstreisen und die Instandhaltung von Arbeitsgeräten. Wenn die Tätigkeit aber für einen privaten Zweck unterbrochen wurde, besteht grundsätzlich kein Versicherungsschutz.


    Gegen Arbeitsunfälle versichern sich Personen in der gesetzlichen Unfallversicherung. Wenn die Arbeitsunfähigkeit auf Grund des Unfalls länger als 3 Tage dauert, muss der Arbeitgeber eine Unfallanzeige an die zuständige Berufsgenossenschaft melden.


    In den ersten sechs Wochen der Arbeitsunfähigkeit infolge eines Arbeitsunfalls besteht Anspruch auf Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber. Diese beträgt 70% des Bruttolohns (aber maximal 90% des Nettolohns). Im Anschluss an diese sechs Wochen zahlt die Krankenkasse dem Verunfallten Verletztengeld in Höhe von 80% des Bruttolohns (abzgl. Arbeitslosen- und Rentenversicherungsbeiträge). Besteht die Arbeitsunfähigkeit auch noch 26 Wochen nach dem Unfall, zahlt die Berufsgenossenschaft dem Arbeitnehmer eine Verletztenrente.

    Es ist zu beachten, dass bei einem Arbeitsunfall die freie Arztwahl eingeschränkt ist. Die Behandlung sollte daher durch einen speziell zugelassenen Durchgangsarzt erfolgen, andernfalls kann es Probleme bei der Kostenübernahme geben.

    Arbeitszeit

    Die Arbeitszeit ist die Zeit, in der der Arbeitnehmer der vertraglich festgelegten Tätigkeit nachgeht. Die Arbeitszeit beginnt mit der Arbeitsaufnahme und endet mit dem Arbeitsende. Pausen unterbrechen die Arbeitszeit. Regelungen zur Arbeitszeit findet man u.a. im Arbeitszeitgesetz, im Jugendarbeitsschutzgesetz sowie in Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen.

     

    Arznei- und Verbandmittel

    Laut des Arzneimittelgesetzes (AMG) sind Arzneien Stoffe oder eine Zubereitungen aus Stoffen, die zur Anwendung am oder im menschlichen oder tierischen Körper bestimmt sind. Ziel ist es Krankheiten zu heilen oder Krankheitserreger zu beseitigen. Im weiteren Sinne dienen Arzneien auch dazu den Zustand und die Funktionen des Körpers zu erkennen und zu beeinflussen oder vom menschlichen Körper erzeugte Wirkstoffe zu ersetzen (§2 Abs. 1 AMG). Alle Versicherte haben Anspruch auf die Versorgung mit apothekenpflichtigen Arzneimitteln sowie auf Versorgung mit Verbandmitteln sowie Harn- und Blutteststreifen.


    Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für verordnete Arzneimittel bis zu einem Festpreis, abzüglich gesetzlich festgelegter Zuzahlungen. Für Arznei- und Verbandmittel ohne Festbetrag übernimmt die Krankenkasse die gesamten Kosten, abzüglich der Zuzahlungen durch den Versicherten. Die Zuzahlung beträgt 10 % des Abgabepreises oder des Festpreises, mindestens jedoch 5 Euro und maximal 10 Euro. Versicherte unter 18 Jahren sind von der Zuzahlung befreit. Damit Versicherte durch die Zuzahlung nicht unverhältnismäßig stark belastet werden, ist die Zuzahlung nur bis zur Höhe der Belastungsgrenze zu entrichten.

    Arzneimittelsubstitution

    Substituieren bedeutet im Zusammenhang mit Medikamenten so viel wie ersetzen oder austauschen. Konkret bezeichnet die Arzneimittelsubstitution die Handlungsmöglichkeiten von Apothekern, wenn das verschriebene Medikament nicht vorrätig ist. In dem Fall kann die Arznei auf zwei Wegen ersetzt werden.
    Es lassen sich 2 Arten der Substitution unterscheiden: die Aut-item- („oder das Gleiche“) und die Aut-simile-Substitution („oder Ähnliches“). Unter der Aut-item-Substitution versteht man die Verpflichtung der Apotheker zum Verkauf eines preisgünstigen Medikaments, sofern die ärztliche Verordnung lediglich den Wirkstoff vorschreibt oder der Austausch gegen ein wirkstoffgleiches (aber günstigeres) Arzneimittel nicht vom Arzt ausgeschlossen wurde. Dabei sollte sich das Präparat in der Stärke, Verpackungsgröße und Darreichungsform nicht vom ursprünglichen Medikament unterscheiden. Im Gegensatz dazu bezeichnet die Aut-simile-Substitution einen Arzneimittelaustausch gegen ein wirkstoffähnliches Pharmakon. Die Erlaubnis hierzu muss der behandelnde Arzt allerdings auf dem Rezept vermerken, andernfalls ist diese Substitution nicht zulässig.

    Arzneimittelsubvention

    Es lassen sich zwei Arten der Substitution unterscheiden. Zum einen die aut-idem-Substitution und zum anderen die aut-simile-Substitution. Unter Ersterem versteht man den Austausch eines ärztlich verschriebenen Medikamentes mit einem wirkstoffgleichen Präparat durch den Apotheker. Dabei sollte sich das Präparat in der Stärke, Verpackungsgröße und Darreichungsform nicht vom Original unterscheiden. Im Gegensatz dazu bezeichnet die aut-simile-Substitution einen Arzneimittelaustausch mit einem nur wirkstoffähnlichen Pharmakon.

     

    Arztdichte

    Die Arztdichte bezeichnet das Verhältnis von berufstätigen Ärzten zur Gesamteinwohnerzahl eines Landes.


    2014 kamen laut dem Ärzteatlas 451 berufstätige Ärzte auf 100.000 Einwohner. Damit hat sich die Arztdichte im Vergleich zu 1980 mehr als verdoppelt. Allerdings muss beachtet werden, dass die Zahl der berufstätigen Ärzte nur bedingt aussagekräftig ist, da auch weitere Kriterien berücksichtigt werden müssen, um ein Urteil über die ärztliche Versorgung fällen zu können. So arbeiten viele Ärzte zunehmend in Städten oder Ballungszentren und die ärztliche Versorgung in strukturell schwächeren Gebieten wird zunehmend schwieriger. Zudem liefert die Zahl der berufstätigen Ärzte keine Auskunft über einzelne Fachgebiete. Deshalb kann die ärztliche Versorgung beispielsweise im Hinblick auf Gynäkologen oder Orthopäden in bestimmten Gebieten immer noch extreme Mängel aufweisen.

    Arztregister für Vertragsärzte

    Der Eintrag in das Arztregister ist ein entscheidender Schritt in die Zulassung als Vertragsarzt oder Vertragspsychotherapeut. Erst nach erfolgreicher Zulassung kann das Fachpersonal an der vertragsärztlichen und -psychotherapeutischen Versorgung teilnehmen.


    Das Arztregister für Vertragsärzte enthält alle zugelassenen Kassenärzte, die nachweislich die Approbation als Arzt, sowie den erfolgreichen Abschluss entweder einer allgemeinmedizinischen Weiterbildung oder einer Weiterbildung in einem anderen Fachgebiet mit der Befugnis zum Führen einer entsprechenden Gebietsbezeichnung oder den Nachweis einer Qualifikation erhalten haben. Das Register wird in der gesetzlichen Krankenversicherung geführt.

    Arztwahl

    Grundsätzlich können Personen in Deutschland, die in der GKV versichert sind, den behandelnden Arzt frei wählen. Das war in anderen europäischen Ländern nicht immer so. Seit 2011 gibt es jedoch eine EU-Regelung, durch die eine freie Arztwahl in Europa vorgeschrieben ist. Es dürfen nur zugelassene Vertragsärzte in Anspruch genommen werden.

    Aufsichtsbehörde der Krankenkassen

    Bei der Organisation der Aufsichtsbehörden der gesetzlichen Krankenkassen muss die Organisation der jeweiligen Krankenkasse berücksichtig werden. Krankenkassen, die regional beschränkt und deren Tätigkeitsgebiet sich maximal auf drei Bundesländer erstreckt, unterstehen der Landesaufsicht, des Bundeslandes, in dem die Kasse ihren Sitz hat. In der Regel hat die Landesaufsicht das jeweilige Gesundheits- oder Sozialministerium der Länder. Die Aufsicht über Krankenkassen, deren Tätigkeitsgebiet sich über mehr als drei Bundesländer erstreckt, hat das Bundesversicherungsamt in Bonn.

    Die Aufsicht über die privaten Krankenversicherungsunternehmen (PKV) führt die Bundesanstalt für die Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

    Die Aufsichtsbehörden dienen als Anlaufstelle für Fragen, Beschwerden o.ä. bei allen krankenkassenrelevanten Fragen. 

    Bundesversicherungsamt (BVA)

    Friedrich-Ebert-Allee 38
    53113 Bonn
    Tel: 0228 / 619-0
    Fax: 0228 / 619-1870
    www.bundesversicherungsamt.de

    Gesundheits- bzw. Sozialministerien der Länder

    Baden-Württemberg

    Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg
    Schellingstr. 15
    70174 Stuttgart
     

    Bayern

    Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege
    Haidenauplatz 1
    81667 München
     

    Berlin

    Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung
    Oranienstraße 106
    10969 Berlin 
     

    Brandenburg

    Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie
    Heinrich-Mann-Allee 103
    14473 Potsdam
     

    Bremen

    Die Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz
    Contrescarpe 72
    28195 Bremen
     

    Hamburg

    Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz
    Billstraße 80
    20539 Hamburg
     

    Hessen

    Hessisches Ministerium für Soziales und Integration
    Dostojewskistraße 4
    65187 Wiesbaden
     

    Mecklenburg-Vorpommern

    Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit
    Werderstraße 124
    19055 Schwerin
     

    Niedersachsen

    Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
    Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platz 2
    30159 Hannover
     

    Nordrhein-Westfalen

    Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen
    Fürstenwall 25
    40219 Düsseldorf
     

    Rheinland-Pfalz

    Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie
    Bauhofstr. 9
    55116 Mainz
     

    Saarland

    Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie
    Franz-Josef-Röder-Straße 23
    66119 Saarbrücken
     

    Sachsen

    Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz
    Albertstraße 10
    01097 Dresden
     

    Sachsen-Anhalt

    Ministerium für Arbeit und Soziales
    Turmschanzenstraße 25
    39114 Magdeburg
     

    Schleswig-Holstein

    Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren
    Adolf-Westphal-Straße 4
    24143 Kiel
     

    Thüringen

    Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie
    Werner-Seelenbinder-Straße 6
    99096 Erfurt
     

    Aufzahlung

    Eine Aufzahlung ist von den Versicherten immer dann zu leisten, wenn der Verkaufspreis eines Medikaments über dem Betrag liegt, den die Krankenkassen für ein Arznei- oder Hilfsmittel maximal übernehmen (Festbetrag). Liegt der Preis eines ärztlich verschriebenen Medikaments oder Hilfsmittels über dem Festbetrag, muss diese Differenz von Versicherten als sogenannte Aufzahlung getragen werden.

    Eine Befreiung von der Aufzahlung ist nicht möglich. Grundsätzlich kann sich der Versicherte auch für ein Medikament entscheiden, dessen Preis unter dem Festpreis liegt. Apotheken haben die Möglichkeit, das ärztlich verordnete Arzneimittel gegen ein wirkstoffgleiches, aber günstigeres Präparat auszutauschen. Auf diese Weise können Versicherte eine Aufzahlung vermeiden. Hat der Arzt den Austausch des Medikaments allerdings ausgeschlossen, indem er auf dem Rezept das Feld „aut idem“ durchstreicht, darf die Apotheke kein anderes Arzneimittel abgeben. Fällt für dieses Medikament eine Aufzahlung an, muss der Versicherte die Kosten tragen.

    Die Aufzahlung ist zusätzlich zu der vorgeschriebenen Zuzahlung zu leisten. das gilt sogar dann, wenn eine Zuzahlungsbefreiung vorliegt.

    Abgrenzung zur Zuzahlung

    Mit der Aufzahlung nicht zu verwechseln ist die gesetzlich festgelegte Zuzahlung für Medikamente und Hilfsmittel.

    Bei der Zuzahlung handelt es sich um eine finanzielle Selbstbeteiligung der Versicherten an den Kosten der Kassenleistungen. Im Gegensatz zur Aufzahlung ist die Zuzahlung gesetzlich festgelegt.

     

    Ausbildungsvergütung

    In dem Ausbildungsverhältnis zwischen Arbeitgeber und Auszubildendem ist die Höhe der Vergütung festgeschrieben. Diese gehört zu den beitragspflichtigen Einnahmen, Sozialversicherungsbeiträge müssen abgeführt werden. In der Regel werden die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung je zur Hälfte vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen, nur das kassenindividuelle Zusatzbeitrag muss allein vom Auszubildenden übernommen werden. Der Arbeitgeber trägt allerdings die Beiträge allein, wenn die Ausbildungsvergütung monatlich 325 Euro nicht übersteigt.

    Außergewöhnliche Belastung

    In bestimmten Fällen ist es möglich, einen Teil der Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastung geltend zu machen, wodurch die abzuführenden Einkommenssteuer gemindert werden kann. Durch diese Regelung soll der Steuerzahler bei überdurchschnittlichen hohen Aufwendungen finanzielle entlastet werden.


    Im Krankheitsfall entstehen außergewöhnliche Belastungen z.B. durch
        •    selbst zu zahlende Arztkosten
        •    Medikamentenzuzahlungen
        •    Fahrtkosten zu Ärzten und Behandlungen

     

    Die Anerkennung von krankheitsbedingten Ausgaben als außergewöhnliche Belastung erfolgt erst dann, wenn die individuelle Belastungsgrenze des Betroffenen überschritten wird. Diese hängt von der Höhe der Einkünfte, Familienstand und Zahl der Kinder ab.

     

    Aushilfen

    Unter Aushilfen versteht man Angestellte, für deren Tätigkeit keine spezifische Ausbildung nötig ist. Diese Tätigkeiten sind häufig zeitlich begrenzt. Häufig fallen beispielsweise Studentenjobs, Praktika und Ferienjobs unter diese Bezeichnung.

    Aushilfen, welche eine geringfügige Beschäftigung ausüben, also nicht über 450 Euro monatlich verdienen, sind in der Sozialversicherung versicherungsfrei.


     

    Auskunftspflicht bei Krankheit

    Das Vorgehen bei Arbeitsunfähigkeit ist gesetzlich vorgeschrieben. Arbeitnehmer sind dazu verpflichtet einen Arzttermin oder eine Erkrankung und die voraussichtliche Dauer dessen dem Arbeitgeber unverzüglich mitzuteilen. Unmittelbar bedeutet am ersten Krankheitstag zu Beginn der eigentlichen Arbeitszeit.

    Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Tage, muss der gesetzlichen Krankenkasse und dem Arbeitgeber spätestens am 4. Tag eine entsprechende Bescheinigung vorgelegt werden. Die Art der Erkrankung muss nur in absoluten Ausnahmefällen mitgeteilt werden, beispielsweise bei Ansteckungsgefahr.

    Ausländische Arbeitnehmer

    Ausländische Arbeitnehmer, die in Deutschland angestellt sind, haben in der Sozialversicherung die gleichen Rechte wie inländische Arbeitnehmer. Damit müssen Arbeitnehmer aus dem In- und Ausland Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung zahlen.


    Besonderheiten ergeben sich bei Arbeitnehmern die bei einem ausländischen Arbeitgeber angestellt und nach Deutschland für eine begrenzte Dauer entsandt werden. Diese sind in der Regel nicht sozialversicherungspflichtig.

    Auslandsaufenthalt

    Krankenversichert im Ausland

    Für die Krankenversicherung ergeben sich bei einem Auslandsaufenthalt wichtige Folgen oder Änderungen, die je nach Dauer, Zweck und Ort variieren. Bei einem vorübergehenden Aufenthalt außerhalb Deutschlands können sich für Versicherte Einschränkungen bei der Versicherungspflicht oder Versicherungsberechtigung sowie beim Leistungsanspruch ergeben.

    Zunächst ist zu beachten, dass mit den Ländern der Europäischen Union, des Europäischen Wirtschaftsraums, der Schweiz und einigen weiteren Ländern Sozialversicherungsabkommen bestehen und der Krankenversicherungsschutz aus Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen bestehen bleiben kann. Dann kann die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) genutzt werden. Ausnahmen bestehen für Mazedonien, Montenegro und Serbien: In diesen Ländern gilt die EHIC nur für Krankheiten, die nicht schon vor Antritt der Auslandsreise bestanden.

    Wichtig ist außerdem, dass in vielen europäischen Staaten der Patient bei einer ärztlichen Behandlung in Vorleistung gehen muss. Die Kosten der Behandlung werden später rückerstattet, wobei unter Umständen Zuzahlungen und Eigenanteile abgezogen werden.

    Besonders bei Reisen ins nicht-europäische Ausland empfiehlt sich der Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung, durch die Leistungen wie der Rücktransport nach Deutschland oder eine Privatbehandlung abgedeckt sind.

    Auslandskrankenschein

    Die Anspruchsbescheinigung, auch „Auslandskrankenschein“ genannt, bezeichnet ein Dokument, mit dem der Versicherungsschutz im Ausland nachgewiesen wird, damit die in Anspruch genommenen medizinischen Leistungen von der deutschen Krankenversicherung übernommen werden.

    In vielen Ländern wurde der Auslandskrankenschein durch die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) ersetzt. Diese befindet sich auf der Rückseite der Krankenkassenkarte. Neben allen EU-Staaten gilt die EHIC auch in Island, Liechtenstein, Mazedonien, Montenegro, Serbien und der Schweiz.

    Mit anderen Ländern, in denen die EHIC nicht gilt, gibt es Sozialversicherungsabkommen, sodass eine Krankenbehandlung von der deutschen Krankenversicherung übernommen wird.

    In diesen Ländern wird ein Auslandskrankenschein weiterhin benötigt:

     

    • Bosnien-Herzegowina (Föderation & Republika Srpska)
    • Tunesien
    • Türkei

    Den Auslandskrankenschein erhalten Versicherte bei ihrer Krankenkasse, die das Dokument für das entsprechende Urlaubsland ausstellt. Im Falle einer Erkrankung oder eines Unfalls muss der Auslandskrankenschein vor Ort bei dem Sozialversicherungsträger in einen Behandlungsschein umgetauscht werden, welcher anschließend bei dem behandelnden Arzt oder im Krankenhaus vorgelegt wird.

    Zu beachten ist, dass durch den Auslandskrankenschein nur die Notfallversorgung abgedeckt wird, mit der nicht bis zur Rückkehr nach Deutschland gewartet werden kann. Für alle weiteren medizinischen Leistungen kann eine Auslandskrankenversicherung sinnvoll sein.
     

    Auslandsreisekrankenversicherung

    Eine Auslandsreisekrankenversicherung ist eine private Zusatzversicherung, die auf die besonderen Gefahrenlagen und den besonderen Bedarf während eines vorübergehenden Aufenthalts im Ausland zugeschnitten ist. Sie ergänzt den Krankenversicherungsschutz bei Auslandsreisen vor allem bzgl. der Kosten für akute Heilbehandlung, einen Rücktransport nach Deutschland im Krankheitsfall sowie die Überführung im Todesfall. Es werden keine Gesundheitsfragen erhoben und der Versicherungsschutz beginnt ohne Wartezeiten.

     

    Auslandstelefonnummern

    Versicherte, die Ihre Krankenkasse vom Ausland aus erreichen möchten, können dafür eigens eingerichtete Service-Nummern wählen. Die kostenfreien 0800-er Nummern funktionieren dagegen nur innerhalb de deutschen Netze.

    Liste aller Auslandsnummern der Krankenkassen

    Alle Auslandstelefonnummern der Krankenkassen
    KrankenkasseTelefonnummer
    actimonda krankenkasse0049 241 90066-0
    AOK Baden-Württemberg0049 711 2593-0
    AOK Bayern0049 89 22844050
    AOK Bremen - Bremerhaven0049 421 17610
    AOK Hessen0049 3085614293
    AOK Niedersachsen0049 511 8701-0
    AOK Nordost0049 331 2772-1111
    AOK NORDWEST0049 231 4193-0
    AOK PLUS0049 351 320288
    AOK Rheinland-Pfalz - Saarland0049 6351 403-0
    AOK Rheinland - Hamburg0049 211 8791-0
    AOK Sachsen-Anhalt0049 391287840243
    atlas BKK ahlmann0049 421 43551-0
    Audi BKK0049 841 887-0
    BAHN-BKK0049 69 77 078 0
    BARMER00 49 202 568 333 1010
    BERGISCHE Krankenkasse0049 212 2262-0
    Bertelsmann BKK0049 05241 8074000
    BIG direkt gesund0049 231.5557-0
    BKK Achenbach Buschhütten0049 2732 7670
    BKK AKZO Nobel Bayern0049 6022.7069-400
    BKK der Thüringer Energievers. (TBK)0049 361 6521701
    BKK Diakonie0049 521 329876120
    BKK Dürkopp Adler0049 521 260770
    BKK EUREGIO0049 2452 153501
    BKK exklusiv0049 5132 5001-0
    BKK Faber-Castell & Partner0049 921 9602-0
    BKK firmus0049 421 64343
    BKK Freudenberg0049 6201 690500-9
    BKK GILDEMEISTER SEIDENSTICKER0049 521 5228-0
    BKK HENSCHEL Plus0049 561 8018888
    BKK Herford Minden Ravensberg (HMR)0049 5221 10260
    BKK Herkules0049 561 208550
    BKK Linde0049 40 73392038
    BKK Melitta Plus0049 571 97590
    BKK MEM0049 34 48 70 22 - 21
    BKK Mobil Oil0049 40 3002-802
    BKK PFAFF0049 631 318760
    BKK Pfalz0049 621 68 559 0
    BKK Pro Vita0049 511 8970370
    BKK Public0049 5341 405-600
    BKK Scheufelen0049 7021 7374-0
    BKK Schwarzwald-Baar-Heuberg (SBH)0049 7425 940030
    BKK Technoform0049 551 308 33 91
    BKK Textilgruppe Hof0049 9281 49-0
    BKK VBU0049 711 826911720
    BKK VDN0049 2304 98260
    BKK VerbundPlus0049 711 72 24 75-30
    BKK Vital0049 6 21 57 09-6550
    BKK WERRA-MEISSNER0049 5651 7451-0
    BKK Wirtschaft & Finanzen0049 5661 73 74 0
    BKK ZF & Partner0049 7541 3908-1000
    BKK240049 5724 971-0
    BOSCH BKK00493691 8810-43
    Brandenburgische BKK0049 335 38712 50
    DAK-Gesundheit0049 40 23960
    Debeka BKK0049 2 61 9 41 43-9 30
    Die Schwenninger Krankenkasse0049 7720 9727-0
    energie-BKK0049 511 91110-0
    Heimat Krankenkasse0049 521 92395-0
    HEK-Hanseatische Krankenkasse0049 40 65696-1000
    hkk0049 421 3655-0
    IKK Brandenburg und Berlin0049 3027877590
    IKK classic0049 800 455 1111
    IKK gesund plus0049 391 2806-0
    IKK Nord0049 3838 8049-0
    IKK Südwest0049 6 81/9 36 96-0
    KKH Kaufmännische Krankenkasse0049 511 2802-0
    Knappschaft0049 234 304-0
    Metzinger BKK0049 71 23 72 613 0
    mhplus BKK0049 71 41 - 97 90 0
    Novitas BKK0049 228 20147 0
    pronova BKK (Fusion mit Braun Gilette)0049 441 925 138-4949
    R+V Betriebskrankenkasse0049 611 533-0 
    Salus-BKK0049 6102 2909-0
    SBK0049 89 62700-0
    SECURVITA Krankenkasse0049 40 33477
    SIEMAG BKK0049 2733 29-2929
    SKD BKK49972194490
    Techniker Krankenkasse0049 40 - 85 50 60 70
    TUI BKK0049 5341 405-800
    Viactiv0049 234 479-0
    WMF BKK0049 7331 25-8264

     

     

    Aussteuerung bei Krankengeld

    Als Aussteuerung bezeichnet man das Auslaufen der Zahlung von Krankengeld durch die Krankenkasse.

    Krankengeld wird gezahlt, wenn ein Arbeitnehmer längerfristig erkrankt ist. Für sozialversicherungspflichtig angestellte Personen ist die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall wie folgt geregelt: in den ersten sechs Wochen nach Erkrankung wird das Gehalt vom Arbeitgeber wie gewohnt gezahlt. Bei einer längeren Erkrankung wird ab dem 43. Tag Krankengeld als Ersatzleistung der gesetzlichen Krankenversicherung gezahlt.

    Die rechtlichen Regelungen zum Krankengeld sind im Fünften Sozialgesetzbuch (SGB V) festgeschrieben. Demnach endet der Anspruch auf Krankengeld automatisch, wenn länger als 78 Wochen, also 19,5 Monate innerhalb von drei Jahren Krankengeld gezahlt wurde (§ 48 SGB V). Hier werden alle Zeiträume innerhalb der drei Jahre zusammengerechnet, in denen Krankengeld gezahlt wurde, auch wenn die Zahlung nicht am Stück erfolgte. Für die genaue Feststellung des dreijährigen Zeitraums werden sogenannte Blockfristen gebildet. Krankschreibungen von weniger als sechs Wochen sind von dieser Regelung nicht betroffen, da hier der Lohn wie gewohnt vom Arbeitgeber gezahlt wird und kein Anspruch auf Krankengeld besteht. Treten innerhalb des Zeitraums von drei Jahren weitere Erkrankungen auf, kann der Zeitraum von 78 Wochen nicht verlängert werden. 

    Blockfristen

    Blockfristen sind zu bilden, um den 3-Jahres-Zeitraum zu bestimmen, innerhalb dessen Anspruch auf 78 Wochen Krankengeld besteht. Ausgangspunkt für die sogenannten Blockfristen ist der erstmalige Eintritt von Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit. Für jede Krankheit, die eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat, ist eine eigene Blockfrist zu bilden, auch wenn der Krankengeldanspruch innerhalb des 3-Jahres-Zeitraums nicht verlängert werden kann.

    Beispiel:

    Beginn der Arbeitsunfähigkeit am                                                                       14.08.2018
    Erstmaliger Eintritt von Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit am  11.01.2014
    1. Blockfrist:                                                                                                            11.01.2014 – 10.01.2017
    2. Blockfrist:                                                                                                            11.01.2017 – 10.01.2020

    Der Beginn der aktuellen Arbeitsunfähigkeit fällt in die zweite Blockfrist. Damit spielt die Dauer der Krankengeldzahlung innerhalb der ersten Blockfrist für die erneute Krankschreibung wegen der derselben Krankheit keine Rolle. Für den Beginn der Arbeitsunfähigkeit am 14.08.2018 besteht ein Anspruch auf 78 Wochen Krankengeld. Abzüglich natürlich möglicher Vorerkrankungszeiträume in denen in der zweiten Blockfrist bereits Krankengeld gezahlt wurden.

    Ende des Anspruchs auf Krankengeld

    Nach Ablauf von 78 Wochen endet der Anspruch auf Krankengeld automatisch und die Zahlung wird eingestellt. Besteht die Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers über die 78 Wochen hinaus und kann er seine bisherige Arbeit nicht wieder aufnehmen, endet in der Regel seine Mitgliedschaft als Pflichtversicherter in der gesetzlichen Krankenversicherung. Dieser Vorgang wird als Aussteuerung bezeichnet. In der Regel informiert die zuständige Krankenkasse den erkrankten Arbeitnehmer zwei Monate vor Ende des Krankengeldanspruchs über die bevorstehende Aussteuerung. Der Versicherte hat nach Erhalt des Schreibens zwei Wochen Zeit, seinen Austritt aus der gesetzlichen Krankenversicherung zu erklären. Bei Versäumnis dieser Frist wird der erkrankte Arbeitnehmer nach Ende seiner Mitgliedschaft als Pflichtversicherter automatisch als freiwilliges Mitglied weiterversichert. Besteht allerdings ein Anspruch auf Familienversicherung, hat dieser Vorrang. Nach der Aussteuerung sichern sich die Betroffenen in der Regel durch Arbeitslosengeld oder Erwerbsminderungsrente finanziell ab.

    Pflichtversicherung und freiwillige Mitgliedschaft in der GKV

    Zu dem Kreis der Pflichtversicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung gehören neben Rentnern, Arbeitslosen, Auszubildenden, Praktikanten und Studierenden auch Arbeitnehmer, deren Lohn die Jahresarbeitsentgeltgrenze nicht überschreitet (für 2018: 59.400 Euro/Jahr). Arbeitnehmer teilen sich den Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung von 14,6 Prozent mit ihrem Arbeitnehmer. Der kassenindividuelle Zusatzbeitrag ist vom Arbeitnehmer allein zu tragen. Personen, die keinen Anspruch auf eine Mitgliedschaft als Pflichtversicherte in der GKV haben (beispielsweise Selbstständige), müssen sich freiwillig versichern. Das bedeutet, dass sowohl der gesetzlich festgeschriebene Beitragssatz (14 Prozent ohne Krankengeld-Anspruch) plus Zusatzbeitrag von den Versicherten allein zu erbringen ist.

    Im Falle einer Aussteuerung bedeutet die freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung, dass der zuvor Pflichtversicherte den Beitragssatz von 14,6 Prozent, bzw. 14 Prozent (ohne Krankengeld-Anspruch) plus kassenindividuellem Zusatzbeitrag alleine zu entrichten hat. Denn wenn 78 Wochen Krankengeld innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren gezahlt worden sind, hat der Arbeitnehmer eine Abmeldung des sozialversicherungsrechtlichen Beschäftigungsverhältnisses vorzunehmen.

    Richtig krankenversichert nach Aussteuerung

    Freiwillige Mitgliedschaft

    Bei einer freiwilligen Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung muss der Beitragssatz plus kassenindividuellen Zusatzbeitrag von dem erkrankten Arbeitnehmer alleine übernommen werden. Den Berechnungen wird ein fiktives Mindesteinkommen zu Grunde gelegt, auch wenn wegen der Erkrankung kein neues Beschäftigungsverhältnis aufgenommen werden kann und damit kein Einkommen vorzuweisen ist. Im Jahr 2018 liegt dieses fiktive Mindesteinkommen bei 1.015 Euro. Wer sich freiwillig versichern will, kann sich zwischen zwei Beitragssätzen entscheiden. Entscheidet sich der Betroffene für eine freiwillige Versicherung ohne Krankengeld-Anspruch liegt der sogenannte ermäßigte Beitragssatz bei 14 Prozent. Wer den Anspruch auf Krankengeld behalten möchte zahlt 14,6 Prozent. In beiden Fällen muss der kassenindividuelle Zusatzbeitrag zusätzlich entrichtet werden. Dieser liegt 2018 bei durchschnittlich 1,0 Prozent.

    Rechnung
     
    Freiwillig versichert mit Anspruch auf Krankengeld:
    14,6 (Beitragssatz) + 1,0 (Ø kassenindividueller Zusatzbeitrag) = 15,6 % von 1.015 Euro (fiktives Mindesteinkommen) = 158,34 Euro pro Monat

    Freiwillig versichert ohne Anspruch auf Krankengeld (ermäßigter Beitragssatz):
    14 (ermäßigter Beitragssatz) + 1,0 (Ø kassenindividueller Zusatzbeitrag) = 15 % von 1.015 Euro (fiktives Mindesteinkommen) = 152,25 Euro pro Monat

    Arbeitslosengeld oder Erwerbsminderungsrente

    Nach einer Aussteuerung kann Arbeitslosengeld sogar dann beantragt werden, wenn das alte Arbeitsverhältnis noch besteht. In vielen Fällen ist die Beantragung von Arbeitslosengeld gegenüber der Erwerbsminderungsrente ratsam, da das Arbeitslosengeld in der Regel höher ist. Außerdem kann das Beziehen einer Erwerbsminderungsrente zu Abschlägen bei der Altersrente führen. In beiden Fällen werden die Beiträge zur Krankenversicherung aber in jedem Fall übernommen, entweder von der Bundesagentur für Arbeit oder dem Rentenversicherungsträger.

    Arbeitslosengeld nach Nahtlosigkeitsregelung

    Die Nahtlosigkeitsregelung greift, wenn der Arbeitnehmer nach Ende des Anspruchs auf Krankengeld weiterhin arbeitsunfähig ist und die Erwerbsunfähigkeit droht. Wurde zu diesem Zeitpunkt noch kein Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt, bzw. hat der Rentenversicherungsträger noch nicht darüber entschieden übt die Nahtlosigkeitsregelung eine Art Brückenfunktion aus. Bis zum Entscheid wird Arbeitslosengeld gezahlt, die alte Krankenversicherung besteht fort und die Beiträge werden von der Arbeitsagentur gezahlt. Die Nahtlosigkeitsregelung ist in § 145 SGB III festgeschrieben sichert Menschen einen Anspruch auf Arbeitslosengeld zu, „die allein deshalb nicht arbeitslos ist, weil sie wegen einer mehr als sechsmonatigen Minderung ihrer Leistungsfähigkeit versicherungspflichtige, mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassende Beschäftigungen nicht unter den Bedingungen ausüben kann, die auf dem für sie in Betracht kommenden Arbeitsmarkt ohne Berücksichtigung der Minderung der Leistungsfähigkeit üblich sind, wenn eine verminderte Erwerbsfähigkeit im Sinne der gesetzlichen Rentenversicherung nicht festgestellt worden ist“.

    Einmalzahlung nach Aussteuerung und Märzklausel

    Der Anspruch auf Krankengeld endet nach 78 Wochen, also nach knapp anderthalb Jahren. Während der Zahlung des Krankengeldes gelten die Betroffenen als beitragsfrei in der Sozialversicherung. Wird das Krankengeld am Stück gezahlt kommt es deshalb nicht selten vor, dass im Kalenderjahr des Abmeldezeitpunkts (Ende des Anspruchs auf Krankengeld) keine Beiträge zur Sozialversicherung gezahlt werden. Deshalb ist eine Einmalzahlung, die nach Ende des Krankengeldbezugs gezahlt wird, vollständig beitragsfrei. Wenn die Sonderzahlung zwischen dem 01.01. und 31.03. gezahlt wird, muss die Märzklausel beachtet werden. Denn dann kann die Einmalzahlung unter bestimmten Voraussetzungen dem Vorjahr zugeordnet werden.

    Ruhen des Krankengeldes

    Es gibt allerdings auch Fälle, in denen der Krankengeldbezug nur ruht. Dies gilt beispielsweise, wenn die Elternzeit bis zum vollendeten 3. Lebensjahr des Kindes in Anspruch genommen wird. Bezieht ein Kassenmitglied Übergangsgeld, Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung, Versorgungskrankengeld oder Kurzarbeitergeld, werden die Krankengeldzahlungen ebenfalls vorübergehend eingestellt. Gleiches gilt auch, solange die Arbeitsunfähigkeit der Krankenversicherung nicht mitgeteilt wird (Achtung: Meldefrist bis zu einer Woche nach Arbeitsunfähigkeitsbeginn).

    Ausstrahlung

    Ausstrahlung ist ein Begriff aus dem Sozialversicherungsrecht und bezeichnet die vorübergehende Verlagerung des Arbeitsortes aus dem In- ins Ausland bei dem die Sozialversicherungspflicht in Deutschland bestehen bleibt. Damit "strahlen" die deutschen Regelungen in das Ausland "aus".


    Umgekehrt bezeichnet eine Einstrahlung die vorübergehende Entsendung eines Arbeitnehmers aus einem ausländischen Beschäftigungsverhältnis nach Deutschland. In diesem Fall gilt die deutsche Versicherungspflicht bzw. Versicherungsberechtigung nicht.

     

    Auszubildende

    Auszubildende (Azubis) und Krankenkasse

    Mit Beginn einer betrieblichen Berufsausbildung gilt  für die Auszubildenden in allen Zweigen der Sozialversicherung (Krankenversicherung, Pflegeversicherung , Rentenversicherung, Unfallversicherung und Arbeitslosenversicherung) eine Versicherungspflicht.

    Ein Anspruch auf die beitragsfreie Mitgliedschaft in der Familienversicherung erlischt und die Beitragskosten werden in der Regel zwischen Arbeitnehmer (Azubi) und Arbeitgeber (Ausbildungsbetrieb) aufgeteilt. Gesetzt dem Fall, dass die monatliche Ausbildungsvergütung die Geringfügigkeitsgrenze von 325 € im Monat nicht übersteigt, müssen die SV-Beiträge allein vom Arbeitgeber getragen werden.

    Auszubildende benötigen in der Regel also eine eigene Mitgliedschaft in einer Krankenkasse. Die Anmeldung für eine Krankenkasse muss spätestens zwei wochen nach Ausbildungsbeginn erfolgt sein. Der Ausbildungsbetrieb hat nach dieser zeitspanne das Recht, den Auszubildenden als Arbeitnehmer bei einer Krankenkasse anzumelden.  

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