Pflegeperson
Als Pflegeperson im Sinne der Pflegeversicherung sind Personen, die einen Pflegebedürftigen in dessen häuslicher Umgebung pflegen. Diese Tätigkeit wird dabei nicht erwerbsmäßig sondern ehrenamtlich ausgeführt. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Verwandte oder Freunde des Pflegebedürftigen.
Pflegeperson und Rentenversicherung
Um rentenrechtliche Nachteile durch die Verringerung oder Aufgabe einer Beschäftigung abzufedern, übernimmt die zuständige Pflegekasse die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung der Pflegeperson (§ 3 Satz 1 Nr. 1a SGB VI).
Voraussetzung für Status als Pflegeperson
Die Voraussetzungen dafür sind, dass
- die Pflegetätigkeit mindestens 10 Stunden - verteilt auf mind. zwei Tage pro Woche - in Anspruch nimmt (Wer mehrere Personen pflegt, kann die Pflegezeiten aufaddieren, sog. Additionspflege),
- die Pflegetätigkeit in häuslicher Umgebung stattfindet,
- der Pflegrad 2 oder höher ist
- die Pflegetätigkeit voraussichtlich länger als zwei Monate ausgeführt werden wird,
- die Pflegeperson neben der Pflegetätigkeit nur maximal 30 Stunden pro Woche erwerbstätig ist und
- der Pflegebedürftige einen Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung hat.
Die Höhe des so erworbenen Rentenanspruchs ist abhängig vom Pflegegrad der Pflegebedürftigen und dem zeitlichen Gesamtaufwand, den die Pflegeperson wöchentlich aufbringen muss.
Verhinderung einer Pflegeperson
Kann eine Pflegeperson die Pflege eines Versicherten aufgrund von Krankheit, Urlaub oder eines anderen Grunds nicht ausführen, trägt die Pflegekasse die Kosten eines Ersatzpflegedienstes.
Die Kostenerstattung erfolgt dabei für maximal 8 Wochen. Außerdem muss der Pflegebedürftige mindestens auf Pflegegrad 2 eingestuft sein. Der maximale Betrag für Verhinderungspflege ist pro Kalenderjahr auf 3.539 Euro festgesetzt.
(gemeinsamer Jahresbetrag)