Betriebskrankenkassen
Betriebskrankenkassen (BKK) wurden ursprünglich von Unternehmen und Konzernen ausschließlich für die eigenen Mitarbeiter gegründet und betrieben. Sie bilden bis heute die zahlenmäßig größte Gruppe unter den Trägern der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland.
Die gemeinsame politische Interessenvertretung der Kassen übernimmt der BKK Dachverband (ehemals Bundesverband) mit Sitz in Berlin. Dieser vertritt bundesweit rund 10 Millionen Versicherte. Auf regionaler Ebene sind die Kassen in vier Landesverbänden organisiert (Landesverband Bayern, Landesverband Mitte, Landesverband Nordwest, Landesverband Süd).
Um die Kassenzahlen und Strukturen richtig einzuordnen, muss rechtlich und organisatorisch streng zwischen drei Begriffen unterschieden werden:
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Alle BKK (Gesamtzahl): Dies umfasst alle in Deutschland existierenden Betriebskrankenkassen (geöffnete und geschlossene Kassen zusammen).
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Geöffnete BKK: Dies sind Kassen, die von ihrem ursprünglichen Trägerunternehmen entkoppelt und für die Allgemeinheit (betriebsfremde Personen) frei wählbar sind.
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Verbandsmitglieder: Kassen, die freiwillig Mitglied im BKK Dachverband sind (nicht jede existierende BKK in Deutschland ist zwingend Mitglied in diesem Dachverband, auch wenn er den Großteil bündelt).
Öffnung der Betriebskrankenkassen
Seit der Einführung des allgemeinen Kassenwahlrechts im Jahr 1996 besteht die rechtliche Möglichkeit, dass eine BKK sich auch für andere Mitglieder außer den ursprünglichen Betriebsangehörigen öffnet. Früher ersetzten die BKK die allgemeine Ortskrankenkasse für die Mitarbeiter eines Betriebs. Inzwischen hat sich die Mehrzahl der BKK bundesweit oder zumindest für einzelne Bundesländer geöffnet.
Neben diesen geöffneten Betriebskrankenkassen existieren weiterhin auch sogenannte geschlossene oder unternehmensbezogene BKK. Diese nehmen keine betriebsfremden Personen auf und bleiben ausschließlich für die Mitarbeiter der jeweiligen Trägerunternehmen und deren Familienangehörige reserviert.
Anzahl an BKK rückläufig
Die verbleibende absolute Zahl an Betriebskrankenkassen ist seit der Liberalisierung des Kassenwahlrechts stark zurückgegangen. Dies ist insbesondere auf zahlreiche Fusionen kleinerer Krankenkassen zu größeren, wettbewerbsfähigeren Einheiten zurückzuführen.
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Im Jahr 2015 gab es noch 87 geöffnete Betriebskrankenkassen in Deutschland.
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Im Jahr 2021 waren es nur noch 51 geöffnete Betriebskrankenkassen.
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Stand 2026: Aktuell gibt es in Deutschland insgesamt noch gut 70 Betriebskrankenkassen (Gesamtzahl aller BKK). Davon sind rund 45 Kassen geöffnet (also für die Allgemeinheit wählbar). Der verbleibende Teil (gut 25 Kassen) besteht aus geschlossenen, rein unternehmensbezogenen Betriebskrankenkassen.