Werkstudenten

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Was ist das Werkstudentenprivileg?

Das sogenannte Werkstudentenprivileg besagt, dass aus dem Beschäftigungsverhältnis eines immatrikulierten Studenten weder vom Arbeitgeber noch vom Arbeitnehmer Beiträge zur Kranken- (KV), Pflege- (PV) und Arbeitslosenversicherung (AV) gezahlt werden müssen. Für den Job fallen lediglich Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung an (diese werden paritätisch geteilt).

Voraussetzung für dieses Privileg ist zwingend, dass der Schwerpunkt der Lebensführung nachweislich auf dem Studium liegt und die Arbeit nur „nebenher“ ausgeübt wird. Die absolute Höhe des Gehalts ist für die Anwendbarkeit des Werkstudentenprivilegs unerheblich.

Abgrenzung: Verdienstgrenze, Werkstudentenprivileg und eigene Krankenversicherung

Hierbei kommt es häufig zu Missverständnissen. In der Praxis müssen drei sozialversicherungsrechtliche Ebenen zwingend voneinander getrennt werden:

  • Die Minijob-Grenze (603 Euro): Verdient der Student maximal 603 Euro im Monat (aktuelle Geringfügigkeitsgrenze, Stand 2026), wird er vom Arbeitgeber nicht als Werkstudent, sondern als klassischer Minijobber (geringfügig Beschäftigter) abgerechnet.

  • Das Werkstudentenprivileg (Der Job): Verdient der Student mehr als 603 Euro, wendet der Arbeitgeber die Werkstudenten-Regel an. Vom Gehalt werden dann keine KV-, PV- und AV-Beiträge abgezogen. Der Lohnzettel bleibt (bis auf die Rente) abgabenfrei.

  • Die eigene Krankenversicherung (KVdS vs. Familienversicherung): Dass der Job beitragsfrei ist, bedeutet nicht, dass der Student kostenfrei krankenversichert ist. Im Gegenteil: Wer regelmäßig mehr als 603 Euro im Monat verdient, fällt zwingend aus der kostenfreien Familienversicherung seiner Eltern heraus. Der Student muss sich dann selbstständig in der Krankenversicherung der Studenten (KVdS) pflichtversichern und den monatlichen Pauschalbeitrag (Kranken- und Pflegeversicherung, ca. 130 bis 150 Euro) selbst von seinem Netto-Gehalt an die Krankenkasse überweisen.

Die 20-Stunden-Regel und ihre Ausnahmen (26-Wochen-Regel)

Damit der Gesetzgeber anerkennt, dass das Studium im Vordergrund steht, ist die wöchentliche Arbeitszeit für Werkstudenten grundsätzlich auf maximal 20 Stunden pro Woche begrenzt.

Es gibt jedoch gesetzlich festgeschriebene Ausnahmen, in denen Werkstudenten auch mehr als 20 Stunden arbeiten dürfen, ohne ihren Status zu verlieren:

  • Semesterferien: In der vorlesungsfreien Zeit darf der Werkstudent ohne wöchentliche Begrenzung (auch in Vollzeit) arbeiten.

  • Nacht- und Wochenendarbeit: Fällt die Arbeitszeit, die über die 20 Stunden hinausgeht, ausschließlich auf das Wochenende oder in die Nacht (z. B. als Nachtwache oder Portier), darf die Grenze ebenfalls überschritten werden.

  • Die absolute Obergrenze (26-Wochen-Regel): Werden die 20 Stunden durch Arbeit in den Semesterferien oder durch Nacht-/Wochenendarbeit überschritten, greift eine harte Deckelung. Studenten dürfen im Rahmen dieser Ausnahmen im Laufe eines Jahres (Rückblick auf die letzten 12 Monate) an maximal 26 Wochen (182 Tagen) mehr als 20 Stunden arbeiten. Wird diese Grenze gerissen, verliert der Student sofort das Werkstudentenprivileg und wird als regulärer Arbeitnehmer in allen Zweigen voll sozialversicherungspflichtig.

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