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Geringverdienergrenze

Als Geringverdiener gelten in der Sozialversicherung Beschäftigte, deren monatliches Arbeitsentgelt bei maximal 325 Euro liegt. Da es für Geringverdiener bei einem so niedrigen Einkommen unzumutbar ist, Beiträge zur Sozialversicherung zu zahlen, werden diese komplett vom Arbeitgeber übernommen.

Wer ist ein Geringverdiener?

Zu der Gruppe der Geringverdiener zählen Beschäftigte, deren monatliches Arbeitsentgelt maximal 325 Euro beträgt. Darunter fallen:

  • Auszubildende oder Praktikanten, die im Rahmen ihrer Berufsausbildung nicht mehr als 325 Euro verdienen
  • Versicherte, die einen Bundesfreiwilligendienst leisten
  • Versicherte, die ein freiwilliges soziales/ökologisches Jahr durchführen

Die Geringverdienergrenze existiert im deutschen Sozialrecht schon recht lange. Seit 2000 greift sie allerdings nur noch für die oben genannten Personengruppen. Und seit 2003 ist die Geringverdienergrenze auf 325 Euro im Monat festgeschrieben.

Welche Kosten übernimmt der Arbeitgeber?

Greift die Geringverdienergrenze übernimmt der Arbeitgeber sämtliche Beiträge zur Sozialversicherung. Die Kosten werden nicht zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber aufgeteilt. Darunter fallen die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung und Unfallversicherung. Außerdem werden vom Arbeitgeber der kassenindividuelle Zusatzbeitrag und eventuell der Beitragszuschlag für Kinderlose in der Pflegeversicherung übernommen. Der Zuschlag für Kinderlose wird jedoch erst mit der Vollendung des 23. Lebensjahres fällig.

Einmalzahlungen

Bekommt der Geringverdiener Einmalzahlungen wie beispielsweise Weihnachts- oder Urlaubsgeld bleibt die Geringverdienergrenze bestehen. Das heißt, dass auf alle Zahlungen, die über 325 Euro liegen, die Beiträge zur Sozialversicherung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt werden. Liegt das monatliche Entgelt eines Auszubildenden beispielsweise bei 325 Euro und bekommt er einmalig Urlaubsgeld in Höhe von 150 Euro ausgezahlt, müssen die Beiträge zur Sozialversicherung auf das Urlaubsgeld zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt werden.

Geringfügig Beschäftigte

Nicht selten werden Geringverdiener mit geringfügig Beschäftigten (Minijob) verwechselt. Allerdings muss hier unterschieden werden, da es sich um zwei unterschiedliche Beschäftigungsverhältnisse, die sich auch hinsichtlich der Sozialversicherungsabgaben unterscheiden.

Sonderfall Praktikum

Die Geringverdienergrenze kommt nicht automatisch bei allen Praktika zum Tragen, die gar nicht oder gering vergütet werden. Hinsichtlich der Beiträge zur Sozialversicherung muss zwischen vielen verschiedenen Formen unterschieden werden. Handelt es sich beispielsweise um ein Pflichtpraktikum im Rahmen der Berufsausbildung, bleibt die bestehende Versicherung davon unberührt.

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