Gesetzliche Krankenversicherung
Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) bildet zusammen mit Renten-, Arbeitslosen-, Unfall- und Pflegeversicherung der deutschen Sozialversicherung. Für bestimmte Personengruppen gilt eine Versicherungspflicht für die gesetzliche Krankenversicherung.
Mitglieder und Versicherte
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist ein zentraler Bestandteil des deutschen Sozialversicherungssystems und bildet die Basis der gesundheitlichen Absicherung für den Großteil der Bevölkerung. Sie ist eine der fünf Säulen der gesetzlichen Sozialversicherung und folgt dem Solidarprinzip: Die Beiträge richten sich nach der finanziellen Leistungsfähigkeit des Versicherten (Einkommen), während der Anspruch auf medizinische Leistungen für alle Versicherten gleich ist, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Gesundheitsrisiko. Zuständig für die Durchführung sind die gesetzlichen Krankenkassen (z. B. AOK, Ersatzkassen, Betriebs- und Innungskrankenkassen).
Aufgabe der gesetzlichen Krankenversicherung
Hauptaufgabe der Gesetzlichen Krankenversicherung ist es, "die Gesundheit der Versicherten zu erhalten, wiederherzustellen oder ihren Gesundheitszustand zu bessern". Träger der gesetzlichen Krankenversicherung sind die gesetzlichen Krankenkassen. Die GKV basiert auf dem Solidaritätsprinzip, d.h. das individuelle Erkrankungsrisiko des Einzelnen wird von allen Versicherten gemeinsam getragen. Fast 90 Prozent aller Deutschen sind Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse.
Wichtige Beitragssätze und Kennzahlen (Stand 2026)
Zur Finanzierung der GKV werden Beiträge vom Einkommen der Versicherten erhoben, die in der Regel paritätisch (zur Hälfte) von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen werden. Der Allgemeine Beitragssatz liegt bei 14,6 Prozent und ist gesetzlich festgeschrieben, während der ermäßigte Beitragssatz bei 14,0 Prozent für Mitglieder ohne Anspruch auf Krankengeld liegt. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag beträgt derzeit 2,9 Prozent und ist ein Orientierungswert des Bundesministeriums für Gesundheit. Jede Krankenkasse erhebt einen eigenen, individuellen Zusatzbeitrag, um ihren Finanzbedarf zu decken. Dieser variiert 2026 am Markt stark und liegt je nach Kasse zwischen 2,18 Prozent und 4,39 Prozent. Die Beitragsbemessungsgrenze (2026) liegt derzeit bei 5.812,50 Euro im Monat (69.750 Euro im Jahr). Einkünfte, die über dieser Grenze liegen, werden für die Beitragsberechnung zur GKV nicht herangezogen. Die Versicherungspflichtgrenze (JAEG 2026) liegt bei 6.450 Euro im Monat (77.400 Euro im Jahr). Arbeitnehmer, deren Bruttoeinkommen diesen Wert überschreitet, können in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln oder als freiwilliges Mitglied in der GKV verbleiben.
Beiträge in der GKV
Die Höhe des monatlichen Beitrags zur gesetzlichen Krankenversicherung wird als Anteil des Bruttoeinkommens der Versicherten berechnet, wobei die Beiträge zu gleichen Teilen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern gezahlt werden (Parität). Anders als in der Privaten Krankenversicherung darf dieser nicht auf Kalkulationen beruhen, welche das Alter, Geschlecht oder den Gesundheitszustand der Versicherten berücksichtigen.
Der zu entrichtende GKV-Beitrag setzt sich aus einem allgemeinen Beitragssatz und einem Zusatzbeitrag zusammen. Der allgemeine Beitragssatz ist einheitlich festgelegt und somit bei allen gesetzlichen Krankenkassen gleich. Der Zusatzbeitrag wiederum kann von der Krankenkasse selbst festgelegt werden. Der gesamte zu entrichtende Beitrag unterscheidet sich somit von Krankenkasse zu Krankenkasse und bildet ein Element des Wettbewerbs.
Arten der Versicherung in der GKV
Die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung unterteilt sich in drei Hauptformen:
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Pflichtversicherung: Die meisten Arbeitnehmer, Auszubildenden, Rentner und Bezieher von Bürgergeld (Grundsicherungsgeld) sind kraft Gesetzes in der GKV pflichtversichert, solange ihr Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze liegt.
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Freiwillige Versicherung: Arbeitnehmer mit einem Einkommen über der JAEG, Selbstständige und Freiberufler können sich entscheiden, freiwillig Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse zu werden bzw. zu bleiben.
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Familienversicherung: Ehepartner, eingetragene Lebenspartner und Kinder von GKV-Mitgliedern können unter bestimmten Voraussetzungen (z. B. enge Einkommensgrenzen) beitragsfrei in der Familienversicherung mitversichert werden.