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Gesetzliche Krankenversicherung

Die gesetzliche Krankenversicherung bildet zusammen mit Renten-, Arbeitslosen-, Unfall- und Pflegeversicherung das deutsche Sozialversicherungssystem. Hauptaufgabe der gesetzlichen Krankenversicherung ist es, "die Gesundheit der Versicherten zu erhalten, wiederherzustellen oder ihren Gesundheitszustand zu bessern". Die gesetzliche Krankenversicherung basiert auf dem Solidaritätsprinzip, d.h. das individuelle Erkrankungsrisiko des Einzelnen wird von allen Versicherten gemeinsam getragen. Fast 90% aller Deutschen sind Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse.

Seit 2007 herrscht in Deutschland eine allgemeine Krankenversicherungspflicht für alle Arbeitnehmer, deren Jahresarbeitsentgelt unterhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt sowie für viele weitere Personengruppen (Vgl. §5 SGB V). Mitglieder, deren Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung endet, können in der Regel zwischen einer freiwilligen Versicherung und einer privaten Krankenversicherung wählen.

Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung

Die Höhe des monatlichen Krankenversicherungsbeitrags wird als Anteil des Bruttoeinkommens des Versicherten berechnet, wobei die Beiträge zu ungefähr gleichen Teilen von Arbeitnehmer und Arbeitgeber gezahlt werden. Der allgemeine Beitragssatz betrug 2014 15,5% des Bruttolohns (Arbeitnehmeranteil 8,2%), der ermäßigte Beitragssatz 14,9% (Arbeitnehmeranteil 7,9%). Diese Beitragssätze sind bei allen gesetzlichen Krankenkassen gleich und – anders als in der privaten Krankenversicherung - unabhängig von Alter, Geschlecht oder Gesundheitszustand des Versicherten.

Ab 2015 erfolgt mit der Beitragsreform zwar eine Senkung der Beitragssätze auf 14,6 Prozent, die je zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu tragen sind. Allerdings haben alle gesetzlichen Krankenkassen einen Zusatzbeitrag eingeführt, der von dem Arbeitnehmer allein zu tragen ist. 2017 liegt dieser bei durchschnittlich 1,1 Prozent. Die Krankenversicherungsbeiträge sind somit bei den verschiedenen Krankenkassen de facto wieder unterschiedlich hoch.

Enge Familienangehörige (Kinder, Ehepartner) können in der gesetzlichen Krankenversicherung unter bestimmten Voraussetzungen beitragsfrei mitversichert werden (Familienversicherung).