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Chronische Erkrankung

Eine Erkrankung ist als chronisch zu bezeichnen, wenn sie nicht nur lange andauert, sondern auch schwer oder gar nicht geheilt werden kann. Patienten mit chronischen Erkrankungen (z.B. Diabetes oder koronare Herzkrankheit) sind laufend auf medizinische Behandlung und Betreuung angewiesen. Insbesondere in den Industriestaaten zählen chronische Erkrankungen zu den häufigsten Krankheiten. Häufig vorkommende chronische Erkrankungen sind beispielsweise

  • Asthma
  • Demenz
  • Krebs
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • chronische Lungenerkrankungen
  • Epilepsie
  • Multiple Sklerose
  • Rheuma
  • Diabetes
  • Alkoholismus
  • Arteriosklerose

Weiterhin treten in den Industriestaaten zunehmend chronische Mehrfacherkrankungen, die sogenannte Multimorbidität, auf. Dieser Anstieg ist vor allem darauf zurückzuführen, dass viele Menschen in diesen Staaten ein höheres Alter erreichen.

Das Spektrum der chronischen Krankheiten umfasst neben den körperlichen Erkrankungen auch psychische. Hier gilt ebenfalls als Richtlinie, dass die Erkrankung dauerhaft besteht, also nicht (vollständig) geheilt werden kann.

Chronische Krankheiten – Zuzahlungsbefreiung in den gesetzlichen Krankenkassen

Für Menschen mit einer schwerwiegenden chronischen Erkrankung gelten reduzierte Zuzahlungsgrenzen für Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (Medikamente, Verbandmittel, Hilfsmittel etc.). So beträgt die jährliche Höchstgrenze für die Zuzahlung chronisch Kranker höchstens 1 % der Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt.

Wann gilt man als schwerwiegend chronisch krank?

Als schwerwiegend chronisch krank gilt, wer mindestens ein Jahr lang wegen derselben Erkrankung mindestens einmal pro Quartal in ärztlicher Behandlung ist und außerdem entweder

  • pflegebedürftig ist (Pflegestufe II oder III),
  • aufgrund der Krankheit einen Grad der Behinderung oder eine Erwerbsfähigkeitsminderung von mindestens 60% aufweist oder
  • permanente medizinische Versorgung benötigt, ohne die eine dauerhafte Minderung der Lebensqualität oder der Lebenserwartung einträte.

Der permanente medizinische Versorgungsbedarf muss durch eine ärztliche Bescheinigung bestätigt werden. Dies gilt auch für ein therapiegerechtes Verhalten des Betroffenen. Folgende Personengruppen müssen sich das therapiegerechte Verhalten nicht bescheinigen lassen:

  • Personen unter 18 Jahren
  • pflegebedürftige Versicherte mit der Pflegestufe II oder III
  • Versicherte mit einem Grad der Behinderung von mindestens 60 % oder einer Erwerbsfähigkeitsminderung von mindestens 60 %.

Chronisch Kranke in der privaten Krankenversicherung

Personen, bei denen nach dem Eintritt in die private Krankenkasse (PKV) eine chronische Erkrankung festgestellt wird, müssen keine Beitragserhöhungen oder Leistungskürzungen aufgrund der Diagnose fürchten.

Erkrankungen müssen im Mitgliedsantrag für eine private Kasse stets angegeben werden. Verschweigt der Antragsteller beispielsweise eine diagnostizierte chronische Krankheit oder hat zu dieser falsche Angaben gemacht, droht ihm zusätzlich zu seinen Beiträgen ein Risikozuschlag. Auch die Kündigung des Versicherungsvertrags kann eine Folge sein. Wenn der Betroffene bei Mitgliedsbeantragung für eine PKV bereits an einer chronischen Erkrankung leidet, darf die Versicherung Risikozuschläge festlegen. Die Kasse darf den Antrag allerdings auch ablehnen, wenn sie das Risiko für sich als zu hoch einschätzt.

In wenigen Fällen ist die PKV zur Aufnahme eines Antragstellers auch bei erhöhtem Risiko verpflichtet – es herrscht der sogenannte Kontrahierungszwang. Ein solcher Zwang gilt beispielsweise für Beamtenanfänger (erste Verbeamtung).