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Pflegegrad 5

Schwerste Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder Fähigkeiten mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

Voraussetzungen

Der Pflegegrad 5 ersetzt die bisherige Pflegestufe 3 mit eingeschränkter Alltagskompetenz (eA) und den Härtefall. Wer vor Einführung der Pflegegrade Anfang 2017 bereits einer der beiden Fälle zugeordnet war, wird automatisch in den Pflegegrad 5 überführt und müssen keinen neuen Antrag stellen. Aufgrund des geltenden Bestandsschutzes erhalten sie Leistungen der Pflegekasse mindestens im gleichen Umfang wie vor der Pflegereform. Personen, die einen neuen Antrag auf Pflegebedürftigkeit stellen und deren Gesamtpunktzahl bei der Begutachtung zwischen 90 und 100 liegen, werden diese dem Pflegegrad 5 zugeordnet. Wird die Mindestpunktzahl von 90 nicht erreicht, aber ist eine besondere Bedarfskonstellation mit einem spezifischen, außergewöhnlich hohen Hilfebedarf mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung festzustellen, können Personen aus pflegefachlichen Gründen ebenfalls dem Pflegegrad 5 zugeordnet werden. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Arme und Beine nicht mehr gebrauchsfähig sind oder Menschen im Wachkoma liegen.

Der tägliche Grundpflegebedarf liegt zwischen 24 und 279 Minuten, dazu ist psychosoziale Unterstützung ist mindestens 12 mal täglich nötig. In der Nacht benötigen Personen des Pflegegrades 5 mindestens 3 mal Hilfe geschultes Pflegepersonal muss rund um die Uhr präsent sein.

 

Höhe der Pflegeleistungen

 

Außerdem können Personen mit dem Pflegegrad 5 Unterstützung bei einer Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen. Für bis zu 28 Tage im Jahr beträgt die Leistung maximal 1.612 Euro. Außerdem kann Verhinderungspflege beantragt werden. Wird die Person des Pflegerades 5 eigentlich von Angehörigen unterstützt und gepflegt und ist diese verhindert, zahlt die Pflegekasse einen Zuschuss zur Pflege von maximal 1.612 Euro für ebenfalls maximal 28 Tage. Wird der Anspruch auf Kurzzeitpflege im laufenden Kalenderjahr nicht geltend gemacht, erhöht sich der Anspruch auf 2.418 Euro für bis zu sechs Wochen im Jahr.

Neben den pauschalen Zuschuss für medizinische Hilfs- und Pflegehilfsmittel von 40 Euro im Monat können außerdem Zuschüsse für den Anschluss und der Benutzung eines Hausnotrufsystem beantragt werden. Dieser beläuft sich auf 18,36 Euro monatlich und einer einmaligen Zahlung von 10,49 Euro. Außerdem besteht ein Anspruch auf medizinische Hilfs- und Pflegehilfsmittel, wenn diese im jeweiligen Hilfsmittelkatalog verzeichnet sind.

Für eine altersgerechte Wohnraumanpassung steht zusätzlich ein Zuschuss von bis zu 4.000 Euro zur Verfügung. Außerdem können kostenlose Beratung und Beratungsbesuche in Anspruch genommen werden, beispielsweise bei der altersgerechten Anpassung der Wohnräume, es werden kostenlose Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen angeboten und Wohngruppen und WG’s werden besonders gefördert.