Gesundheitsfonds

Gesundheitsfonds

Mit dem Gesundheitsfonds wird die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) finanziert. Durch das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz (GKV-WSG) werden die von den Krankenkassen erhobenen Beiträge seit dem 1.1.2009 an eine zentrale Stelle, den Gesundheitsfonds, gezahlt und anschließend umverteilt. Verwaltet wird der Gesundheitsfonds durch das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) in Bonn.  

Gesundheitsfonds als Geldsammelstelle

Der allgemeine Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung ist gesetzlich auf 14,6 Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen der Mitglieder festgelegt. Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich diesen Beitragssatz paritätisch und tragen jeweils 7,3 Prozent. Hinzu kommt der kassenindividuelle Zusatzbeitrag, den Arbeitgeber und Arbeitnehmer ebenfalls jeweils zur Hälfte tragen.

Die Beiträge werden von den Krankenkassen eingezogen und fließen anschließend in den Gesundheitsfonds. Neben den Beitragseinnahmen erhält der Gesundheitsfonds einen regulären Bundeszuschuss. Dieser beträgt 2026 14,5 Milliarden Euro.

Zur Stabilisierung der GKV-Finanzen erhält der Gesundheitsfonds 2026 weitere Bundesmittel. Dazu gehören ein zinsloses Darlehen des Bundes in Höhe von 2,3 Milliarden Euro sowie ein ergänzender Bundeszuschuss von 2,5 Milliarden Euro zur Refinanzierung der Sofort-Transformationskosten der Krankenhäuser. Zusätzlich ist für 2026 eine Zuführung von 826 Millionen Euro aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds vorgesehen.

Umverteilung und Risikostrukturausgleich

Die Krankenkassen erhalten zur Finanzierung ihrer Ausgaben Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds. Dazu gehören eine einheitliche Grundpauschale pro Versichertem sowie risikoadjustierte Zu- und Abschläge. Bei der Berechnung werden unter anderem Alter, Geschlecht, Morbidität und regionale Faktoren berücksichtigt. Dieses Verfahren wird als Risikostrukturausgleich (RSA) bezeichnet.

Seit 2009 berücksichtigt der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) zusätzlich die unterschiedliche Krankheitslast der Versicherten. Krankenkassen mit überdurchschnittlich vielen älteren oder kränkeren Versicherten erhalten dadurch höhere Zuweisungen als Kassen mit überwiegend jungen und gesunden Versicherten. Auf diese Weise soll der unterschiedliche Versorgungsbedarf ausgeglichen und verhindert werden, dass Krankenkassen einen Anreiz haben, gezielt vor allem gesunde Versicherte zu gewinnen.

Für besonders kostenintensive Versicherungsfälle gibt es außerdem seit 2021 einen Risikopool. Über diesen werden 80 Prozent der berücksichtigungsfähigen Ausgaben oberhalb eines gesetzlich festgelegten Schwellenwerts ausgeglichen.

Das finanzielle Volumen des Gesundheitsfonds ist in den vergangenen Jahren stark angewachsen. Für 2026 erwartet der GKV-Schätzerkreis Einnahmen des Gesundheitsfonds in Höhe von rund 312,3 Milliarden Euro. Die voraussichtlichen Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen werden nach der gemeinsamen Schätzung des Bundesministeriums für Gesundheit und des Bundesamts für Soziale Sicherung auf rund 369 Milliarden Euro geschätzt. Der GKV-Spitzenverband geht von 369,5 Milliarden Euro aus.

Die Rolle des Zusatzbeitrages

Reichen die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds und die sonstigen Einnahmen einer Krankenkasse nicht aus, um ihren Finanzbedarf zu decken, erhebt sie einen kassenindividuellen Zusatzbeitrag. Die Höhe des Zusatzbeitrags kann jede Krankenkasse entsprechend ihrer finanziellen Situation selbst festlegen.

Seit dem 1. Januar 2019 wird der Zusatzbeitrag von Arbeitgebern und Arbeitnehmern wieder paritätisch finanziert. Beide Seiten tragen jeweils die Hälfte.

Für das Jahr 2026 wurde ein durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz von 2,9 Prozent festgelegt. Dabei handelt es sich um einen gesetzlich festgelegten Durchschnitts- beziehungsweise Referenzwert. Der tatsächlich erhobene Zusatzbeitrag kann je nach Krankenkasse davon abweichen.

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