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Geringfügigkeitsgrenze

Anhand der Geringfügigkeitsgrenze wird bestimmt, ob es sich bei einer Beschäftigung um eine geringfügig entlohnte Beschäftigung, also um einen sogenannten Minijob handelt, oder nicht. Dies wirkt sich wiederum auf die zu entrichtenden Sozialversicherungsbeiträge aus.

Höhe der Geringfügigkeitsgrenze

Die Geringfügigkeitsgrenze gibt an, bis zu welcher Höhe das Arbeitsentgelt in der Sozialversicherung beitragsfrei ist. Seit 2013 liegt die Geringfügigkeitsgrenze bei 450 Euro im Monat bzw. 5.400 Euro im Jahr. Liegt der Verdienst eines Arbeitnehmers unterhalb dieser Grenze, geht er einem Minijob nach. Die Arbeitszeit ist dabei grundsätzlich unerheblich.

Sozialversicherungsbeiträge

Überschreitet das monatliche Arbeitsentgelt die 450 Euro-Grenze regelmäßig nicht, bleibt die geringfügige Beschäftigung versicherungsfrei. Minijobber müssen daher keine Beiträge zur Kranken-, Arbeitslosen und Pflegeversicherung zahlen.

Seit 2013 unterliegen geringfügig entlohnte Beschäftigungen allerdings der Pflicht zur Rentenversicherung. Eine Befreiung von der Rentenversicherungspflicht ist auf Antrag möglich. Dieser ist beim Arbeitgeber einzureichen.

Arbeitgeberbeitrag zur SV im Minijob 

Arbeitgeber haben für Minijobber Pauschalbeiträge zur Sozialversicherung zu entrichten:   
            

 

Geringfügige 
Beschäftigung 


 
Geringfügige 
Beschäftigung 

im
Privathaushalt
Pauschalbetrag zur Krankenversicherung 13 Prozent5 Prozent
Pauschalbetrag zur Rentenversicherung  15 Prozent5 Prozent


Arbeitnehmeranteil zum Rentenbeitrag im Minijob

Minijobber, die der Rentenversicherungspflicht unterliegen, tragen die Differenz zwischen dem Pauschalbetrag, den der Arbeitgeber übernimmt (15 Prozent) und dem Beitragssatz in der gesetzlichen Rentenversicherung. Dieser liegt seit 2019 bei 18,6 Prozent liegt.
Sie müssen daher 3,6 Prozent bzw. 13,6 Prozent (bei einem Minijob im Privathaushalt) ihres Bruttoarbeitsentgelts entrichten.

Lassen sich Minijobber von der Rentenversicherungspflicht befreien, zahlt nur der Arbeitgeber Pauschalbeiträge.

Berechnung des regelmäßigen Entgelts

Zur Ermittlung des Entgelts werden sämtliche Ansprüche des Arbeitnehmers berücksichtigt, die sich aus Arbeits- oder Tarifvertrag und betrieblicher Übung („Gewohnheitsrecht“) ergeben. Insbesondere einmalige Sonderzahlungen des Arbeitgebers, wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, sind dabei mit einzuberechnen.

Schwankt das Entgelt eines Minijobbers, z.B. aufgrund von Saisonarbeit oder Einmalzahlungen, wird das jährliche Arbeitsentgelt ermittelt und durch zwölf geteilt.

Werden mehrere Minijobs bei verschiedenen Arbeitgebern ausgeübt, sind die Einkünfte zusammenzurechnen. Wird dabei die 450 Euro-Grenze überschritten, sind alle geringfügigen Beschäftigungen sozialversicherungspflichtig.

Überschreiten der Geringfügigkeitsgrenze

Bei Überschreiten der Geringfügigkeitsgrenze liegt kein Minijob mehr vor, sondern ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis.

Eine Versicherungspflicht tritt ausnahmsweise nicht ein, wenn

  • der Jahresverdienst dennoch nur 5.400 Euro beträgt (in diesen Fällen kann der Verdienst in einzelnen Monaten auch über 450 Euro liegen)
  • der Jahresverdienst 5.400 Euro zwar übersteigt, der Verdienst von über 450 Euro in einzelnen Monaten aber gelegentlich und nicht vorhersehbar, d.h. höchstens für drei Monate innerhalb eines Jahres, erfolgte.

Arbeitnehmer, die über 450 Euro aber nicht mehr als 850 Euro verdienen, liegen in der sogenannten Gleitzone.

Ausnahmen

Die Geringfügigkeitsgrenze gilt nicht für Auszubildende, selbst wenn sie weniger als 450 Euro pro Monat verdienen. Für sie ist hingegen die Geringverdienergrenze von Bedeutung.

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