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Aussteuerung bei Krankengeld

Die Aussteuerung von Krankengeld in der gesetzlichen Krankenversicherung bezeichnet das Auslaufen der Krankengeldzahlung. Einer der wichtigsten Gründe für die Aussteuerung ist die langjährige und das nicht absehbare Fortbestehen der Arbeitsunfähigkeit. Die Zahlungsdauer ist auf maximal 78 Wochen (exklusive sechs Wochen Lohnfortzahlung bei Arbeitnehmern) für ein und dieselbe Krankheit innerhalb von drei Jahren festgeschrieben.


Danach wird ausgesteuert und die Zahlung von Krankengeld eingestellt. Dies geschieht unabhängig davon, ob der Betreffende weiterhin arbeitsunfähig ist oder ob Rentenansprüche bestehen.


Liegt nach der Höchstbezugsdauer eine Arbeitsunfähigkeit vor, wird die Pflichtmitgliedschaft in der Krankenkasse beendet und es kommt zur Aussteuerung aus der gesetzlichen Krankenversicherung. Der Betroffene wird zwei Monate vor Beginn der Aussteuerung darüber informiert. Erklärt er nicht innerhalb von zwei Wochen seinen Austritt aus der gesetzlichen Krankenversicherung, wird er als freiwillig Versicherter weiterhin in der Kasse versichert. Die Familienversicherung hat vor der freiwilligen Versicherung Vorrang. Besteht also ein Anspruch auf Familienversicherung, greift diese.


Es gibt allerdings auch Fälle, in denen der Krankengeldbezug nur ruht. Dies gilt beispielsweise, wenn die Elternzeit bis zum vollendeten 3. Lebensjahr des Kindes in Anspruch genommen wird. Bezieht ein Kassenmitglied Übergangsgeld, Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung, Versorgungskrankengeld oder Kurzarbeitergeld, werden die Krankengeldzahlungen ebenfalls vorübergehend eingestellt. Gleiches gilt auch, solange die Arbeitsunfähigkeit der Krankenversicherung nicht mitgeteilt wird (Achtung: Meldefrist bis zu einer Woche nach Arbeitsunfähigkeitsbeginn).