Freiwillige Krankenversicherung

Freiwillige Krankenversicherung

Bestimmte Versichertengruppen haben die Wahlmöglichkeit zwischen einer privaten Krankenversicherung (PKV) und einer freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Die Höhe des monatlichen Beitrags für die Mitglieder einer freiwilligen Krankenversicherung ist von den monatlichen Einnahmen abhängig. Für GKV-Pflichtversicherte hingegen kommt eine freiwillige Krankenversicherung nicht in Frage. Als grundsätzliche Voraussetzung gilt: Alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer deren Bruttoeinkommen die Jahresarbeitsentgeldgrenze (JAEG) regelhaft überschreitet, können sich freiwillig versichern.

Freiwillige Krankenversicherung - für wen?

Alle Pflichtversicherten, deren Versicherungspflicht in der Gesetzlichen Krankenversicherung endet, können sich freiwillig gesetzlich krankenversichern. Das sind beispielsweise

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die erstmals eine Beschäftigung innerhalb Deutschlands aufnehmen und deren Gehalt von Anfang an die Jahresarbeitsentgeltgrenze übersteigt, können sich ebenfalls freiwillig versichern. Dies gilt sowohl für Menschen im Berufseinstieg als auch für Arbeitskräfte aus dem Ausland.

Fristen für eine freiwillige Krankenversicherung

Bezüglich der Fristen und Bedingungen muss rechtlich streng zwischen zwei Wegen unterschieden werden:

1. Die obligatorische Anschlussversicherung (Automatismus) Versicherte, die bereits gesetzlich versichert sind und aus der Pflicht- oder Familienversicherung ausscheiden (z. B. am Ende des Kalenderjahres wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze), werden vom Gesetzgeber automatisch geschützt. Die bestehende Mitgliedschaft setzt sich nahtlos als freiwillige Versicherung fort (obligatorische Anschlussversicherung). Für diesen Automatismus müssen keine Vorversicherungszeiten erfüllt werden (diese Hürde wurde bereits Ende 2013 abgeschafft). Wer diese automatische Fortsetzung nicht wünscht, muss binnen zwei Wochen nach einem entsprechenden Hinweis durch die Krankenkasse seinen Austritt erklären. Vorausgesetzt, es kann lückenlos eine anderweitige Absicherung im Krankheitsfall (z. B. PKV) nachgewiesen werden.

2. Der freiwillige Beitritt (Aktiver Antrag) Für Personen, die nicht unmittelbar aus einer bestehenden GKV-Pflichtversicherung ausscheiden (z. B. Schwerbehinderte, Rückkehrer aus dem Ausland oder ehemals privat versicherte Kinder), gilt kein Automatismus. Sie müssen einen aktiven Antrag auf freiwilligen Beitritt stellen. Hierfür gilt eine strenge Antragsfrist von drei Monaten. Zudem müssen für diesen echten Beitritt zwingend Vorversicherungszeiten nachgewiesen werden (in der Regel 24 Monate GKV-Mitgliedschaft innerhalb der letzten fünf Jahre oder 12 Monate ununterbrochen unmittelbar vor dem Beitritt).

Höhe der Beiträge für eine freiwillige Krankenversicherung

Bei der Beitragsbemessung von freiwillig versicherten Arbeitnehmern wird – anders als bei Pflichtversicherten - die gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Mitglieds berücksichtigt. Es sind somit nahezu alle Einkünfte des Versicherten beitragspflichtig, u.a.:

  • Arbeitsentgelt
  • Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
  • Einkünfte aus Kapitalvermögen (z.B. Zinserträge, Dividenden)
  • Beamtenbezüge
  • Empfangene Unterhaltszahlungen

Der Gesetzgeber geht bei der Bemessung von einem monatlichen Mindesteinkommen in Höhe von 1.318,33 Euro (2026) aus (Mindestbemessungsgrenze), selbst wenn das tatsächliche Einkommen des Versicherten unterhalb dieses Betrags liegt. Aus der unteren Bemessungsgrenze ergibt sich der jeweilige Mindestbeitrag.

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Beitragszuschuss für freiwillig Versicherte

Freiwillig versicherte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tragen die Krankenversicherungsbeiträge in voller Höhe allein. Allerdings erhalten sie von ihrem Arbeitgeber bzw. der Rentenversicherung einen Zuschuss zur Krankenversicherung in Höhe von 50 Prozent.
Das gilt bei Arbeitnehmern sowohl für den allgemeinen Beitrag als auch den Zusatzbeitrag. Freiwillig Versicherte Rentner hingenen zahlen den vollen Zusatzbeitrag ohne Zuschuss.

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