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Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)

Die Gebührenordnung für Ärzte, kurz: GOÄ, regelt die Abrechnung privatärztlicher Leistungen, die nicht von der Gesetzlichen Krankenversicherung abgedeckt werden.

Wann gilt die GOÄ?

Ärzte legen die GOÄ immer dann für ihre Abrechnung zugrunde, wenn sie Leistungen privat abrechnen.

Das betrifft:

Werden Leistungen hingegen nach dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen erbracht (SGB V), werden diese nach dem einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) abgerechnet.

Berechnung der Gebühr für ärztliche Leistungen

In der Anlage zur GOÄ ist das Gebührenverzeichnis für ärztliche Leistungen enthalten, in welchem für ärztliche Leistungen eine Gebühr angegeben ist.
Der Gebührensatz (Einfachsatz) für eine Leistung ergibt sich aus der Punktzahl, die den ärztlichen Leistungen jeweils zugeordnet ist, multipliziert mit dem Punktwert (5,82873 Cent).

Beispiel: Der Blutentnahme aus einer Vene (Nr. 250) wird die Punktzahl 40 zugeteilt. 40 x 0,0582873 Cent = 2,33 €

Ärzte müssen erbrachte Leistungen nicht nach dem einfachen Satz der GOÄ abrechnen. Vielmehr können sie einen Steigerungsfaktor bis zum Regelhöchstsatz, d.h. dem 2,3-fachen Satz, wählen. In bestimmtem Fällen ist eine Abrechnung bis zum 3,5-fachen Satz (Höchstsatz) möglich, der einer Begründung bedarf.


Geschichte der GOÄ und GOZ

Parallel zur GOÄ existiert eine Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ).
Sowohl die GOÄ als auch die GOZ sind aus der „Preußischen Gebührenordnung für approbierte Ärzte und Zahnärzte“ (Preugo) aus dem Jahr 1896 hervorgegangen. Die Preugo enthielt neben Allgemeinen Bestimmungen auch ein Gebührenverzeichnis, welches für ca. zweihundert ärztliche Positionen Mindest- und Höchstsätze für Arzthonorare enthielt. Allerdings galt die Preugo nur, wenn Arzt und Patient keine andere Vereinbarung trafen. Nach ihrer Neufassung im Jahr 1924 galt die Preugo in den meisten Ländern des Deutschen Reiches. Im Jahr 1965 wurde die Preugo schließlich durch die GOÄ und eine bundeseinheitliche Gebührenordnung für Zahnärzte abgelöst.
Eine neue GOÄ trat danach im Jahr 1983 in Kraft. Seitdem wurde die GOÄ einige Male geändert.

Bei der GOÄ handelt es sich um eine Rechtsverordnung, die von der Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrates erlassen wird.

 

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