Hauptregion der Seite anspringen
Werbung

Jahresarbeitsentgeltgrenze

Jahresarbeitsentgeltgrenze

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG), auch Versicherungspflichtgrenze genannt, legt fest, ab welcher Höhe des regelmäßigen jährlichen Brutto-Arbeitsentgelts ein Beschäftigter nicht mehr versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung ist. Sobald das Einkommen diese Grenze für die Dauer von mindestens einem Jahr überschreitet, kann der Arbeitnehmer wählen, ob er sich freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichern möchte oder ob er eine private Krankenversicherung (PKV) abschließt („Versicherungsfreiheit“).

Versicherungspflicht und Versicherungsfreiheit

Seit 1. Januar 2009 gilt in Deutschland eine allgemeine Krankenversicherungspflicht, das heißt jeder, der seinen Wohnsitz in Deutschland hat, muss gesetzlich krankenversichert sein.

Einige Personengruppen sind pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), andere sind versicherungsfrei und können wählen zwischen einer freiwilligen Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung und einer privaten Krankenversicherung.

Arbeitnehmer sind grundsätzlich versicherungspflichtig (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 SGB V). Überschreitet ihr regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt die Jahresarbeitsentgeltgrenze, endet ihre Krankenversicherungspflicht und sie sind sie versicherungsfrei (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB V).

Zwischen 2007 und 2010 galt zusätzlich eine 3-Jahres-Hürde. Nach dieser Regelung endete die Krankenversicherungspflicht erst nach dreimaligem Überschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze. Wer zum Beispiel ab dem Jahr 2010 in die PKV wechseln wollte, musste in den Vorjahren 2007, 2008 und 2009 die JAEG überschritten haben. Zum 1. Januar 2011 wurde diese 3-Jahres-Hürde per Gesetzesänderung abgeschafft.

Allgemeine und besondere Versicherungspflichtgrenze

Unterschieden wird zwischen einer allgemeinen und besonderen Jahresarbeitsentgeltgrenze. Die besondere JAEG gilt für Arbeitnehmer, die am 31. Dezember 2002 krankenversicherungsfrei und privat krankenversichert waren.

Bis zum 31. Dezember 2002 waren die Beitragsbemessungsgrenze und die Versicherungspflichtgrenze gleich hoch. Zum 1. Januar 2003 wurde die Jahresarbeitsentgeltgrenze erheblich angehoben und damit von der Beitragsbemessungsgrenze losgelöst. Arbeitnehmer, die privat krankenversichert waren und deren Einkommen über der alten JAEG, aber unter der neuen JAEG lag, wären dadurch wieder versicherungspflichtig geworden. Zum Schutz dieser Arbeitnehmer wurde daher die besondere Versicherungspflichtgrenze eingeführt.

Höhe der Jahresarbeitsentgeltgrenze

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze wird jedes Jahr neu festgelegt. 2021 beträgt die allgemeine JAEG 64.350 Euro und die besondere JAEG 58.050 Euro. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Beitragsbemessungsgrenze.

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Jahresarbeitsentgeltgrenze in den letzten Jahren:

JahrJAEG (monatlich)JAEG (jährlich)Besondere JAEG (momatlich)Besondere JAEG (jährlich)
20215.362,50 €64.350,00 €4.837,50 €58.050,00 €
20205.212,50 €62.550,00 €4.687,50 €56.250,00 €
20195.062,50 €60.750,00 €4.537,50 €54.450,00 €
20184.950,00 €59.400,00 €4.425,00 €53.100,00 €
20174.800,00 €57.600,00 €4.350,00 €52.200,00 €
20164.687,50 €56.250,00 €4.237,50 €50.850,00 €
20154.575,00 €54.900,00 €4.125,00 €49.500,00 €
20144.462,50 €53.550,00 €4.050,00 €48.600,00 €
20134.350,00 €52.200,00 €3.937,50 €47.250,00 €
20124.237,50 €50.850,00 €3.825,00 €45.900,00 €
20114.125,00 €49.500,00 €3.712,50 €44.550,00 €
20104.162,50 €49.950,00 €3.750,00 €45.000,00 €

 

Regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt

Versicherungsfrei sind nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB V "Arbeiter und Angestellte, deren regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt die Jahresarbeitsentgeltgrenze [...] übersteigt."

Ausschlaggebend ist insoweit das Arbeitsentgelt, das heißt alle laufenden oder einmaligen Einnahmen aus einer Beschäftigung (§ 14 Abs. 1 S. 1 SGB IV). Zum Arbeitsentgelt zählen also neben dem Zwölffachen des zuletzt vertraglich vereinbarten monatlichen Bruttogehalts auch Einmalzahlungen und andere Zuschläge, wie z.B.

  • Weihnachtsgeld,
  • Urlaubsgeld,
  • Überstundenvergütungen (sofern regelmäßig ein Pauschalbetrag gezahlt wird),
  • Sachbezüge und
  • andre vermögenswirksame Leistungen.

Übt ein Arbeitnehmer mehrere Beschäftigungsverhältnisse aus, sind die Arbeitsentgelte aller Beschäftigungen zusammenzurechnen. Nicht berücksichtigt wird eine neben der Hauptbeschäftigung bestehende selbstständige Tätigkeit oder eine geringfügige Beschäftigung.

Wer am Ende eines Kalenderjahres die Jahresarbeitsentgeltgrenze des abgelaufenen Jahres überschreitet wird versicherungsfrei, vorausgesetzt, sein voraussichtliches Bruttogehalt liegt auch im neuen Jahr über der für dieses Jahr geltenden Jahresarbeitsentgeltgrenze.

Bewerten Sie uns 4,8 / 5
https://www.krankenkasseninfo.de

8044 Besucher haben in den letzten 12 Monaten eine Bewertung abgegeben.