Heilpraktiker

Heilpraktiker

Als Heilpraktiker werden in Deutschland Menschen bezeichnet, die berufs- oder gewerbsmäßig Heilberufe ausüben, ohne als Arzt oder Psychotherapeut zugelassen zu sein. Um Heilkunde ausüben zu dürfen, bedarf es einer staatlichen Erlaubnis. 

Die Rechtsgrundlagen zur Ausübung des Berufes und zur Erlangung der Berufserlaubnis regelt in der Bundesrepublik das Heilpraktikergesetz.

Ausbildung zum Heilpraktiker

Die Ausbildung zum Heilpraktiker unterliegt keiner einheitlichen staatlichen Ausbildungsordnung. Für die Zulassung und Erteilung der staatlichen Erlaubnis ist jedoch das Bestehen einer strengen mündlichen und schriftlichen Kenntnisüberprüfung beim zuständigen Gesundheitsamt zwingend erforderlich.

Was dürfen Heilpraktiker?

Die Befugnisse eines Heilpraktikers sind gegenüber denen eines Arztes eingeschränkt. So ist es ihm beispielsweise gesetzlich nicht gestattet, verschreibungspflichtige Medikamente zu verordnen, Geburtshilfe zu leisten oder im Infektionsschutzgesetz genannte Infektionskrankheiten zu behandeln.

Zudem wurde durch Urteile bis hin zum Bundesverfassungsgericht (2026) höchstrichterlich bestätigt, dass Heilpraktikern die Durchführung von klassischen Eigenbluttherapien verboten ist, da die dafür nötige Blutentnahme unter den gesetzlichen Arztvorbehalt (Transfusions- und Arzneimittelgesetz) fällt.

Typische Behandlungsfelder und Methoden

Heilpraktiker wenden häufig Naturheilverfahren oder Alternativmedizin an. Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten nur für wenige dieser Behandlungsarten die Kosten. Beispiele für private Heilpraktikerleistungen sind bestimmte naturheilkundliche Behandlungen, ausführliche Anamnesen, ganzheitliche Beratungen sowie auch heilkundliche Psychotherapie.  

  • Akupunktur und Ohrakupunktur
  • homöopathische Behandlung
  • phytotherapeutische Behandlungen
  • Schröpftherapie
  • Neuraltherapie
  • Eigenblutbehandlungen
  • Injektionen und Infusionen
  • Atemtherapie und bestimmte Massagen
  • osteopathische bzw. manuelle Behandlungen
  • Hydro- und Elektrotherapie
  • bestimmte naturheilkundliche Diagnoseverfahren

Übernimmt die Krankenkasse Kosten für Heilpraktiker?

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) übernimmt Behandlungen durch Heilpraktiker grundsätzlich nicht als reguläre Leistung. Heilpraktiker gehören nicht zur vertragsärztlichen Versorgung der GKV. In der Regel muss der Patient die Behandlung durch einen Heilpraktiker daher als Selbstzahler tragen. Das Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker (GebüH) dient dabei als Orientierung für die Abrechnung, ist aber keine gesetzlich verbindliche Gebührenordnung.

Allerdings können gesetzliche Krankenkassen nach § 11 Abs. 6 SGB V in begrenztem Umfang zusätzliche Leistungen in ihrer Satzung vorsehen. Hierbei kam es 2026 zu einer massiven gesetzlichen Änderung: Durch das neue GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz wurden homöopathische und anthroposophische Arzneien aus dem Leistungskatalog gestrichen. Ab dem 1. Januar 2027 ist es den gesetzlichen Krankenkassen zudem gesetzlich verboten, die Kosten für Homöopathie im Rahmen von freiwilligen Satzungsleistungen zu übernehmen.

Einige Krankenkassen bezuschussen deshalb heute fast ausschließlich noch andere naturheilkundliche oder alternative Behandlungsmethoden, wie beispielsweise die ärztlich verordnete Osteopathie. Die Voraussetzungen und die Höhe der Erstattung unterscheiden sich von Krankenkasse zu Krankenkasse. (Private Krankenversicherungen oder private Krankenzusatzversicherungen sind von diesen Einschränkungen nicht betroffen und erstatten Heilpraktikerleistungen je nach gewähltem Tarif).

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