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GKV-Spitzenverband

Seit dem 1. Juli 2008 vertritt der „Spitzenverband Bund der Krankenkassen“, auch "GKV-Spitzenverband“, als einheitlicher Verband die Interessen der gesetzlichen Krankenkassen auf Bundesebene sowie auf internationaler Ebene (§ 217a SGB V). Mit seiner Gründung im Rahmen des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes (GKV-WSG) übernahm er die Aufgaben der vorherigen sieben Spitzenverbände der Krankenkassen. Er ist zugleich Spitzenverband der Pflegekassen.

Der GKV-Spitzenverband hat seinen Sitz in Berlin und steht unter Aufsicht des Bundesministeriums für Gesundheit. Vorstandsvorsitzende ist Doris Pfeiffer
(Stand: September 2018).

Aufgaben des GKV Spitzenverbandes

Welchen Aufgaben der GKV-Spitzenverband nachzukommen hat, ist in § 217f SGB V gesetzlich normiert. Grundsätzlich ist er für alle Angelegenheiten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zuständig, in denen einheitlich gehandelt werden muss.

Die Aufgaben können in drei Bereiche unterteilt werden:

Einerseits gestaltet der GKV-Spitzenverband die grundlegenden Bedingungen für die gesundheitliche und pflegerische Versorgung der gesetzlich Versicherten. Hierzu zählt z.B., dass der Verband Festbeträge für medizinische Hilfs- und Arzneimittel festlegt und Verträge- sowie Vergütungsvereinbarung für die ambulante und stationäre Behandlung verhandelt.

Andererseits agiert der Verband als Interessenvertretung der gesetzlich Versicherten sowohl gegenüber den Leistungserbringern als auch in der Politik, indem er die Krankenkassen im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) vertritt und bei Gesetzgebungsverfahren auf Bundesebene beratend mitwirkt.

Daneben ist der GKV-Spitzenverband auch für Finanzierungs- und Datenangelegenheiten zuständig. Beispielsweise regelt der Verband die einheitliche Beitragserhebung, befasst sich mit der Beitragsbemessung freiwillig Mitglieder und ist Teil des Schätzerkreises, der die Finanzentwicklung der GKV prognostiziert.


Außerdem muss der Verband u.a. Maßnahmen für den Schutz der Daten der Versicherten treffen, den Datenaustausch innerhalb der GKV regeln und die erforderlichen Daten der amtlichen Statistik und des Risikostrukturausgleichs verwalten.

Sämtliche, von dem GKV-Spitzenverband geschlossene Verträge sowie getroffene Entscheidungen gelten bundesweit für alle Mitgliedskassen, Landesverbände der Krankenkassen und Versicherte.


Organisation des GKV-Spitzenverbandes

Der GKV-Spitzenverband ist rechtlich als Körperschaft öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung ausgestaltet. Nach §§ 217b, 217c SGB V hat der Verband drei Organe: eine Mitgliederversammlung, den Verwaltungsrat und einen Vorstand.

Alle gesetzlichen Krankenkassen entsenden jeweils einen Vertreter der Versicherten- und der Arbeitgeberseite in die Mitgliederversammlung. Diese wählt den aus 52 Mitgliedern bestehenden Verwaltungsrat. Zu den Aufgaben des Verwaltungsrates gehört es, eine Satzung und sonstiges Recht des GKV-Spitzenverbandes zu beschließen sowie grundlegende Entscheidungen zu treffen. Daneben wählt der Verwaltungsrat aus seiner Mitte für sechs Jahre den Vorstand, der an der Spitze des Verbandes steht.

Der Vorstand besteht derzeit aus drei Personen: Doris Pfeiffer (Vorstandsvorsitzende), Johann-Magnus von Stackelberg (stellvertretender Vorstandsvorsitzender) und Gernot Kiefer (Stand September 2018). Sie vertreten den Verband sowohl gerichtlich als auch außergerichtlich.

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