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Krankenschein

Krankenschein

Der Krankenschein, der auch auch als Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung) oder gelber Schein bezeichnet wird, belegt dem Arbeitgeber und der Krankenkasse die Erkrankung des Arbeitnehmers. Es ist wichtig den Arbeitgeber rechtzeitig über den Ausfall und dessen voraussichtliche Dauer zu informieren. Mit der Meldung der Arbeitsunfähigkeit werden die Anzeige- und Nachweispflicht erfüllt.

Im Falle einer Erkrankung sollten Arbeitnehmer nicht zur Arbeit gehen, da sie Kollegen anstecken oder die entsprechende Arbeitsleistung nicht erbringen können. Bei einer Krankheit mit Arbeitsunfähigkeit ist es also geboten, einen Arzt aufzusuchen und sich per Krankenschein freistellen zu lassen.

Was steht auf dem Krankenschein?

Krankenschein
Krankenschein

Man erhält den Krankenschein immer vom behandelnden Arzt. Es handelt sich hierbei um ein selbstdurchschreibendes Formular. Die Krankmeldung sollte neben dem Namen des Versicherten Patienten und der diagnostizierten Erkrankung  auch einen Hinweis enthalten, dass der Erkrankte an der Erbringung der Arbeitsleistung gehindert ist.

Die Bescheinigung über die Arbeitsunfähigkeit umfasst vier Seiten:

Die erste Seite erhält die Krankenkasse, die zweite ist der Durchschlag für den Arbeitgeber,
die dritte ist der Durchschlag für den Versicherten. Die letzte Ausfertigung behält der Arzt, der die Bescheinigung ausstellt, für die Krankenakte.

Während die Seite für den Arbeitgeber keine Angaben zur Diagnose (ICD 10 - Diagnoseschlüssel) enthält, ist diese auf dem Schein für die Krankenkasse vermerkt.

Wer muss einen Krankenschein einreichen?

Arbeitnehmer müssen sich bei Arbeitsunfähigkeit stets einen Krankenschein ausstellen lassen. Als Arbeitnehmer gelten alle Personen, die in einem Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis stehen. Auch in Teilzeit Beschäftigte, Minijobber sowie Leistungsbezieher nach dem Altersteilzeitgesetz gehören hierzu. Empfänger von Arbeitslosengeld I und II benötigen ebenfalls den Nachweis, den sie bei der Bundesagentur für Arbeit bzw dem Jobcenter einreichen müssen.


Krankenschein: Welcher Durchschlag wohin?

Krankmeldung Arbeitgeber

Arbeitgeber müssen bei einer Krankheit die länger als drei Tage andauert, die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung spätestens am auf den dritten Tag der Arbeitsunfähigkeit folgenden Arbeitstag erhalten. Allerdings dürfen Vorgesetzte bereits vorher den Krankenschein anfordern. Deshalb sollte man sich frühzeitig darüber erkundigen, welche Frist im jeweiligen Unternehmen oder Betrieb gilt.

Krankmeldung Krankenkasse

Die Krankmeldung bei der Krankenkasse muss in Form einer Ausfertigung der Krankschreibung innerhalb der ersten Woche nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit erfolgen. Diese Vorlagefrist ist im Fünften Sozialgesetzbuch geregelt (§49 Abs. 1 Nr. 5 SGB V).

Für einen Anspruch auf Krankengeld nach Ende der Entgeltfortzahlung muss die Krankenkasse einen Krankenschein erhalten. Sollte dies nicht der Fall sein, verliert der Versicherte seinen Anspruch auf Krankengeld. Das Krankengeld wird bei Krankheit und damit verbundener Arbeitsunfähigkeit gezahlt, wenn diese länger als sechs Wochen anhält. Es muss nicht gesondert beantragt werden. Beim Erhalt der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung prüft die Krankenkasse das Anrecht des Versicherten auf die Auszahlung des Krankengeldes automatisch. Dies betrifft auch den Eingang des Attests bei der Kasse.

Krankenschein per Post einsenden

Grundsätzlich macht es keine Unterschiede, ob die Krankmeldung per Post oder persönlich bei der betreffenden Krankenkasse abgegeben wird - wobei das Zusenden mit der Post die einfacherer Variante ist. Die Krankenkassen haben hierfür je unterschiedliche Vorgehensweisen und Anlaufstellen. Die Kassen bieten zudem vermehrt die Möglichkeit an ihnen die Krankschreibung online zukommen zu lassen. Es ist außerdem möglich die Bescheinigung persönlich, in einem Service-Center (Geschäftststelle), abzugeben.

Es ist empfehlenswert die Krankschreibung über den Postweg als Einschreiben zu versenden, damit man gegenüber potenziellen Problemen, wie dem Verlust auf dem Postweg, abgesichert ist.

Folgebescheinigung

Dauert die Krankheit länger an, als es vom Arzt in der Krankschreibung vermerkt wurde, muss der Arbeitnehmer erneut den Arzt aufsuchen und sich eine Folgebescheinigung mit dem voraussichtlichen Ende der Arbeitsunfähigkeit ausstellen lassen. Diese muss dem Arbeitgeber ebenfalls vorgelegt werden.

Krankenschein: Was ist erlaubt?

Auch Personen, die krankgeschrieben sind, dürfen Freizeitaktivitäten nachgehen, sofern diese ihre Genesung von der Erkrankung nicht negativ beeinflussen. Eine verfrühte Wiederaufnahme der Arbeit, auch wenn der Betroffene noch krankgeschrieben ist, ist grundsätzlich nicht verboten, da eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht mit einem Arbeitsverbot gleichzusetzen ist.
Ist ein Angestellter krank und kann daher seiner Arbeit nicht nachgehen, darf er trotzdem seinen geplanten Urlaub machen. Auch dieser darf allerdings keinen negativen Einfluss auf den Genesungsprozess haben.

 

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