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Pflegegrad 2

Erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten

Voraussetzungen

Mit der Einführung der Pflegegrade 2017 wurden Menschen, die vorher als pflegebedürftig im Rahmen der Pflegestufe 0 oder I galten in den Pflegegrad 2 überführt. Aufgrund des geltenden Bestandsschutzes erhalten sie Leistungen der Pflegekasse mindestens im gleichen Umfang wie vor der Pflegereform. Außerdem müssen Menschen, die bis Ende 2016 schon eine Pflegestufe hatten, keinen neuen Antrag stellen und damit auch nicht neu begutachtet werden. Versicherte, die körperlich pflegebedürftig mit der Pflegestufe I waren, werden automatisch in die Pflegestufe 2 überführt. Versicherte, die aufgrund von Demenz pflegebedürftig sind, auch ohne Pflegestufe aber eine eingeschränkte Alltagskompetenz attestiert wurde, werden ebenfalls in die Pflegegrad 2 überführt. Wenn die Gesamtpunktzahl bei Neubegutachtungen zwischen 27 und 47,5 Gesamtpunkten liegt, erfolgt ebenfalls eine Einstufung in den Pflegegrad 2.

Laut Definition des Pflegestärkungsgesetz sind unter dem 2. Pflegegrad Personen zu fassen, bei denen eine erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten vorliegt. Damit sind auch Menschen gemeint, die im Alltag vielleicht weniger eingeschränkt sind, beispielsweise wenn in Folge eines Schlaganfalles der Bewegungsapparat gestört ist.

Hilfebedarf im Alltag besteht nicht nur einmal täglich bei wenigstens zwei Verrichtungen aus den Bereichen Körperpflege, Ernährung oder Mobilität, sondern auch in Situationen, die täglich mindestens drei bis maximal 15  Mal zu bewältigen sind. Damit liegt der Grundpflegebedarf laut Sozialgesetzbuch zwischen 30 und 127 Minuten, in denen auch der personelle Einsatz durch An- und Abfahrt berücksichtigt wird. Bei Menschen, denen zusätzlich eine eingeschränkte Alltagskompetenz attestiert wurde, wird der Hilfebedarf im Alltag anders gehandhabt, da häufig nur ein Impuls, bzw. Kontrolle der Alltagsverrichtung notwendig ist. Dieser liegt bei 8 bis 10 Minuten täglich, wobei er über den ganzen Tag verteilt ist. Bei zusätzlichen körperlichen Beeinträchtigungen, besteht ein höherer Bedarf von 51 bis 58 Minuten täglich.

Höhe der Pflegeleistungen

 

 

 

Die Pflegesachleistungen werden von ambulanten Pflegediensten direkt mit der Pflegekasse abgerechnet. Werden Personen der Pflegestufe 2 mit einer Kombination aus Unterstützung der Angehörigen und einem professionellen Pflegedienst gepflegt, können Pflegegeld und Pflegesachleistungen kombiniert werden.

Außerdem können Personen mit dem Pflegegrad 2 Unterstützung bei einer Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen. Für bis zu 28 Tage im Jahr beträgt die Leistung maximal 1.612 Euro. Außerdem kann Verhinderungspflege beantragt werden. Wird die Person des Pflegerades 2 eigentlich von Angehörigen unterstützt und gepflegt und ist diese verhindert, zahlt die Pflegekasse einen Zuschuss zur Pflege von maximal 1.612 Euro für ebenfalls maximal 28 Tage. Wird der Anspruch auf Kurzzeitpflege im laufenden Kalenderjahr nicht geltend gemacht, erhöht sich der Anspruch auf 2.418 Euro für bis zu sechs Wochen im Jahr.

Neben der Pauschalförderung zum Hilfsmittelverbrauch von 40 Euro können bis 4.000 Euro für die Wohnraumanpassung beantragt werden und es besteht ein Anspruch auf Zuzahlung zu einem Hausnotrufsystem. Es können kostenlose Beratungsbesuche in Anspruch genommen werden. Außerdem existieren kostenlose Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen, Wohngruppen und WG’s werden gesondert gefördert. Es besteht ein Anspruch auf medizinische Hilfs- und Pflegehilfsmittel, wenn diese im  Hilfsmittelkatalog verzeichnet sind.

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