pflichtversichert

Als pflichtversichert in der Gesetzlichen Krankenversicherung gelten alle Arbeitnehmer, deren Bruttoverdienst unter der Versicherungspflichtgrenze und über der Geringfügigkeitsgrenze (Minijobgrenze) liegt.
Was bedeutet pflichtversichert?
Pflichtversicherte haben keine Wahlfreiheit über den Abschluss eines Versicherungsschutzes an sich, weil dieser obligatorisch für sie ist. Für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) gilt aber, dass Pflichtversicherte ein Wahlrecht zwischen allen zugelassenen gesetzlichen Krankenkassen in ihrem Bundesland haben. Zu dieser Wahlfreiheit gehört auch die Möglichkeit, regulär einen Krankenkassenwechsel vorzunehmen. Zu dieser Wahlfreiheit gehört auch die Möglichkeit, einen Krankenkassenwechsel vorzunehmen.
Der Gesetzgeber sorgt mit Pflichtversicherungen für die soziale Absicherung und den Gesundheitsschutz von Bürgerinnen und Bürgern. Gleichzeitig wird durch die Pflicht sichergestellt, dass möglichst viele Menschen solidarisch in die Sozialversicherungssysteme einzahlen.
Wer pflichtversichert ist, definiert das Fünfte Sozialgesetzbuch (SGB V).
Pflichtversicherte Arbeitnehmer
Arbeitnehmer sind in der gesetzlichen Krankenversicherung grundsätzlich versicherungspflichtig, wenn ihr regelmäßiges monatliches Bruttoarbeitsentgelt mehr als 603 Euro (aktuelle Geringfügigkeitsgrenze, Stand 2026) und zugleich maximal 6.450 Euro (aktuelle Versicherungspflichtgrenze) beträgt. Es handelt sich hierbei zwingend um eine Und-Verknüpfung: Das Einkommen muss den unteren Schwellenwert überschreiten und darf den oberen Schwellenwert nicht durchbrechen.
Sie gelten im Gegensatz zu freiwillig Versicherten als pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung und den weiteren Zweigen der Sozialversicherung (Rentenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung). Wer pflichtversichert in der GKV ist, hat keine Wahlfreiheit bezüglich des generellen Gesundheitssystems und kann sich folglich nicht in einer privaten Krankenversicherung (PKV) vollversichern.
Weitere pflichtversicherte Personengruppen
Weitere pflichtversicherte Personengruppen sind Rentner mit bestimmten Vorversicherungszeiten, Auszubildende in betrieblicher Ausbildung, nicht privat versicherte Studenten, Landwirte und mitarbeitende Familienangehörige, Bezieher von Arbeitslosengeld und Grundsicherungsgeld (ehemals Bürgergeld oder "Hartz IV") und behinderte Menschen, die in einer anerkannten Behindertenwerkstätte arbeiten. Eine weitere pflichtversicherte Personengruppe sind freiberufliche Künstler und Publizisten im Haupterwerb, für die eine Versicherungspflicht nach Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) festgestellt wurde.
Auch alle Personen ohne einen anderweitigen Anspruch auf Absicherung im Krankheitsfall gelten als pflichtversichert.
Allgemeine Versicherungspflicht
Zu unterscheiden von dem rein sozialversicherungsrechtlichen Begriff „pflichtversichert“ (der eine reine GKV-Pflicht auslöst) ist die allgemeine Versicherungspflicht, wie sie in der Bundesrepublik Deutschland seit 2007 gilt. Diese allgemeine Versicherungspflicht beinhaltet die gesetzliche Vorgabe, dass alle Personen mit Wohnsitz in Deutschland zwingend über einen Krankheitskostenschutz – sei es in der gesetzlichen oder in der privaten Krankenversicherung – verfügen müssen.