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Beitragsbemessungsgrenze

Beitragsbemessungsgrenze

Im deutschen Sozialversicherungssystem gelten zwei Beitragsbemessungsgrenzen (BBG) -  zum einen in der gesetzlichen Krankenversicherung bzw. Pflegeversicherung und zum anderen in der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung und Rentenversicherung. Bei Letzterer wird außerdem zwischen knappschaftlicher (vor allem für Beschäftigte im Bergbau) und allgemeiner Versicherung unterschieden.

Bei der Berechnung der Beiträge in der Sozialversicherung wird das zugrundeliegende Arbeitsentgelt (beziehungsweise die Rente) des Versicherten jeweils nur bis zur Höhe der im Kalenderjahr geltenden Beitragsbemessungsgrenze berücksichtigt. Derjenige Anteil am Einkommen, der diese Grenze übersteigt, wird nicht mehr für die Beitragsberechnung herangezogen. Auf diese Weise sind die Versichertenbeiträge auf einen bestimmten Maximalwert begrenzt (Maximalbeitrag). 

Die Beitragsbemessungsgrenze ist nicht zu verwechseln mit der Versicherungspflichtgrenze ( oder auch Jahresarbeitsentgeltgrenze JAEG ). Diese weitere SV-Rechengröße legt fest, ab welcher Einkommenshöhe für Arbeitnehmer ein Wechsel in die private Krankenversicherung möglich ist bzw. eine freiwillige Versicherung in der GKV zu erfolgen hat.     
 

Beitragsbemessungsgrenze Krankenversicherung / Pflegeversicherung

Die Beitragsbemessungsgrenze wird jährlich von der Bundesregierung angepasst. Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung seit dem Jahr 2009:

Kalenderjahr monatl. Arbeitsentgelt jährl. Arbeitsentgelt
20204.687,50 EUR56.250 EUR
20194.537,50 EUR54.450 EUR
20184.425,00 EUR53.100 EUR
20174.350,00 EUR52.200 EUR
20164.237,50 EUR50.850 EUR
20154.125,00 EUR49.500 EUR
20144.050,00 EUR48.600 EUR


Beitragsbemessungsgrenze Rentenversicherung / Arbeitslosenvers.

In der gesetzlichen Rentenversicherung und der Arbeitslosenversicherung gelten andere Beitragsbemessungsgrenzen.

Auch gibt es wegen des immer noch unterschiedlich hohen Nineaus beim Bruttoeinkommen eine Unterscheidung der Beitragsbemessungsgrenze nach Ost und West, bzw neuen und alten Bundesländern.

Die Entwicklung der Beitragsbemessungsgrenze für diese Versicherungszweige ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

Kalenderjahr  monatl. Arbeitsentgelt  jährl. Arbeitsentgelt  monatl. Arbeitsentgelt  jährl. Arbeitsentgelt
 OstOstWestWest
20205.800 EUR69.600 EUR6.500 EUR78.000 EUR
20195.700 EUR68.400 EUR6.350 EUR76.200 EUR
20185.800 EUR69.600 EUR6.500 EUR78.000 EUR
20175.700 EUR68.400 EUR6.350 EUR76.200 EUR
20165.400 EUR64.800 EUR6.200 EUR74.400 EUR
20155.200 EUR62.400 EUR6.050 EUR72.600 EUR
20145.000 EUR60.000 EUR5.950 EUR71.400 EUR

Rechenbeispiele

Der monatlich zu entrichtene Beitrag an die gesetzlche Krankenkasse errechnet sich für pflichtversicherte Arbeitnehmer nach folgender Formel:
( 1/2 allgemeiner Beitragssatz + 1/2 Zusatzbeitrag ) x Bruttoentgelt / 100

Für freiwillig Versicherte gilt die Formel

( allgemeiner Beitragssatz + Zusatzbeitrag ) x Bruttoentgelt / 100
 

Beispiel 1 - Entgelt über Beitragsbemessungsgrenze

Bruttogehalt von 6.500,00 EUR
Zusatzbeitrag: 0,9 % 
allgemeiner Beitragssatz: 14,6 %
Status: freiwillig versichert

15,5 % x 4.687,50 EUR / 100 = 726,56 EUR

Berücksichtigt wird nur ein Arbeitsentgelt bis 4.687,50 EUR. Der Differenzbetrag von
1812,50 EUR bleibt versicherungsfrei. Der Versicherte zahlt einen Maximalbetrag von 726,56 EUR und erhält einen Zuschuss in Höhe von 363,28 EUR vom Arbeitgeber
 

Beispiel 2 - Entgelt unterhalb Beitragsbemessungsgrenze

Bruttogehalt von 3.700,00 EUR
Zusatzbeitrag: 0,7 % 
allgemeiner Beitragssatz: 14,6 %
Status: pflichtversichert

7,65 % x 3.700,00 EUR / 100 = 358,59 EUR

Berücksichtigt wird das volle Bruttoentgelt. Der Versicherte zahlt einen Beitrag von 283,05 EUR. 
Dieser wird vom Arbeitgeber an die Krankenkasse überwiesen.

 

 

 


 

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