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Beitragsbemessungsgrenze

Beitragsbemessungsgrenze

Im deutschen Sozialversicherungssystem gelten zwei Beitragsbemessungsgrenzen (BBG) -  zum einen in der gesetzlichen Krankenversicherung bzw. Pflegeversicherung und zum anderen in der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung und Rentenversicherung. Bei Letzterer wird außerdem zwischen knappschaftlicher (vor allem für Beschäftigte im Bergbau) und allgemeiner Versicherung unterschieden.

Bei der Berechnung der Beiträge in der Sozialversicherung wird das zugrundeliegende Arbeitsentgelt (beziehungsweise die Rente) des Versicherten jeweils nur bis zur Höhe der im Kalenderjahr geltenden Beitragsbemessungsgrenze berücksichtigt. Derjenige Anteil am Einkommen, der diese Grenze übersteigt, wird nicht mehr für die Beitragsberechnung herangezogen. Auf diese Weise sind die Versichertenbeiträge auf einen bestimmten Maximalwert begrenzt (Maximalbeitrag). 

Die Beitragsbemessungsgrenze ist nicht zu verwechseln mit der Versicherungspflichtgrenze ( oder auch Jahresarbeitsentgeltgrenze JAEG ). Diese weitere SV-Rechengröße legt fest, ab welcher Einkommenshöhe für Arbeitnehmer ein Wechsel in die private Krankenversicherung möglich ist bzw. eine freiwillige Versicherung in der GKV zu erfolgen hat.     
 

Beitragsbemessungsgrenze Krankenversicherung / Pflegeversicherung

Die Beitragsbemessungsgrenze wird jährlich von der Bundesregierung angepasst. Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung seit dem Jahr 2014:

Kalenderjahr  monatl. Arbeitsentgelt  jährl. Arbeitsentgelt
2021 4.837,50 EUR 58.050 EUR
2020 4.687,50 EUR 56.250 EUR
2019 4.537,50 EUR 54.450 EUR
2018 4.425,00 EUR 53.100 EUR
2017 4.350,00 EUR 52.200 EUR
2016 4.237,50 EUR 50.850 EUR
2015 4.125,00 EUR 49.500 EUR
2014 4.050,00 EUR 48.600 EUR


Beitragsbemessungsgrenze Rentenversicherung / Arbeitslosenvers.

In der gesetzlichen Rentenversicherung und der Arbeitslosenversicherung gelten andere Beitragsbemessungsgrenzen.

Auch gibt es wegen des immer noch unterschiedlich hohen Nineaus beim Bruttoeinkommen eine Unterscheidung der Beitragsbemessungsgrenze nach Ost und West, bzw neuen und alten Bundesländern.

Die Entwicklung der Beitragsbemessungsgrenze für diese Versicherungszweige ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

Kalenderjahr   monatl. Arbeitsentgelt   jährl. Arbeitsentgelt   monatl. Arbeitsentgelt   jährl. Arbeitsentgelt
  Ost Ost West West
2021 6.700 EUR 80.400 EUR 7.100 EUR 85.200 EUR
2020 6.450 EUR 77.400 EUR 6.900 EUR 82.800 EUR
2019 6.150 EUR 73.800 EUR 6.700 EUR 76.200 EUR
2018 5.800 EUR 69.600 EUR 6.500 EUR 78.000 EUR
2017 5.700 EUR 68.400 EUR 6.350 EUR 76.200 EUR
2016 5.400 EUR 64.800 EUR 6.200 EUR 74.400 EUR
2015 5.200 EUR 62.400 EUR 6.050 EUR 72.600 EUR
2014 5.000 EUR 60.000 EUR 5.950 EUR 71.400 EUR

Rechenbeispiele

Der monatlich zu entrichtene Beitrag an die gesetzlche Krankenkasse errechnet sich für pflichtversicherte Arbeitnehmer nach folgender Formel:
( 1/2 allgemeiner Beitragssatz + 1/2 Zusatzbeitrag ) x Bruttoentgelt / 100

Für freiwillig Versicherte gilt die Formel

( allgemeiner Beitragssatz + Zusatzbeitrag ) x Bruttoentgelt / 100
 

Beispiel 1 - Entgelt über Beitragsbemessungsgrenze

Bruttogehalt von 6.500,00 EUR
Zusatzbeitrag: 0,9 % 
allgemeiner Beitragssatz: 14,6 %
Status: freiwillig versichert

15,5 % x 4.837,50 EUR / 100 = 749,81 EUR

Berücksichtigt wird nur ein Arbeitsentgelt bis 4.837,50 EUR. Der Differenzbetrag von
1662,50 EUR bleibt beitragsfrei. Der Versicherte zahlt einen Maximalbetrag von 749,81 EUR und erhält einen Zuschuss in Höhe von 374,91 EUR vom Arbeitgeber
 

Beispiel 2 - Entgelt unterhalb Beitragsbemessungsgrenze

Bruttogehalt von 3.700,00 EUR
Zusatzbeitrag: 0,9 % 
allgemeiner Beitragssatz: 14,6 %
Status: pflichtversichert

7,75 % x 3.700,00 EUR / 100 = 286,75 EUR

Berücksichtigt wird das volle Bruttoentgelt. Der Versicherte zahlt einen Beitrag von 286,75 EUR. 
Dieser wird vom Arbeitgeber an die Krankenkasse überwiesen.

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