Pflegegeld
Das Pflegegeld ist eine Leistung der gesetzlichen Pflegeversicherung. Es wird an pflegebedürftige Personen ausgezahlt, die ihren Leistungsanspruch nicht in Form von Pflegesachleistungen (also der Beauftragung eines professionellen Pflegedienstes) geltend machen, sondern statt dessen von Verwandten oder einer anderen ehrenamtlichen Pflegeperson gepflegt werden.
Pflegegeld als Element bei Kombileistung
Bei der sogenannten Kombinationsleistung (§ 38 SGB XI) werden Pflegegeld und ambulante Pflegesachleistungen (durch einen Pflegedienst) miteinander kombiniert. In diesem Fall verringert sich das monatliche Pflegegeld anteilig um den prozentualen Wert der in Anspruch genommenen Sachleistung. Über die Verwendung des ausbezahlten Pflegegeldes können Pflegebedürftige grundsätzlich frei verfügen; in der Praxis wird es meist als finanzielle Anerkennung an pflegende Angehörige oder ehrenamtliche Pflegepersonen weitergegeben.
Höhe des Pflegegeldes
Die Höhe des gezahlten Pflegegeldes richtet sich nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit des Leistungsempfängers. Anfang 2017 trat das neue Pflegestärkungsgesetz in Kraft. Bis dahin war die Pflegebedürftigkeit in drei Pflegestufen gegliedert. Wurde neben der Pflestufe auch eine „eingeschränkte Alltagskompetenz“ festgestellt, wurde früher das Pflegegeld entsprechend erhöht. Diese Regelung ist vollständig gestrichen und stattdessen das System der Pflegegrade eingeführt worden. Dadurch können nun auch Menschen Pflegegeld beantragen, die nach altem Recht noch nicht als pflegebedürftig galten.
Höhe des gezahlten Pflegegeldes (Stand: ab 1. Januar 2026)
Fortzahlung bei Verhinderungs- und Kurzzeitpflege
Nimmt ein Pflegebedürftiger Leistungen der Ersatz- oder Kurzzeitpflege in Anspruch, wird das bisherige Pflegegeld nicht komplett gestrichen, sondern anteilig fortgezahlt:
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Verhinderungspflege (§ 39 SGB XI): Während einer Ersatzpflege durch Dritte (z. B. bei Krankheit oder Urlaub der Hauptpflegeperson) wird das gewohnte Pflegegeld für bis zu acht Wochen je Kalenderjahr in Höhe von 50 Prozent weitergeschult.
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Kurzzeitpflege (§ 42 SGB XI): Auch während einer vollstationären Kurzzeitpflege wird das Pflegegeld für bis zu acht Wochen pro Kalenderjahr zur Hälfte (50 Prozent) weitergezahlt.
Gemeinsamer Jahresbetrag für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege
Für die Verhinderungspflege und die Kurzzeitpflege steht seit der jüngsten Pflegereform ein flexibler gemeinsamer Jahresbetrag von bis zu 3.539 Euro pro Kalenderjahr zur Verfügung (§ 42a SGB XI). Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2 können die Mittel aus diesem Gesamtbudget je nach individuellem Bedarf flexibel für Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege einsetzen, ohne dass dafür komplizierte Umwidmungsanträge nötig sind. Zudem entfiel die frühere sechsmonatige Vorpflegezeit vor der ersten Inanspruchnahme der Verhinderungspflege.
Steuerlicher Hinweis: Das an den Pflegebedürftigen ausgezahlte Pflegegeld ist gemäß § 3 Nr. 36 EStG grundsätzlich steuerfrei. Leitet der Pflegebedürftige das Geld als Aufwandsentschädigung an pflegende Angehörige oder Personen weiter, die damit eine sittliche/moralische Pflicht erfüllen, bleibt der Betrag auch für die Pflegeperson steuerfrei.