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Pflegegrad 3

Schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten

Voraussetzungen

Mit der Einführung der Pflegegrade 2017 wurden Demenzkranke, die vorher als pflegebedürftig im Rahmen der Pflegestufe I galten oder Pflegebedürftige der Stufe II in den Pflegegrad 3 überführt. Aufgrund des geltenden Bestandsschutzes erhalten sie Leistungen der Pflegekasse mindestens im gleichen Umfang wie vor der Pflegereform. Außerdem müssen Menschen, die bis Ende 2016 schon eine Pflegestufe hatten, keinen neuen Antrag stellen und damit auch nicht neu begutachtet werden. Wird ein neuer Antrag auf Einschätzung der Pflegebedürftigkeit gestellt und wird durch die Begutachtung eine Gesamtpunktzahl zwischen 47,5 und 70 Punkten ermittelt, erhält der Antragsteller den Pflegegrad 3.

Laut Definition des Pflegestärkungsgesetz sind Personen mit einer schweren Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten dem 3. Pflegegrad zu zuordnen.

Bei der Ermittlung des täglichen Hilfebedarfs wird zwischen Menschen mit und ohne eingeschränkter Alltagskompetenz (eA) unterschieden. Bei Personen des Pflegerades 3 ohne eA wird von einem täglichen Grundpflegebedarf von 131 bis 278 Minuten ausgegangen. Außerdem ist eine psychosoziale Unterstützung von 2 bis 6 mal täglich nötig, nächtliche Hilfen werden mit 0 bis 2 mal berücksichtigt. Die personelle Präsenz tagsüber liegt bei unter 6 Stunden. Bei Menschen mit einer eA ist der tägliche Grundpflegebedarf geringer und beträgt 8 bis 74 Minuten, da häufig nur ein Impuls, bzw. eine Kontrolle der Alltagsverrichtungen notwendig ist. Die psychosoziale Unterstützung wird deutlich höher angesetzt: mindestens 6 mal täglich bis ständig. In der Nacht wird ebenfalls zwischen 0 bis 2 mal Hilfe benötigt und Pflegepersonal oder Angehörige müssen tagsüber zwischen 6 und 12 Stunden anwesend sein.

Höhe der Pflegeleistungen

 

 

 

Außerdem können Personen mit dem Pflegegrad 3 Unterstützung bei einer Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen. Für bis zu 28 Tage im Jahr beträgt die Leistung maximal 1.612 Euro. Außerdem kann Verhinderungspflege beantragt werden. Wird die Person des Pflegerades 3 eigentlich von Angehörigen unterstützt und gepflegt und ist diese verhindert, zahlt die Pflegekasse einen Zuschuss zur Pflege von maximal 1.612 Euro für ebenfalls maximal 28 Tage. Wird der Anspruch auf Kurzzeitpflege im laufenden Kalenderjahr nicht geltend gemacht, erhöht sich der Anspruch auf 2.418 Euro für bis zu sechs Wochen im Jahr.

Neben den pauschalen Zuschuss für medizinische Hilfs- und Pflegehilfsmittel von 40 Euro im Monat können außerdem Zuschüsse für den Anschluss und der Benutzung eines Hausnotrufsystem beantragt werden. Dieser beläuft sich auf 18,36 Euro monatlich und einer einmaligen Zahlung von 10,49 Euro. Außerdem besteht ein Anspruch auf medizinische Hilfs- und Pflegehilfsmittel, wenn diese im jeweiligen Hilfsmittelkatalog verzeichnet sind.

Für eine altersgerechte Wohnraumanpassung steht zusätzlich ein Zuschuss von bis zu 4.000 Euro zur Verfügung. Außerdem können kostenlose Beratung und Beratungsbesuche in Anspruch genommen werden, beispielsweise bei der altersgerechten Anpassung der Wohnräume, es werden kostenlose Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen angeboten und Wohngruppen und WG’s werden besonders gefördert.