Kassenarten

Kassenarten

Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) gliedert sich gemäß § 4 Abs. 2 SGB V in sechs Kassenarten:

Die Einteilung nach Kassenarten ist historisch bedingt und geht auf die unterschiedlichen Ursprünge der Krankenkassen zurück. Ein Großteil der Krankenkassen entstand im Zuge der Entwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung im späten 19. Jahrhundert.

Mit der Öffnung von Krankenkassen und der Einführung des allgemeinen Kassenwahlrechts im Jahr 1996 verlor die historische Unterteilung für Versicherte weitgehend an Bedeutung. Viele Krankenkassen sind heute unabhängig von Beruf oder Arbeitgeber wählbar. Allerdings bestehen bei einigen Kassen weiterhin regionale oder betriebsbezogene Einschränkungen.

Zum 1. Januar 2026 gibt es in Deutschland insgesamt 93 gesetzliche Krankenkassen. Davon sind 68 Betriebskrankenkassen, 11 Allgemeine Ortskrankenkassen, sechs Innungskrankenkassen und sechs Ersatzkassen. Hinzu kommen die Landwirtschaftliche Krankenkasse der SVLFG und die Knappschaft der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See. 

Allgemeine Ortskrankenkassen

Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) haben ihre historischen Wurzeln in den Ortskrankenkassen, die ursprünglich vor allem der Absicherung von Arbeiterinnen und Arbeitern dienten. Durch zahlreiche Fusionen und Veränderungen der Organisationsstrukturen hat sich ihre Zahl deutlich reduziert.

Im Jahr 2026 gibt es 11 rechtlich selbstständige Allgemeine Ortskrankenkassen. Sie sind jeweils für bestimmte Bundesländer oder Regionen zuständig und gehören dem AOK-Bundesverband an.

Ersatzkassen (EK)

Die Ersatzkassen entwickelten sich historisch aus den sogenannten Hilfskassen. Heute sind sie eine der sechs Kassenarten der gesetzlichen Krankenversicherung.

Zu den sechs bundesweit geöffneten Ersatzkassen gehören:

  • Techniker Krankenkasse (TK)
  • BARMER
  • DAK-Gesundheit
  • Kaufmännische Krankenkasse (KKH)
  • Handelskrankenkasse (hkk)
  • Hanseatische Krankenkasse (HEK)

Innungskrankenkassen (IKK)

Die Innungskrankenkassen haben ihre historischen Wurzeln im Handwerk und in den Innungen. Heute gibt es fünf Innungskrankenkassen:

Die einzelnen Kassen unterscheiden sich hinsichtlich ihres regionalen Zuständigkeitsbereichs. Mehrere IKKn sind bundesweit geöffnet.

Betriebskrankenkassen (BKK)

Betriebskrankenkassen wurden ursprünglich von Unternehmen für ihre Beschäftigten eingerichtet. Auch heute gibt es neben bundesweit oder regional geöffneten BKK noch betriebsbezogene Betriebskrankenkassen, die nur für Beschäftigte bestimmter Unternehmen oder Unternehmensgruppen geöffnet sind.

Mit 68 Krankenkassen bilden die BKK im Jahr 2026 die zahlenmäßig größte Kassenart.

Ein Teil der BKK ist bundesweit geöffnet, andere sind nur in bestimmten Regionen wählbar. 21 BKK sind 2026 ausschließlich betriebsbezogen und damit grundsätzlich nur für Beschäftigte des jeweiligen Unternehmens beziehungsweise dessen Betriebskreises geöffnet.

Knappschaft (KBS)

Die Knappschaft ist der Krankenversicherungsträger der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See. Sie ist bundesweit für Versicherte geöffnet.

Landwirtschaftliche Krankenkasse (LKK)

Die Landwirtschaftliche Krankenkasse (LKK) ist der Krankenversicherungsträger für die landwirtschaftliche Krankenversicherung. Träger ist die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG).

Die Versicherung richtet sich insbesondere an landwirtschaftliche Unternehmerinnen und Unternehmer sowie bestimmte mitarbeitende Familienangehörige. Für die Versicherung gelten die besonderen Regelungen des Zweiten Gesetzes über die Krankenversicherung der Landwirte (KVLG 1989).

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