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Arbeitgeberanteil

Arbeitgeberanteil

Der Arbeitgeberanteil ist, in der Regel neben dem Arbeitnehmeranteil, ein Teil des Beitrages zur Sozialversicherung, der vom Arbeitgeber für einen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer zu entrichten ist. Er wird zu den Lohnnebenkosten gezählt, daher darf der Arbeitgeber seinen Anteil nicht vom Bruttogehalt des Arbeitnehmers abziehen.

Arbeitgeranteil zur freiwillig gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV)

Der Arbeitgeber übernimmt die Hälfte der Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung (Parität). Der Gesamtbeitrag der GKV setzt sich aus dem Basisbeitrag und dem Zusatzbeitrag zusammen.
Der Basisbeitrag beträgt bei allen Krankenkassen 14,6% des Bruttogehalts bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Der Zusatzbeitrag wird von den Krankenkassen individuell festgelegt und beträgt zur Zeit im Schnitt 1,1%
Den ermäßigten Beitragssatz von 14% tragen ebenfalls Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte (7%).
Werden die Beiträge aus Verschulden des Arbeitgebers verspätet entrichtet, so hat er sie in voller Höhe einschließlich des Arbeitnehmeranteils nachzuentrichten.

Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung

Der für die Rentenversicherung zu entrichtende individuelle Beitrag richtet sich nach dem Beitragssatz sowie der Höhe des versicherungspflichtigen Bruttoeinkommens bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Der Beitrag hierfür liegt bei 18,6 %, welcher von Arbeitgeber und Arbeitnehmer paritätisch jeweils zur Hälfte getragen wird (je 9,3%).

 

Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Pflegeversicherung

Wie in der gesetzlichen Krankenversicherung gilt auch hier Beitragsparität. Der Arbeitgeber muss sich auch an den Beiträgen zur gesetzlichen Pflegeversicherung beteiligen. In der Pflegeversicherung gilt das gleiche Prinzip wie in der gesetzlichen Krankenversicherung. Somit zahl jeder die Hälfte des allgemeinen Beitragssatzes, der zur Zeit bei 3,05% liegt.
Einen Zusatzbeitrag von 0,25% muss gezahlt werden, wenn man über 22 Jahre alt ist und noch keine Kinder hat. An diesem beteiligt sich der Arbeitgeber nicht.

 

Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Arbeitslosenversicherung

Bei der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung erfolgt ebenso eine paritätische Finanzierung von Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Stand 2020 beträgt der Beitragssatz 2,4%, also 1,2% Arbeitgeber- und 1,2% Arbeitnehmeranteil.

 

Arbeitgeberbeitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung

Die Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung in Höhe von 1,6 % trägt der Arbeitgeber alleine.

Entwicklung der Beitragssätze zur Sozialversicherung
JahrDRVKVALVPV
201518,7%14,6% + 0,9%3,0%2,35%
201618,7%14,6 %+ 1,1%3,0%2,30%
201718,7%14,6 %+ 1,1%3,0%2,55%
201818,6%14,6 %+ 1,0%3,0%2,55%
201918,6%14,6 %+ 0,9%2,5%3,05%
202018,6%14,6 %+ 1,1%2,4%3,05%

 

Sonderfälle Arbeitgeberanteil

Geringverdienergrenze bei Auszubildenden

Bei Auszubildenden, deren monatliches Entgelt 325€ nicht übersteigt, trägt der Arbeitgeber den Beitrag zu allen Zweigen der Sozialversicherung in der vollen Höhe alleine. Hierbei übernimmt der Arbeitgeber gegebenenfalls ebenso den Beitragszuschlag für kinderlose Versicherte der sozialen Pflegeversicherung von 0,25%. Den eventuell erhobenen kassenindividuellen Zusatzbeitrag muss der Auszubildende jedoch alleine übernhemen. Dies ist auch der Fall bei Geringverdienern.

Jugendfreiwilligendienst

Wenn der Versicherte im Rahmen eines Jugendfreiwilligendienstes ein Freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr leistet, übernimmt der Arbeitgeber die Beiträge der Sozialversicherung allein, ohne Rücksicht auf die Höhe des Entgeltes.

Erwerbstätigkeit in Einrichtungen der Jugendhilfen und behinderte Menschen in anerkannten Werkstätten

Die Sozialversicherungsbeiträge für Personen, die in einer Einrichtung der Jugendhilfe für eine Erwerbstätigkeit befähigt werden sollen, für behinderte Menschen in einer anerkannten Werkstatt für behinderte Menschen oder einer gleichartigen Einrichtung sowie für Teilnehmer an Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, trägt der Träger der Einrichtung bzw. der Reha-Träger allein.

Praktikanten und zur Berufsausbildung Beschäftigte ohne Arbeitsentgelt

In einer Berufsausbildung Beschäftigte ohne Arbeitsentgelt sowie kranken- und pflegeversicherungspflichtige Praktikanten müssen die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge alleine tragen. Der Arbeitgeber hat hingegen die Beiträge für die Renten- und Arbeitslosenversicherung in voller Höhe zu übernehmen.

Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ist der sich aus §13 Abs.1 Nr.2 und Abs.2 BAföG ergebende Betrag.
Für die Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge ist von einem Betrag i.H.v. 1% der monatlichen Bezugsgröße auszugehen (für 2020: 31,85€).

Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung (PKV)

Der Arbeitgeberzuschuss ist ein Pflichtzuschuss zu der privaten Krankenversicherung für die Arbeitnehmer.
Bei Abschluss einer privaten Krankenversicherung ist der Arbeitgeber verpflichtet die Hälfte der Beitragskosten für den Angestellten und die mitversicherten Familienangehörigen zu übernehmen. Voraussetzung hierfür ist, dass der Arbeitnehmer eine Vollversicherung abgeschlossen hat, also die Leistungen der privaten denen einer gesetzlichen Krankenversicherung mindestens entsprechen. Hierbei ist zudem möglich, dass mehr Leistungen zuschussfähig sind, als es in der GKV vorgesehen ist.
Für privat krankenversicherte Beschäftigte gilt allerdings eine Obergrenze. Der Arbeitgeber muss maximal den Höchstbetrag aus Basis- und Zusatzbeitrag, der auch für einen freiwillig gesetzlich krankenversicherten Mitarbeiter zu zahlen wäre, zur Hälfte tragen.

Der Arbeitgeberzuschuss ist abhängig von:

  • dem durchschnittlichen allgemeinen Beitragssatzes der gesetzlichen Krankenkassen vom 01.01. des Vorjahres
  • der Höhe der jährlichen Bemessungsgrenze der Krankenversicherungen
  • dem Beitrag, der vom Beschäftigten für die Krankenversicherung tatsächlich aufgewandt wird
  • dem tatsächlich Arbeitsentgelt.

Der Zuschuss durch den Arbeitgeber bleibt gleich, auch wenn der versicherte Arbeitnehmer einen Bonus oder eine Beitragsrückzahlung erhält.


Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklungen des Arbeitgeberzuschusses seit 2015:

JahrBeitragsbemessungsgrenze       %           Max. Arbeitgeberzuschuss
2021 (vlg.)4.837,50 EUR7,95%384,58 EUR
20204.687,50 EUR7,75%367,97 EUR
20194.537,50 EUR7,75%351,66 EUR
20184.425,00 EUR7,30%323,03 EUR
20174.350,00 EUR7,30%317,55 EUR
20164.237,50 EUR7,30%309,34 EUR
20154.125,00 EUR7,30%301,13 EUR


Darüber hinaus gelten folgende Bestimmungen für den Arbeitgeberzuschuss:

  • Der Arbeitgeberzuschuss geht nicht direkt an die PKV, sondern wird mit dem Gehalt an den Arbeitnehmer ausgezahlt.
  • Der Arbeitgeberzuschuss wird auch bei geringen Einkommen zwischen 450 und 800 EUR gezahlt.
  • Falls der Arbeitgeberzuschuss nicht in voller Höhe ausgeschöpft wird, kann es unter bestimmten Voraussetzungen auch einen weiteren Zuschuss (bis zur Erreichung des Maximums) für Familienangehörige geben.
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