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Erhöhter Beitragssatz

Bis zum 01.01.2009 konnten gesetzliche Krankenkassen neben dem allgemeinen und ermäßigten Beitragssatz auch einen erhöhten Beitragssatz von ihren Mitgliedern einfordern.

Dieser war nach § 242 SGB V a.F. (alter Fassung, bis 01.01.2009) von allen Mitgliedern zu entrichten, die im Krankheitsfall keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung oder auf Zahlung einer versicherungspflichtigen Sozialleistung für mindestens sechs Wochen hatten. Hierzu zählten zum Beispiel Heimarbeiter und Arbeitnehmer in kurzfristiger Beschäftigung, deren Arbeitsverhältnis von Beginn an auf weniger als 10 Wochen befristet war.

Grund für die Erhebung eines erhöhten Beitragssatzes war, dass bei den betroffenen Versicherten die Zahlung von Krankengeld noch vor der siebten Krankheitswoche einsetzte. Diesen Umstand glichen die gesetzlichen Krankenkassen aus, indem sie einen erhöhten Beitragssatz forderten.

Im Zuge der Gesundheitsreform im Jahr 2009 wurde der erhöhte Beitragssatz abgeschafft. Stattdessen sind die gesetzlichen Krankenkassen verpflichtet, Krankengeld-Wahltarife anzubieten. Da ein gesetzlicher Anspruch auf Krankengeld erst ab der siebten Krankheitswoche entsteht, aber Selbstständige und Versicherte, die in den ersten sechs Wochen keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung haben, meist finanzielle Unterstützung benötigen, können sie sich freiwillig für einen solchen Wahltarif entscheiden. In diesem Fall erhalten sie nach wenigen Wochen Krankengeld, müssen dafür jedoch einen höheren Beitrag zahlen.

 

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