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Beitragsgruppenschlüssel

Befreiung von der Versicherungspflicht
Schema für Beitragsgruppenschlüssel

Der Beitragsgruppenschlüssel ist wie der Personengruppenschlüssel ein numerisch codiertes  Element für die Abrechnung der Beiträge zur Sozialversicherung. Jeder der  Ziffern sind bestimmte Informationen über den betreffenden Arbeitnehmer zugeordnet. EDV-Systeme der Lohnbuchhaltung sowie die SV-Träger und Steuerbehörden können aus dem Schlüssel bestimmte Informationen über den Versicherungsstatus der Arbeitnehmer ableiten.        

 

Ziffernreihenfolge und Bedeutung

Als Arbeitgeber tragen Sie bei einer SV-Anmeldung den entsprechenden Schlüssel anhand der Angaben des Arbeitnehmers ein. Dabei gilt für die Säulen der Sozialversicherung ( außer Unfallversicherung ) eine ganz bestimmte Reihenfolge.

  1. Stelle 1 - Schlüsselziffer für die Krankenversicherung
  2. Stelle 2 - Schlüsselziffer für die Rentenversicherung
  3. Stelle 3 - Schlüsselziffer für die Arbeitslosenversicherung
  4. Stelle 4 - Schlüsselziffer für die Pflegeversicherung

 


Schlüsselziffern Krankenversicherung

Für die Krankenversicherung (1. Stelle) gilt folgender Beitragsgruppenschlüssel:

VersichertenstatusZiffer
kein Beitrag0
allgemeiner Beitrag1
ermäßigter Beitrag2
Beitrag zur landwirtschaftl. KV3
AG-Beitrag zur landw. KV4
Pauschalbeitrag für geringfügig Beschäftigte6
freiwillige Krankenversicherung (Firmenzahler)9

Schlüsselziffern Rentenversicherung

Für die Rentenversicherung (2. Stelle) gilt folgender Beitragsgruppenschlüssel:

VersichertenstatusZiffer
kein Beitrag0
voller Beitrag1
halber Beitrag3
Pauschalbeitrag für geringfügig Beschäftigte5

 


Schlüsselziffern Arbeitslosenversicherung

Für die Arbeitslosenversicherung (3. Stelle) gilt folgender Beitragsgruppenschlüssel:

VersichertenstatusZiffer
kein Beitrag0
voller Beitrag1
halber Beitrag2

Schlüsselziffern Pflegeversicherung

Für die Pflegeversicherung (4. Stelle) gilt folgender Beitragsgruppenschlüssel:

VersichertenstatusZiffer
kein Beitrag0
voller Beitrag1
halber Beitrag2

 

 


Erläuterungen zu den einzelnen Ziffern – Krankenversicherung

  • Ziffer 0: In dieser Beitragsgruppe befinden sich Arbeitnehmer, die privat oder freiwillig in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind und die Beitragsüberweisungen selbst erledigen. Übernimmt allerdings der Arbeitgeber die Überweisungen des freiwillig gesetzlich krankenversicherten Angestellten, ist statt einer 0 eine 9 anzugeben.
     
  • Ziffer 1: Für diese Mitglieder gilt der allgemeine Beitragssatz.
  • Ziffer 3: Für diese Mitglieder ist der ermäßigte Beitragssatz maßgebend. Angestellte in der Freistellungsphase bei Altersteilzeit sowie weiterbeschäftigte Rentner sind hier einzuordnen.
     
  • Ziffer 4: In dieser Gruppe befinden sich familienangehörige Angestellte oder der angestellte Ehegatte von Betrieben im landwirtschaftlichen Bereich. Wird neben der Tätigkeit in einem landwirtschaftlichen Betrieb eine weitere sozialversicherungspflichtige Arbeit ausgeübt, greifen die Beitragsgruppenschlüssel der allgemeinen Krankenversicherung.
     
  • Ziffer 5: Dieser Schlüssel gilt für Unternehmer in der Landwirtschaft, die neben der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung einer saisonalen Tätigkeit (nicht mehr als 26 Wochen jährlich) nachgehen.
     
  • Ziffer 6: In diese Kategorie fallen geringfügig entlohnte Beschäftigte (Minijob), die aufgrund dieser Tätigkeit als versicherungsfrei gelten, deren Arbeitgeber aber den Pauschalbeitrag einzahlen muss.
     
  • Ziffer 9: Überweist der Arbeitgeber die Beiträge eines freiwillig gesetzlich krankenvericherten Angestellten als Firmenzahler, ist der Beitragsschlüssel 9 anzugeben.

 

Beispiele für Beitragsgruppen

 

Beitragsgruppenschlüssel 0111

Dieser Schlüssel ist für freiwillig versicherte Arbeitnehmer anzuwenden, wenn das beschäftigende Unternehmen kein Firmenzahler ist, also den Arbeitgeberanteil immer an den Arbeitnehmer auszahlt. Dieser führt den gesamten Beitrag an die Kasse ab.  

 

Beitragsgruppenschlüssel 3111

Dieser Beitragsschlüssel ist anzuwenden bei Beschäftigung von Vollrentnern vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze. Es besteht Versicherungspflicht in der GKV zum ermäßigten Beitragssatz ( kein Krankengeldanspruch). Weiterhin besteht Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung und in der Pflegeversicherung. Durch das Flexirentengesetz von 2017 gilt auch die Rentenversicherungspflicht. 

 

Beitragsgruppenschlüssel 1101

Dieser Beitragsschlüssel ist von Arbeitgebern anzuwenden, wenn sie einen Beschäftigten geringfügig anstellen, der bereits einen versicherungspflichtigen Hauptjob und auch schon einen Minijob darüber hinaus ausübt. In diesem Fall bleibt der erste ausgeübte geringfügige Job versicherungsfrei, während jede weitere geringfügige Beschäftigung mit dem Haupterwerb zusammengerechnet wird.

 

Beitragsgruppenschlüssel 3101

Diese Kombination greift, wenn eine Rente wegen voller Erwerbsminderung vorliegt. In der Krankenversicherung wird ein ermäßigter Beitragssatz ( Ziffer 3 ) und in der Rentenversicherung der volle Beitrag ( Ziffer 1) fällig. Während in der Arbeitslosenversicherung in der Beitragsgruppe 3101 kein Beitrag zu zahlen ist, muss in der Pflegeversicherung der volle Beitrag (Ziffer 1) gezahlt werden.

 

Beitragsgruppenschlüssel 0110

Bei dieser Kombination handelt es sich entweder um einen privat versicherten Arbeitnehmer. In der gesetzlichen Krankenversicherung und Pflegeversicherung ist kein Beitrag fällig (Ziffer 0 ), während an den Rentenversicherungsträger und den Träger der Arbeitslosenversicherung jeweils ein voller Beitrag abgeführt werden muss ( Ziffer 1).  

 

Beitragsgruppenschlüssel 0100

Dieser Beitragsgruppenschlüssel gilt für Werkstudenten, die mehr als 450 Euro verdienen, also nicht geringfügig neben ihrem Studium in einem Unternehmen beschäftigt sind. In diesem Fall können Arbeitgeber die so genannte Werkstudentenregel anwenden. Diese sieht vor, dass lediglich Versicherungspflicht in der Rentenversicherung besteht. In der Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Arbeitslosenversicherung besteht Versicherungsfreiheit. Voraussetzung für die Anwendung der Regel ist, dass die Studierenden nicht mehr als 20 Stunden pro Woche im Unternehmen arbeiten.

 

 

 

 

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