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  • Ehegattenbeschäftigung
  • Ein- und Zweibettzimmer
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  • Eingliederungszuschuss
  • Einheitlicher Bewertungsmaßstab (EBM)
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  • Europäische Krankenversicherungskarte
  • Europäische Vereinigung der Fachärzte
  • Europäischer Sozialfonds
  • Europäisches Sozialbudget
  • Evidenzbasierte Medizin
  • Existenzgründer
  • Ehegattenbeschäftigung

    In der Praxis kommt es recht häufig vor, dass ein Arbeitgeber seinen Ehegatten im eigenen Unternehmen beschäftigt. Diese Ehegattenbeschäftigung kann eine Versicherungspflicht in der Sozialversicherung auslösen. Voraussetzung dafür ist, dass das Arbeitsverhältnis einem Drittvergleich standhält, also wie mit einem fremden Dritten gestaltet ist. Handelt es sich allerdings nur um eine gelegentliche familienhafte Mithilfe, begründet diese keine Sozialversicherungspflicht.

    Ein- und Zweibettzimmer

    Im Rahmen einer PKV-Vollversicherung oder einer Ergänzungsversicherung zusätzlich zur gesetzlichen Krankenversicherung kann man sich für den Fall einer stationären Behandlung für die gesonderte Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer versichern.

     

    Ein-Euro-Job

    Der offizielle Name für einen Ein-Euro-Job lautet Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung. Diese arbeitsmarktpolitische Maßnahme wurde in Deutschland im Zuge der Hartz-IV-Reform eingeführt. Dabei handelt es sich um eine Maßnahme für ALG II-Empfänger, denen keine Beschäftigung auf dem Arbeitsmarkt vermittelt werden konnte. Zusätzlich zum Arbeitslosengeld wird eine Mehraufwandsentschädigung ausgezahlt, die zwischen 1,00 € und 2,50 € pro Stunde liegt. Die Aufnahme eines Ein-Euro-Jobs soll Langzeitarbeitslosen helfen, sich wieder in das Arbeitsleben einzugliedern und die Arbeitsdisziplin fördern. Diese Tätigkeiten dürfen bestehende Arbeitsplätze nicht verdrängen.

    Folgende Kriterien kennzeichnen einen Ein-Euro-Job:

    • Bei der Tätigkeit handelt es sich um eine zusätzliche Arbeit, d.h. sie würde ohne die Förderung im Rahmen des Ein-Euro-Jobs nicht in diesem Umfang, erst zu einem späteren Zeitpunkt oder gar nicht durchgeführt werden. Durch diese Bedingung sollen bestehende Arbeitsplätze geschützt werden.
    • Die Tätigkeit liegt im öffentlichen Interesse, d.h. ihr Ergebnis dient der Allgemeinheit und darf nicht kommerziellen Zwecken dienen.
    • Die Tätigkeit muss wettbewerbsneutral sein, d.h. sie darf die Wirtschaft nicht beeinträchtigen und den Wettbewerb nicht verzerren.

    Dauer, Arbeitszeit und Höhe der Entschädigung

    Ein Ein-Euro-Job ist in der Regel auf einen Zeitraum von 3 bis 12 Monaten befristet. Eine Verlängerung oder Wiederholung der Maßnahme ist bei Bedarf möglich. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt bis zu 30 Stunden. Die ausgezahlte Mehraufwandsentschädigung beträgt in der Regel 1 Euro pro Stunde, dieser Betrag ist allerdings nicht gesetzlich vorgeschrieben und kann im Einzelfall auch höher liegen. Da es sich dabei nicht um Lohn, sondern lediglich um eine Aufwandsentschädigung handelt, erfolgt im Krankheitsfall keine Auszahlung. Die Mehraufwandsentschädigung wird zusätzlich zu den Leistungen zum Lebensunterhalt monatlich ausgezahlt und nicht auf diese angerechnet.

    Rechtmäßigung der Zuweisung eines Ein-Euro-Jobs

    Voraussetzungen für die rechtmäßige Zuweisung eines Ein-Euro-Jobs sind insbesondere:

    • Nachrangigkeit. Die Zuweisung eines Ein-Euro-Jobs ist nachrangig gegenüber der Vermittlung in den Arbeitsmarkt.
    • Verhältnismäßigkeit. Umfang und Dauer des Ein-Euro-Jobs müssen verhältnismäßig sein, um den Arbeitslosen wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern.
    • Zumutbarkeit. Der Arbeitslose muss körperlich und geistig zur Ausführung der Tätigkeit in der Lage sein.
    • Bestimmtheit. Art, Umfang und Dauer der Tätigkeit sowie die Höhe der Aufwandsentschädigung und die Verteilung der der Wochenarbeitszeit müssen genau bestimmt sein.
    • Arbeitsschutz. Die geltenden Arbeitsschutzbestimmungen müssen eingehalten werden.

    Eingliederungszuschuss

    Einen Eingliederungszuschuss erhalten Arbeitgeber, um die Eingliederung von förderungsbedürftigen Arbeitnehmern in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Er wird als Zuschuss zum Arbeitsentgelt gezahlt und dient als Ausgleich von zu erwartenden Minderleistungen des Beschäftigten. Die Gründe für eine solche Minderleistung können u.a. sein:

    • lange Arbeitslosigkeit
    • Behinderung
    • hohes Alter
    • geringe Qualifikation

    Arbeitslosigkeit allein ist in der Regel allerdings nicht ausreichend, um einen Eingliederungszuschuss zu erhalten. Vielmehr müssen konkrete Vermittlungshemmnisse bestehen, die für den Arbeitnehmer einen Wettbewerbsnachteil auf dem Arbeitsmarkt darstellen.

    Höhe und Dauer des Zuschusses richten sich nach dem Umfang der Einschränkung des betreffenden Arbeitnehmers. Maximal erfolgt eine Förderung in Höhe von 50% des Arbeitsentgelts einschließlich des Arbeitgeberanteils der Sozialversicherungsabgaben, die Förderhöchstdauer beträgt 12 Monate. Für alte oder behinderte Menschen kann ein höherer Leistungsumfang gewährt werden.

    Einheitlicher Bewertungsmaßstab (EBM)

    Unter dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) versteht man ein Vergütungssystem der ärztlichen Versorgung in Deutschland. Es handelt sich dabei um ein Verzeichnis medizinischer Leistungen und den Beträgen, mit denen diese bei der zuständigen Krankenkasse abgerechnet werden.

    Jede abrechenbare Leistung ist dabei mit einer Ziffer, der sogenannten EBM-Nummer, und einer Punktzahl versehen. Das ärztliche Honorar ergibt sich im Wesentlichen aus der Multiplikation der jeweiligen Punktzahl mit einem regionalen Punktwert und der Umrechnung der Punkte in tatsächliche Beträge. Der Geldwert eines Punktes ist dabei nicht immer gleich groß und schwankt jährlich und regional. Der EBM ist somit kein Preiskatalog für ärztliche Leistungen, er regelt lediglich die Verteilung eines Gesamthonorarvolumens auf die verschiedenen Ärzte.

    Einkünfte aus Gewerbebetrieb

    Einkünfte aus Gewerbebetrieb gehören zu den Gewinneinkunftsarten im Sinne des Einkommensteuerrechts. Dazu gehören insbesondere

    • Einkünfte aus gewerblichen Unternehmen
    • Gewinnanteile eines Mitunternehmers einer OHG oder KG
    • Gewinne aus der Veräußerung eines Gewerbebetriebes

    Da es sich bei den Einkünften aus Gewerbebetrieb um eine Gewinneinkunftsart handelt, wird bei der Ermittlung des Gesamteinkommens deren Gewinn (Ertrag abzgl. Aufwand) berücksichtigt.

    Einkünfte aus Kapitalvermögen

    Einkünfte aus Kapitalvermögen gehören zu den Überschusseinkunftsarten im Sinne des Einkommensteuerrechts. Zu den Einkünften aus Kapitalvermögen zählen insbesondere

    • Dividenden (Gewinnanteile)
    • Einnahmen als stiller Gesellschafter
    • Zinsen

    Anfallende Werbungskosten, die mit der Einnahmeerzielung im Zusammenhang stehen, können von den Einkünften und damit auch vom Gesamteinkommen im sozialversicherungsrechtlichen Sinn abgezogen werden.

    Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft

    Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft gehören zu den Gewinneinkunftsarten im Sinne des Einkommensteuerrechts. Dazu gehören Einkünfte aus dem Betrieb von

    • Landwirtschaft,
    • Forstwirtschaft,
    • Weinbau,
    • Gartenbau sowie
    • allen Betrieben, die Pflanzen oder Pflanzenteile mit Hilfe der Kräfte der Natur gewinnen.

    Unter bestimmten Voraussetzungen gehören zu dieser Einkunftsart auch Einkünfte aus der Tierzucht und Tierhaltung sowie Einkünfte aus einem land- und forstwirtschaftlichen Nebenbetrieb.

    Da es sich bei den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft um eine Gewinneinkunftsart handelt, wird bei der Ermittlung des Gesamteinkommens deren Gewinn (Ertrag abzgl. Aufwand) berücksichtigt.

    Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit

    Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit gehören zu den Überschusseinkunftsarten im Sinne des Einkommensteuerrechts. Dazu zählen alle Einkünfte, die einem Arbeitnehmer aufgrund eines Arbeitsverhältnisses zufließen. Dies betrifft insbesondere das Arbeitsentgelt, aber auch geldwerte Vorteile, wie z.B. ein privat nutzbarer Dienstwagen, Wohnung, Kost, verbilligte Waren oder Dienstleistungen. Einmalzahlungen wie Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld zählen ebenfalls zu den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit und damit auch zum Gesamteinkommen im sozialversicherungsrechtlichen Sinn. Das Gesamteinkommen wird der Berechnung der individuellen Sozialverischerungsbeiträge zu Grunde gelegt. Von den Einkünften dieser Einkunftsart sind angefallene Werbungskosten abzuziehen.

     

    Einkünfte aus selbständiger Arbeit

    Einkünfte aus selbständiger Arbeit gehören zu den Gewinneinkunftsarten im Sinne des Einkommensteuerrechts. Dazu gehören Einkünfte

    • aus freiberuflicher Tätigkeit,
    • aus Beteiligungen an einer Wagniskapitalgesellschaft,
    • aus Veräußerungen von Vermögenswerten, die der selbstständigen Arbeit dienen,
    • aus dem Betrieb einer staatlichen Lotterie (außer Einkünfte aus Gewerbebetrieb) sowie
    • aus sonstiger selbständiger Arbeit (Testamentsvollstrecker, Vermögensverwalter etc.).

    Da es sich bei den Einkünften aus selbständiger Arbeit um eine Gewinneinkunftsart handelt, wird bei der Ermittlung des Gesamteinkommens deren Gewinn (Ertrag abzgl. Aufwand) berücksichtigt.

    Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung

    Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung gehören zu den Überschusseinkunftsarten im Sinne des Einkommensteuerrechts. Dazu zählen Einkünfte aus der Vermietung von

    • Gebäuden,
    • Grundstücken,
    • Sachinbegriffen,
    • beweglichem Betriebsvermögen sowie von
    • Rechten.

    Im Zusammenhang mit der Vermietung entstandene Aufwendungen (Werbungskosten) sind von den Einnahmen abzuziehen. Zu den Werbungskosten gehören insbesondere mit dem Vermietungsobjekt in Zusammenhang stehende Betriebskosten, Kreditzinsen, Versicherungen und Erhaltungsaufwand.

    Einkunftsarten

    Die steuerpflichtigen Einkunftsarten laut § 2 Einkommensteuergesetz (EStG) lauten wie folgt:

    Einmalzahlung

    Als Einmalzahlung (auch Sonderzahlung) wird einmalig ausgezahltes Arbeitsentgelt bezeichnet. Dazu zählen u.a.

    • Weihnachtsgeld
    • Urlaubsgeld
    • Gewinnbeteiligungen
    • Urlaubsabgeltungen

    Sozialversicherungsbeiträge auf Einmalzahlungen

    Einmalzahlungen werden dem Monat zugeordnet, in dem sie ausgezahlt werden. Kommt es durch die Auszahlung nicht zu einer Überschreitung der geltenden Beitragsbemessungsgrenze, ist die Einmalzahlung in voller Höhe beitragspflichtig. Andernfalls ist nur der Teil der Einmalzahlung beitragspflichtig, der zum Erreichen der geltenden Beitragsbemessungsgrenze führt.

    Die sogenannte Märzklausel gilt für Einmalzahlungen in den Monaten Januar bis März: Wird die anteilige Jahresbeitragsbemessungsgrenze durch das laufende Entgelt und die Einmalzahlungen dieser Monate überschritten, müssen die Sonderzahlungen in dieser Zeit dem Dezember des Vorjahres zugeordnet werden.

    Einstrahlung

    Einstrahlung ist ein Begriff aus dem Sozialversicherungsrecht. Die rechtliche Grundlage findet sich in § 5 SGB IV. Einstrahlung ist die vorübergehende Entsendung eines Arbeitnehmers aus einem ausländischen Beschäftigungsverhältnis in die Bundesrepublik Deutschland mit der Folge, dass die deutsche Versicherungspflicht bzw. Versicherungsberechtigung nicht gilt. Eine Beschäftigung im Inland ist somit im Falle einer Einstrahlung in Deutschland nicht versicherungspflichtig. Voraussetzung hierfür ist neben dem Fortbestehen des ausländischen Beschäftigungsverhältnisses eine im Voraus bestimmte zeitliche Befristung der Beschäftigungsdauer in Deutschland. Die Einstrahlung bezeichnet das Gegenteil der Ausstrahlung.

     

    Einweiser

    Als Einweiser wird ein niedergelassener Arzt bezeichnet, der einen Patienten zur weiteren stationären Behandlung in ein Krankenhaus einweist. Dabei wird das Einweisermarketing angewandt, welches die Schnittstelle zwischen den niedergelassenen Ärzten und dem Krankenhaus darstellt.

     

    Einweisermarketing

    Das Einweisermarketing (auch Einweiserbeziehungsmanagement) stellt die Schnittstelle zwischen den niedergelassenen Ärzten (Einweiser) und dem Krankenhaus dar. Es wird als eine kunden- und marktorientierte Form der Krankenhausführung verstanden. Ein Einweisermarketing wird von Krankenhäusern durchgeführt, um das Leistungsspektrum und dessen Kommunikation an den Anforderungen der niedergelassenen Ärzte auszurichten und damit das Verhältnis zwischen den Einweisern und dem Krankenhaus zu verbessern. Durch eine gute Unterstützung der einweisenden Ärzte sowie eine optimale Patientenbehandlung sollen die Einweiser bestmöglich zufriedengestellt und damit an die Klinik gebunden werden.

     

    Einzugsstelle

    Der Gesamtsozialversicherungsbeitrag, bestehend aus Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherungsbeitrag, wird von den Arbeitgebern an die zuständige Einzugsstelle abgeführt. Als Einzugsstellen für die gesamten Sozialversicherungsbeiträge fungieren in Deutschland

    • die Krankenkasse, bei der der betreffende Arbeitnehmer versichert ist,
    • die Knappschaft-Bahn-See (für geringfügig Beschäftigte) sowie
    • die Künstlersozialkasse.

    Darüber hinaus werden die Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung vom jeweiligen Unfallversicherungsträger eingezogen.

    Die Einzugsstelle hat die Aufgabe, die Beiträge an die einzelnen Sozialversicherungsträger weiterzuleiten. Außerdem überwacht sie die Einreichung der Beitragsnachweise und die ordnungsgemäße Beitragsabführung.

    Elektronische Gesundheitskarte

    Ab 2006 wurde die bis dahin gültige Krankenversicherungskarte schrittweise durch die elektronische Gesundheitskarte (eGK) ersetzt. Durch die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte sollten der Verwaltungsaufwand reduziert, die Qualität der medizinischen Versorgung verbessert und Doppeluntersuchungen vermieden werden.

    Die elektronische Gesundheitskarte speichert eine Reihe personenbezogener Daten, dazu gehören u.a.:

    • Vor- und Nachname des Versicherten
    • Geburtsdatum
    • Anschrift
    • Versichertenstatus
    • Zuzahlungsstatus
    • Persönliche Arzneimittelunverträglichkeiten
    • Medizinische Daten, die im Falle einer Notfallversorgung von Bedeutung sind
    • Informationen über in Anspruch genommene Leistungen des Versicherten und deren Kosten

    Die Speicherung dieser Daten soll zukünftig die Datenübermittlung zwischen medizinischen Leistungserbringern, Krankenkassen, Apotheken und Patienten kostengünstiger gestalten, vereinfachen und beschleunigen. Von Datenschützern wird immer wieder Kritik an der elektronischen Gesundheitskarte laut, insbesondere wegen dem Umgang mit sensiblen Patientendaten in Praxen und Kliniken.

    Auf der Rückseite der elektronischen Gesundheitskarte befindet sich die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC), die die Krankenversicherung in den übrigen EU-Mitgliedstaaten gewährleistet.

    Elektronische Patientenakte

    Die Elektronische Patientenakte oder elektronische Gesundheitsakte (eGA) ist ein geplantes IT-Projekt zur umfassenden Datenvernetzung im Gesundheitswesen.

    Kernstück ist eine Datenbank, auf der sektorübergreifend die Befunde, Verordnungen und weitere Gesundheitsdaten der Patienten gespeichert werden sollen. Ziel ist dabei die Vermeidung von Mehrfachuntersuchungen, verbesserte Frühwarnmechanismen für bestimmte Krankheitsbilder und auch eine Erhöhung der Effizienz bzw. Kostensenkung. 

    Die Versicherten erhalten die volle Hoheit über ihre Umfang und Dauer der Speicherung ihrer Gesundheitsdaten und sollen jedem Abruf zustimmen können. Leistungserbringer wie Ärzte, Therapeuten, Zahnärzte oder Apotheker sollen Zugriff erhalten auf diejenigen Dokumente die für die Behandlung nötig und hilfreich ist.

    Ursprünglich war die eGA von der Gematik als Funktion der Elektronischen Gesundheitskarte (eGK) konzipiert und entwickelt worden. Dabei kam es durch die politischen Prozesse um die zu lösenden Datenschutzprobleme zu Verzögerungen.

    Schließlich gingen einzelne Krankenkassen dazu über, eigene mobile Patientenakten gemeinsam mit Partnern der IT-Branche zu entwickeln. Beispiele dafür sind

    TK safe ( Techniker Krankenkasse und IBM )

    vivy App  ( vivy GmbH und DAK, ikk Nord, Audi BKK und andere  )

    AOK Patientenakte ( AOK und Vivantes )

     

     

     

     
     

     

     

     Als Zugangsschlüssel sollen die von den Krankenkassen ausgegebenen Krankenversicherungskarten (E-Card in Österreich, eGK in Deutschland und in der Schweiz) und die Heilberufsausweise (HBA) dienen. Das Ziel der Neuerung ist es, Prozesse und Ergebnisqualität in medizinischen Behandlungsabläufen steuern zu können.[2][3] Darin unterscheiden sich die staatlich geplanten Systeme grundlegend von privaten internetbasierten Angeboten wie Google Health, HealthVault (Microsoft) oder Evita (Swisscom).

    Elektronisches Rezept (E-Rezept)

    Das elektronische Rezept ( E-Rezept) ist neben der elektronischen Gesundheitskarte (eGA), der Elektronischen Patientenakte (ePA), und dem elektronischen Krankenschein (eAU) eine zentrale  ine Komponente der Digitalisierung im Gesundheitswesen.

    Das E-Rezept soll papierlos funktionieren. Ärzte sollen Medikamente auch rein elektronisch verordnen und automatisch an die Apotheke übermitteln können.

    Als gesetzliche Grundlagen fungieren unter anderem das „Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) und das „Gesetz für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation“ (Digitale Versorgung Gesetz).

    Seit 2018 wird das E-Rezept im Modellversuch unter anderem in Hamburg getestet.

    Elek­tro­ni­sche Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung (eAU)

    Mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) hat die Bundesregierung 2019 die ersten gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Einführung einer digitalen AU-Bescheinigung geschaffen.

    Ziel der elektronischen AU-bescheinigung ist die Minimierung von bürokratischen Prozessen und die Steigerung der Kosteneffizienz und Nachweissicherheit im Zusammenhang mit der Krankschreibung von Arbeitnehmern.

    Bislang wird die AU-Bescheinigung ( Krankenschein) in der Praxis des behandelnden Arztes gedruckt und in mehreren Durchschlägen an den Versicherten ausgehändigt. Diese haben je einen Durchschlag an den Arbeitgeber und einen an die Krankenkasse zusenden oder zu übergeben.
    Ein Original verbleibt beim Patienten sowie ein weiterer Durchschlag als Nachweis in der Arztpraxis.

    Elternzeit

    Nach der Geburt eines Kindes können sowohl die Mutter als auch der Vater Elternzeit, auch Elternurlaub genannt, in Anspruch nehmen. Dabei handelt es sich um eine Zeit unbezahlter Freistellung, die bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes möglich ist. Während der Elternzeit genießt der Arbeitnehmer Kündigungsschutz.

    Während der Elternzeit bleibt die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung grundsätzlich erhalten. Bei versicherungspflichtigen Mitgliedern der gesetzlichen Krankenversicherung besteht die Mitgliedschaft während der Elternzeit beitragsfrei fort, solange keine Teilzeitbeschäftigung aufgenommen wird. Freiwillig Versicherte müssen während der Elternzeit in der Regel weiterhin Beiträge zahlen, allerdings ist bei verheirateten Paaren zu prüfen, ob die Möglichkeit einer Familienversicherung über den Ehepartner besteht.

    Empfängnisverhütung

    Empfängnisverhütung wird auch Kontrazeption, Antikonzeption oder Konzeptionsschutz genannt und bezeichnet Methoden, bei der trotz Geschlechtsverkehr die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis und Schwangerschaft verringert wird. Neben dem Kondom fallen darunter auch verschreibungspflichtige Medikamente, wie die Anti-Baby-Pille oder Ähnliches.

    Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung haben Anspruch auf ärztliche Beratung zu Fragen der Empfängnisregelung (Sexualaufklärung, Verhütung, Familienplanung). Auch muss über Alternativen zu der weit verbreiteten und immer mehr kritisierten Anti-Baby-Pille aufgeklärt werden. Zur ärztlichen Beratung gehören auch die erforderliche Untersuchung und die Verordnung von empfängnisregelnden Mitteln. Versicherte bis zum vollendeten 20. Lebensjahr haben Anspruch auf Versorgung mit empfängnisverhütenden Mitteln, so weit sie ärztlich verordnet werden. Nach Vollendung des 18. Lebensjahres ist eine entsprechende Zuzahlung zu leisten. Verordnungsfreie Verhütungsmittel wie z.B. Kondome werden von der Krankenkasse nicht bezahlt.

     

    Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall

    Die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall ist seit 1994 rechtlich verankert. Arbeitgeber haben ihren Arbeitnehmern Entgeltfortzahlung zu leisten, wenn diese arbeitsunfähig sind. Dies betrifft sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitbeschäftigte sowie Minijobber. Die Höhe der Zahlung erfolgt nach dem Lohnausfallprinzip. Das heißt, dass die Höhe der Vergütung entspricht, die dem vertraglich geregelten Lohn entspricht. Überstunden müssen nur berücksichtigt werden, wenn diese regelmäßig geleistet werden.

    Folgende Voraussetzungen gelten für die Entgeltfortzahlung:

    • Das Arbeitsverhältnis muss seit mindestens 4 Wochen bestehen.
    • Der Beschäftigte muss arbeitsunfähig sein.
    • Die Ursache der vorliegenden Arbeitsunfähigkeit ist eine Krankheit, wobei diese nicht selbst verschuldet sein darf.

    Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung besteht bis zu einer Dauer von 6 Wochen. Setzt sich die Arbeitsunfähigkeit nach Ablauf dieser Zeit fort, erfolgt bei gesetzlich Versicherten in der Regel die Zahlung von Krankengeld durch die Krankenkasse. Kommt es später zu einer erneuten Arbeitsunfähigkeit aufgrund derselben Erkrankung, besteht ein neuer Anspruch auf die sechswöchige Entgeltfortzahlung, sofern seit Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit mindestens 12 Monate vergangen sind. Die Entgeltfortzahlung endet mit der Beendigung des Arbeitsverhältnisses, es sei denn, die Kündigung erfolgte aufgrund der vorliegenden Erkrankung.

    Im Falle einer Entgeltfortzahlung sind wie bei normalen Entgeltzahlungen Sozialversicherungsbeiträge zu leisten.

    Entgeltfortzahlungsversicherung

    Die Entgeltfortzahlungsversicherung handelt es sich um eine Pflichtversicherung für den Arbeitgeber. Diese dient der Erstattung der Arbeitgeberaufwendungen für die Entgeltfortzahlung wegen Krankheit oder Mutterschaft. Dazu zahlen die Arbeitgeber eine U1-Umlage (für Krankheit) und eine U2-Umlage (für Mutterschaft).


    Seit 01.01.2006 müssen alle Unternehmen, die nicht mehr als 30 Arbeitnehmer beschäftigen, die U1-Umlage (wegen Krankheit) für alle beschäftigten Arbeiter, Angestellten und Auszubildenden an die jeweilige Krankenkasse bezahlen. Erstattet werden je nach Satzung der einzelnen Kassen bis zu 80% der Arbeitgeberaufwendungen an erkrankte Arbeitnehmer und Auszubildende. Am U2-Umlageverfahren (wegen Mutterschaft) nehmen seit 01.01.2006 alle Unternehmen teil, die Arbeitnehmer beschäftigen, unabhängig von der Anzahl der Beschäftigten und der Art des Betriebes.

    Entgeltpunkte

    Entgeltpunkte gelten in der gesetzlichen Rentenversicherung als zentrale Werteinheit. Die Höhe der Rente richtet sich vor allem nach der Höhe der Bruttoarbeitsentgelte bzw. Bruttoeinkommen, von denen im Verlauf des Arbeitslebens Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt wurden. Das jährlich erzielte Bruttoentgelt wird dabei in Entgeltpunkte umgerechnet. Dies geschieht, indem das Bruttoentgelt im jeweiligen Kalenderjahr durch das Durchschnittsentgelt aller Versicherten in dieser Zeit geteilt wird. Entspricht das Jahresentgelt eines Arbeitnehmers beispielsweise genau dem Durchschnittseinkommen des betreffenden Kalenderjahres, so wird dem Versicherten 1 Entgeltpunkt gutgeschrieben.

    Aufgrund einer Sonderregelung ergibt sich in den neuen Bundesländern bei gleichem Bruttolohn eine höhere Zahl von Entgeltpunkte. Auf diese Weise sollen bestehende Unterschiede im Lohnniveau zwischen Ost- und Westdeutschland ausgeglichen werden.

    Ergänzungsversicherung

    Ergänzungsversicherungen werden auch Zusatzversicherungen genannt und ermöglichen Mitgliedern in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ihren Grundversorgungsanspruch bei einem privaten Anbieter zu erweitern. Viele private Krankenversicherungen bieten Ergänzungsversicherungen für bestimmte Leistungen an. Damit können Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung ihren Versicherungsschutz um bestimmte Leistungen erweitern, die in der Regel nur Privatversicherten zustehen.

    Zusatzversicherungen

    Häufig angebotene private Ergänzungsversicherungen betreffen z.B.:

    • Kostenerstattung, bzw. Zuzahlung bei Brillen und Kontaktlinsen
    • Kostenerstattung, bzw. Zuzahlung zu bestimmten Naturheilverfahren
    • Zahnzusatzversicherungen, inkl. Zahnersatz oder Implantaten
    • Zusatzversicherungen für Reisen ins Ausland
    • Krankenhauszusatzversicherung
    • Krankenhaustagegeldversicherung bei stationärem Krankenhausaufenthalt

    Abschließen einer Ergänzungsversicherung

    Bevor die Entscheidung über den Abschluss einer Zusatzversicherung gefällt wird, sollte der Versicherte gründlich erwägen, ob diese sinnvoll ist. Dazu kann keine pauschale Antwort gegeben werden. Viele gesetzliche Krankenkassen kooperieren im Bereich der Ergänzungsversicherungen mit privaten Krankenversicherungsträgern. Hier sollte sich der Versicherte unbedingt bei der eigenen Krankenkasse über die Konditionen der angebotenen Zusatzversicherungen informieren. Ansonsten lohnen unverbindliche Vergleiche im Internet. Einen Überblick über verschiedene Krankenzusatzversicherungen finden Sie hier. Dabei sollten die genauen Tarife der jeweiligen Zusatzversicherung gründlich studiert werden, da sich Leistungsspektrum und die Höhe der Erstattung von Anbieter zu Anbieter unterscheiden können.

    Beiträge

    Die anfallenden Beiträge für private Ergänzungsversicherungen variieren stark. Sie sind insbesondere abhängig von

    • den enthaltenen Leistungen,
    • dem Alter des Versicherten sowie
    • dem Gesundheitszustand des Versicherten.

    Höhe des Erstattungsbetrags

    Die genauen Konditionen, wie Erstattungsbeitrag und Leistungsspektrum, ist dem Tarif der jeweiligen Ergänzungsversicherung zu entnehmen. Gerade Zusatzversicherungen bei Zahnbehandlungen, Sehhilfen und Auslandsreisen können bei der Höhe des Erstattungsbeitrags und dem, was überhaupt erstattungsfähig ist, stark variieren. Generell kann zwischen zwei Modellen der Erstattung unterschieden werden.

    Heißt es in der Police, dass „auf Basis des Rechnungsbetrages“ erstattet wird, ist die Höhe der Zuzahlung von der GKV zunächst unwichtig. Dann nimmt die Zusatzversicherung den gesamten erstattungsfähigen Rechnungsbetrag als Grundlage für die Berechnung des Erstattungsbetrags. Ist in der Police beispielsweise eine Erstattung von 75 Prozent der erstattungsfähigen Behandlungskosten vereinbart und beläuft sich der Rechnungsbetrag auf insgesamt 800 Euro, beträgt der Erstattungsbeitrag 600 Euro. In der Regel gibt es dann noch eine Zuzahlung von der GKV und der Eigenanteil minimiert sich weiter.

    Ist die Erstattung aber „auf Basis der verbleibenden Restkosten“ vereinbart, wird von dem erstattungsfähigen Rechnungsbetrag zuerst die Zuzahlung von der GKV abgezogen und anschließend der Erstattungsbetrag in Höhe von 75 Prozent ermittelt. Beträgt die Zuzahlung von der GKV beispielsweise 150 Euro, wird dies zuerst von dem Rechnungsbetrag abgezogen. Übrig bleiben 650 Euro (800 – 150). Der Erstattungsbetrag von 75 Prozent beträgt also 487,50 Euro und ist gegenüber der Erstattung auf Basis des Rechnungsbetrages deutlich geringer.

    Wahltarife

    Im Gegensatz zu Ergänzungsversicherungen können die gesetzlichen Krankenkassen auch Wahltarife für ihre Versicherten anbieten. Unter anderen gibt es folgende Tarife:

    Bei einem Tarif für die Nichtinanspruchnahme von Leistungen kann es eine Prämie geben, wenn keine Leistungen, außer Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch genommen wurden

    Bei einem Selbstbehalttarif tragen die Versicherten einen Teil der Kosten selbst, die eigentlich die Krankenkasse übernehmen müsste und können dafür Prämien erhalten.

     

     

    Erhöhter Beitragssatz

    Der erhöhte Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung bestand bis zum 31.12.2008. Dieser war nach § 242 SGB V a.F. (alter Fassung, bis 01.01.2009) von allen Mitgliedern zu entrichten, die im Krankheitsfall keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung oder auf Zahlung einer versicherungspflichtigen Sozialleistung für mindestens sechs Wochen hatten. Hierzu zählten zum Beispiel Heimarbeiter und Arbeitnehmer in kurzfristiger Beschäftigung, deren Arbeitsverhältnis von Beginn an auf weniger als 10 Wochen befristet war oder Selbstständige, die keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall haben.

    Entschied sich ein Versicherter aus den oben genannten Personenkreisen vor 2009 für einen Krankengeldanspruch, konnte die Krankenkasse einen erhöhten Beitragssatz erheben, um Mehrkosten auszugleichen.

    Im Zuge der Gesundheitsreform im Jahr 2009 wurde der erhöhte Beitragssatz abgeschafft und das Finanzierungsmodell der gesetzlichen Krankenversicherung umgestellt. Es wurde eine allgemeine Krankenversicherungspflicht eingeführt, sowie ein bundesweit einheitlicher GKV-Beitrag der aktuell bei 14,6 Prozent liegt (Stand Oktober 2018). Dieser allgemeine Beitragssatz wird je zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen und wird nach der Höhe des Einkommens berechnet. Aber es wird nur das Arbeitsentgelt berücksichtigt, das unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegt. Diese lag 2018 bei 53.100 Euro. Übersteigt das Jahreseinkommen eines Versicherten diese Grenze, werden trotzdem maximal 53.100 Euro im Jahr oder 4.425 Euro im Monat den Berechnungen der GKV-Beiträge zu Grunde gelegt. Diese Rechengröße darf nicht mit der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) oder Versicherungspflichtgrenze verwechselt werden. Die JAEG lag 2018 bei jährlich 59.400 Euro. Personen, deren jährliches Arbeitsentgelt darüber liegt, gelten als versicherungsfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung und müssen sich zwischen der freiwilligen Mitgliedschaft in der GKV oder dem Abschluss einer privaten Krankenversicherung entscheiden.

    Zusätzlich zum allgemeinen Beitragssatz blieb der ermäßigte Beitragssatz von 14,0 Prozent, u.a. für Selbstständige, bestehen. Da in diesem Fall kein Krankengeldanspruch besteht, müssen gesetzliche Krankenkassen seit 2009 entsprechende Wahltarife anbieten. Für entsprechend höhere Beiträge können Versicherte dann ihren Anspruch auf Krankengeld schon innerhalb kürzester Zeit nach Krankschreibung geltend machen.

    Darüber hinaus wurde mit der Gesundheitsreform von 2009 auch die Möglichkeit für die Krankenkassen geschaffen, einen kassenindividuellen Zusatzbeitrag zu erheben. Dieser ist von Kasse zu Kasse unterschiedlich und ist allein vom Arbeitnehmer zu tragen. 2018 lag der kassenindividuelle Zusatzbeitrag durchschnittlich bei 1,0 Prozent.

     

    Ermäßigter Beitragssatz

    In der GKV wird zwischen dem allgemeinen Beitragssatz und dem ermäßigten Beitragssatz unterschieden. Diese Unterscheidung betrifft hauptsächlich den Anspruch auf Krankengeld.
     

    Allgemeiner und ermäßigter Beitrag

    Der allgemeine Beitragssatz in der GKV beträgt derzeit 14,6 Prozent. Die Höhe des ermäßigten Beitragssatzes liegt seit 2015 bei 14,0% des Bruttogehalts und ist gesetzlich in § 243 SGB V festgeschrieben. Pflichtversicherte zahlen jeweils den halben Satz (7,0% ermäßigter oder 7,3 Prozent allgemeiner Beitragssatz). Freiwillig Versicherte zahlen jeweils den vollen Beitragssatz (14,0 % ermäßigte oder 14,6 % allgemeiner Beitragssatz). Der ermäßigte Beitragssatz ist also wie alle Krankenversicherungsbeiträge einkommensabhängig. Hier ist die Beitragsbemessungsgrenze zu beachten, die sich von der Jahresarbeitsentgeltgrenze unterscheidet.

    Ermäßigter Beitragsatz für Pflichtversicherte

    Der ermäßigte Beitragssatz wird für diejenigen pflichtversicherten GKV-Mitglieder herangezogen, die keinen Anspruch auf Krankengeld haben. Das betrifft beispielsweise pflichtversicherte Rentner oder Arbeitslose. Für Studierende, die das 14. Fachsemester abgeschlossen oder das 30. Lebensjahr vollendet haben, gilt die studentische Pflichtversicherung nicht mehr; sie zahlen dann ebenfalls den ermäßigten Beitragssatz. Auch Hausfrauen bzw. Hausmänner, geringfügig Beschäftigte mit Minijob und Arbeitnehmer, deren Arbeitsverhältnis auf weniger als 10 Wochen befristet ist, müssen nur den ermäßigten Beitragssatz zur Krankenversicherung entrichten.

    Ermäßigter Beitragsatz für freiwillig Versicherte

    Freiwillig Versicherte haben laut § 44 II SGB V die Wahl, ob sie sich mit Anspuch auf Krankengeld versichern wollen oder ohne. Da für diese Versichertengruppe ohnehin erst ab der siebten Woche ein Krankengeldanspruch besteht, entscheiden sich nicht wenige für dasWahlrecht auf einen ermäßigten Beitragssatz Als Alternative zum gesetzlichen Krankengeld können sie dann beispielsweise eine private Krankentagegeldversicherung abschließen.

     

    Ersatzanspruch

    Generell gilt, dass die Sozialversicherung für Leistungsaufwendungen aufkommen muss, die bei einem Versicherten beispielsweise in Folge einer Krankheit, eines Unfalls oder Gewaltanwendung entstehen. Haben Dritte diese Kosten verursacht, kann der Sozialversicherungsträger von diesem Dritten Ersatz für seine Aufwendungen verlangen. Dies geschieht beispielsweise in Fällen, in denen der Arbeitgeber bei einer Erkrankung des Arbeitnehmer zu Unrecht die Krankengeldzahlung verweigert hat oder die Krankenkasse einem Arbeitnehmer Krankengeld gezahlt hat, obwohl es sich um einen Arbeitsunfall handelt und damit der Unfallversicherungsträger hätte Verletztengeld zahlen müssen. Die Krankenkasse hat in diesen Fällen einen Ersatzanspruch gegen den Arbeitgeber sowie die Berufsgenossenschaft.

    Ersatzkassen

    Ersatzkassen sind neben den AOKs, den BKKs und den IKKs Träger der gesetzlichen Krankenversicherung. Nach mehreren Fusionen in den letzten Jahren gibt es in Deutschland noch folgende Ersatzkassen:

    Die Bezeichnung „Ersatzkasse“ geht auf deren ursprüngliche Funktion als Alternative zu den AOKs für Angestellte zurück. In Summe versichern die Ersatzkassen zusammen mehr als 26 Millionen Menschen in Deutschland. Auf Bundesebene sind diese im Verband der Ersatzkassen e.V. organisiert.

    Erstattungsfähigkeit

    Von Erstattungsfähigkeit spricht man dann, wenn die Kosten einer bezogenen medizinischen Leistung von der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung übernommen werden. Welche Leistungen erstattungsfähig sind wird im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung dokumentiert. Die Entscheidung über die Erstattungsfähigkeit trifft der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), in dem Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen vertreten sind.

     

    Erwerbsminderungsrente

    Die Erwerbsminderungsrente wird Personen zur finanziellen Absicherung gezahlt, die wegen ihrer Erwerbsminderung aufgrund von Krankheit oder Behinderung keiner Erwerbstätigkeit mehr (vollständig) nachgehen können. Gesetzlich geregelt ist die Erwerbsminderungsrente in § 43 SGB VI. Sie ersetzt seit 1. Januar 2001 die Berufsunfähigkeitsrente.

    Teilweise und volle Erwerbsminderung

    Als erwerbsfähig gelten Personen, die unabhängig von ihrem gelernten Beruf mindestens sechs Stunden am Tag irgendeine Tätigkeit ausführen können.

    Genügt die Leistungskraft einer Person, um täglich mindestens drei Stunden, jedoch weniger als sechs Stunden erwerbstätig zu sein, ist teilweise Erwerbsminderung gegeben.

    Wer nicht mehr in der Lage ist, drei Stunden pro Tag zu arbeiten, gilt als voll erwerbsgemindert.

    Achtung: Im Unterschied dazu ist die Berufsunfähigkeit bereits gegeben, wenn der erlernte Beruf oder eine gleichwertige Tätigkeit nicht mehr ausgeübt werden kann. Dass der Betroffene eventuell noch anderen Berufen nachgehen kann, spielt bei der Berufsunfähigkeit keine Rolle.


    Voraussetzungen für einen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente

    • (teilweise oder volle) Erwerbsminderung

    Die Erwerbs(unf)fähigkeit bedarf einer ärztlichen Feststellung. Unterlagen und Gutachten müssen eindeutig belegen, dass die betroffene Person nicht mehr in der Lage ist, täglich sechs Stunden irgendeiner Tätigkeit nachzugehen. Dabei gilt der Grundsatz „Reha vor Rente“, wonach zunächst versucht werden muss, die Erwerbsfähigkeit durch Reha-Maßnahmen ganz oder teilweise wiederherzustellen.

    • Regelaltersgrenze noch nicht erreicht
    • Entrichtung von Pflichtbeiträgen für drei Jahre in den letzten fünf Jahren vor Eintritt in die Berufsunfähigkeit
    • Erfüllung der allgemeinen Wartezeit

    Höhe der Erwerbsminderungsrente

    Die Höhe der Erwerbsminderungsrente richtet sich individuell nach dem bisherigen Bruttoeinkommen, den Versicherungsjahren bzw. den erreichten Entgeltpunkten sowie dem Arbeitsort in den alten oder neuen Bundesländern. In der Regel liegt die Erwerbsminderungsrente bei höchstens 38 Prozent des letzten Bruttogehalts. Bei teilweiser Erwerbsminderung besteht ein Anspruch auf die Hälfte der Erwerbsminderungsrente.

    Volle Erwerbsminderungsrente erhält, wer voll erwerbsgemindert ist. Ausnahmsweise kann auch bei teilweiser Erwerbsminderung die volle Erwerbsminderungsrente gezahlt werden, wenn kein Teilzeitarbeitsplatz vorhanden ist.

    Zurechnungszeit und Abschläge bei vorzeitigem Bezug

    Bei der Berechnung der Höhe der Erwerbsminderungsrente müssen Rentenabschläge bei vorzeitigem Bezug berücksichtigt werden. Für jeden Monat, den Betroffene vorzeitig in Rente gehen, beträgt der Abschlag 0,3 Prozent, maximal jedoch 10,8 Prozent. Die Altersgrenze dafür wird seit 2012 schrittweise von 63 Jahren auf 65 Jahre bis im Jahr 2024 angehoben.

    Um auch jüngeren Versicherten mit wenigen Beitragsjahren den Bezug der Erwerbsminderungsrente zu ermöglichen, gibt es die Zurechnungszeit. Dabei handelt es sich um den Zeitraum zwischen Eintritt der Erwerbsminderung und einem gesetzlich festgelegten Lebensalter. Diese Zurechnungszeit wird zur tatsächlichen Versicherungszeit hinzugerechnet und der Betroffene demnach so gestellt, als hätte er bis zu diesem Lebensalter Beiträge geleistet. Bis zum Jahr 2024 wird die Zurechnungszeit nach und nach auf das 65. Lebensjahr verlängert.

     

     

    Erwerbsunfähigkeit

    Erwerbsunfähig ist ein Versicherter, wenn er aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigung keine regelmäßige Erwerbstätigkeit ausüben oder nur sehr geringfügiges Einkommen erzielen kann. Empfänger einer Rente aufgrund von Erwerbsunfähigkeit oder voller Erwerbsminderung müssen trotzdem Krankenversicherungsbeiträge zahlen. Allerdings gilt für diese Versicherten in der Regel der ermäßigte Beitragssatz, da sie keinen Anspruch auf Krankengeld haben.

     

    Europäische Krankenversicherungskarte

    Die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) ersetzt seit dem 01.06.2004 den Auslandskrankenschein. Damit können Versicherte in den meisten europäischen Ländern im Krankheitsfall zu einem Vertragsarzt oder einem Vertragskrankenhaus gehen und medizinische Leistungen in Anspruch nehmen. Die EHIC befindet sich auf der Rückseite der elektronischen Gesundheitskarte, die jeder gesetzlich Krankenversicherte in Deutschland erhält.


    Der Geltungsbereich der Europäischen Krankenversicherungskarte gilt in allen Mitgliedstaaten der EU sowie den Ländern des Europäischen Wirtschaftsraumes. Außerdem in Ländern mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht. Dazu zählen Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Montenegro, Serbien, Tunesien und die Türkei. In Israel deckt die EHIC nur Leistungen bei Schwangerschaft oder Mutterschaft ab und in Marokko gilt die Karte ausschließlich zur Prüfung von Arbeitsunfähigkeit.


    Grundsätzlich gilt, dass die entstehenden Kosten der Behandlung die gesetzliche Krankenversicherung des Versicherten zahlt. Allerdings nur, wenn diese auch tatsächlich im gesetzlichen Leistungsumfang des jeweiligen Landes enthalten sind. In Mazedonien, Montenegro und Serbien gilt die EHIC nur für Krankheiten, die nicht schon vor Antritt der Auslandsreise bestanden. Darüber hinaus ist zu beachten, dass in vielen europäischen Staaten der Patient bei einer ärztlichen Behandlung in Vorleistung gehen muss. Die Kosten der Behandlung werden später von der Krankenkasse zurückerstattet, wobei jedoch oftmals Zuzahlungen und Eigenanteile abgezogen werden. Die Europäische Krankenversicherungskarte deckt keine privaten Leistungen ab, auch ein eventuell notwendiger Krankenrücktransport nach Deutschland ist nicht im Versicherungsumfang inbegriffen.

     

    Europäische Vereinigung der Fachärzte

    Die Europäische Vereinigung der Fachärzte, kurz UEMS (franz. Union Européenne des Medicins Specialistes), ist ein internationaler Verband der fachärztlichen Berufsverbände in Europa. Die Vereinigung besteht seit 1958.

     

    Europäischer Sozialfonds

    Der Europäische Sozialfonds gilt als zentrales arbeitsmarktpolitisches Instrument der Europäischen Union. Der Sozialfonds soll die Beschäftigung und soziale Integration der europäischen Bürgerinnen und Bürger fördern. Außerdem werden Maßnahmen unterstützt, welche die Arbeitslosigkeit verhüten und beseitigen. Der Europäische Sozialfonds ist eine speziell für die Wirtschafts-, Agrar- und Vermögenspolitik vom Rat der Europäischen Gemeinschaft beschlossene Einrichtung.

    Europäisches Sozialbudget

    Um Sozialleistungssysteme in allen Ländern der Europäischen Gemeinschaft durchschaubar und vergleichbar zu machen, wurde ein Europäisches Sozialbudget geschaffen. Dies ist ein Mittel zum Konzipieren und Verwirklichen gemeinsamer sozialpolitischer Ziele.

     

     

    Evidenzbasierte Medizin

    In der Medizin wird mit Evidenz ein empirisch erbrachter Nachweis der Wirksamkeit eines Präparats, einer Therapieform etc. beschrieben. Die evidenzbasierte Medizin beschreibt folglich eine Behandlungsform, bei der sich die Wahl der passenden Heilmethode ausdrücklich auf die Grundlagen empirisch nachgewiesener Wirksamkeiten bezieht. Sie entstand in 1990er Jahren und stützt sich auf aktuelle wissenschaftliche Studien und medizinische Veröffentlichungen.

     

    Existenzgründer

    Seit 01.01.2009 gilt für alle Personen eine Krankenversicherungspflicht in Deutschland. Somit müssen auch Existenzgründer Mitglied in der gesetzlichen oder in einer privaten Krankenversicherung sein. Der Schritt in die Selbständigkeit muss der Krankenkasse gemeldet werden und diese überprüft, ob es sich um eine haupt- oder nebenberufliche Tätigkeit handelt und legt daraufhin die Beitragshöhe fest. Die voraussichtliche Höhe der Einnahmen spielt dabei eine entscheidende Rolle. Bei einer privaten Krankenversicherung muss zusätzlich eine private Pflegeversicherung mit abgeschlossen werden. Zu einer Versicherungspflicht in der Renten- und Arbeitslosenversicherung kommt es nur in Ausnahmefällen.

     

     

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