künstliche BefruchtungEine künstliche Befruchtung kann je nach Verfahren und der Anzahl der Versuche für die Versicherten sehr teuer werden und im Einzelfall über 10.000 Euro kosten. Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Kostenübernahme von 50 Prozent für maximal drei Versuche. Im Rahmen einer freiwilligen Zusatzleistung leisten einige Krankenkassen weitere Zuschüsse. Der Eigenanteil der Versicherten verringert sich deutlich.
Für den Test wurde wie folgt bewertet:
3 Sterne - Zusätzlich zu den gesetzlichen 50 % werden mind. weitere 50% (Ehepartner muss nicht bei der gleichen Kasse versichert sein) der Behandlungskosten oder mind. 1000 EUR (Ehepartner muss nicht bei der gleichen Kasse versichert sein) für jeden der 3 Standard-Versuche bezahlt. 2 Sterne - Zusätzlich zu den gesetzlichen 50 % werden mind. weitere 25% (Ehepartner muss nicht bei der gleichen Kasse versichert sein) der Behandlungskosten oder mind. 500 EUR (Ehepartner muss nicht bei der gleichen Kasse versichert sein) für jeden der 3 Standard-Versuche bezahlt. 1 Stern - Zusätzlich zu den gesetzlichen 50 % werden mind. weitere 25% oder mind. 500 EUR der Behandlungskosten (Ehepartner ist bei der gleichen Kasse versichert) für jeden der 3 Standard-Versuche bezahlt. Oder: Zusätzlich zu den gesetzlichen 50 % werden max. 24 % der Behandlungskosten oder bis zu 499 EUR für jeden der 3 Standard-Versuche bezahlt (Ehepartner muss nicht bei der gleichen Kasse versichert sein) .
Die AOK Bayern unterstützt Ehepaare mit Kinderwunsch zusätzlich zu den gesetzlichen Leistungen bei einer künstlichen Befruchtung. Für jede genehmigte, gesetzlich mögliche Versuchsreihe wird ein zusätzlicher Zuschuss von bis zu 500 EUR je Ehepartner und Versuch gewährt.
Bei Inseminationen nach hormoneller Stimulation, In-vitro-Fertilisation (IVF) und Intrazytoplasmatischen Spermieninjektionen (ICSI) können bis zu drei Versuche zusätzlich gefördert werden. Bei Inseminationen im Spontanzyklus ohne Hormonbehandlung sind Zuschüsse für bis zu acht Versuche möglich.
Die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland übernimmt für ihre Versicherten zusätzlich zur Gesetzesleistung die restlichen 50 % der mit dem Behandlungsplan genehmigten Kosten (erstattet also bis zu 100% der Kosten).
An der Insemination nach hormoneller Stimulation, der Invitro-Fertilisation (IVF) und der Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) beteiligt sich die AOK bis zu dreimal. An der Insemination im Spontanzyklus ohne Hormonbehandlung bis zu achtmal. Das gilt auch für Medikamente, die in diesem Zusammenhang verordnet
werden. Weitere Voraussetzung: Die Frau ist zwischen 25 und 40 und der Mann zwischen 25 und 50 Jahre alt.
Die IKK BB unterstützt Sie mit einem erhöhten Zuschuss zur künstlicher Befruchtung. Dieser wird für alle gesetzlich abrechnungsfähigen Leistungen im Zusammenhang mit der künstlichen Befruchtung gewährt.
Er kann bei verheirateten Paaren entweder bis zu 60 Prozent, in manchen Fällen (einkommensabhängige Prüfung) auch bis zu 100 Prozent des Eigenanteils betragen.
Die AOK PLUS übernimmt zusammen mit dem gesetzlichen Anteil insgesamt 75% der Kosten für eine künstliche Befruchtung. Die noch verbleibenden Kosten können durch entsprechende Beantragung der Versicherten über die Förderung durch Bund und Land weitestgehend gedeckt werden.
Die AOK Rheinland/Hamburg übernimmt insgesamt 75% der entsprechend der gesetzlichen Vorgaben mit dem Behandlungsplan genehmigten Kosten der Maßnahmen, die bei ihrem Versicherten durchgeführt werden.
Für Versicherte übernimmt die BAHN-BKK insgesamt 75 Prozent von deren personenbezogenen Kosten. Voraussetzung ist, dass während des Behandlungszeitraums eine Versicherung bei der BAHN-BKK bestand.
Die BKK Scheufelen leistet zusätzlich einen Zuschuss von maximal 25,00 Euro für Männer und 475,00 Euro für Frauen je Behandlungszyklus für maximal 9 Behandlungszyklen je Paar.
Zusätzlich über den gesetzlichen Anspruch hinaus erhalten Versicherte - im Zuge der Zusatzleistungen - weitere Zuschüsse von bis zu 400 Euro bei erfolgten Behandlungsversuchen (bis zu drei Versuche) pro Ehepaar.
Es gibt zusätzlich zum gesetzlichen Anspruch einen Zuschuss zur künstlichen Befruchtung von 500 Euro pro Behandlungsversuch für die ersten drei Versuche, also max. 1.500 Euro.
Die Techniker unterstützt die künstliche Befruchtung zusätzlich zur Regelleistung mit 500 Euro pro Behandlungsversuch. In der Regel umfasst dies drei Versuche - solange hinreichende Aussicht auf Erfolg besteht und somit die Regelleistung greift - auch über den 3. Versuch hinaus.
Zusätzlicher Vorteil: Es müssen nicht beide Partner bei der TK versichert sein.
Zusätzlich zu den gesetzlichen Leistungen zahlt die VIACTIV Krankenkasse einen Zuschuss von bis zu 500 Euro je Behandlungsversuch - für bis zu drei Versuche. Diese Zusatzleistung können Sie für eine In-vitro-Fertilisation (IVF) oder eine Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) in Anspruch nehmen.
Zusätzlich zu den gesetzlich vorgesehenen Leistungen erstattet die ZF BKK bis 500 EUR des Eigenanteils für jeden bei der ZF BKK Versicherten sowie weitere exklusive Leistungen durch den Versorgungsvertrag BKK Kinderwunsch.
250 € je Versuch für 3 Versuche (beide Partner müssen bei der AOK versiuchert sein)
Die AOK BW übernimmt zusätzlich 25 % der Behandlungskosten für die künstliche Befruchtung. Bezahlt werden 75 % der Kosten für 3 Behandlungszyklen, wenn beide Partner bei der AOK versichert sind. Dies gilt auch für weibliche Paare gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz.
200€ je Versuch für 3 Versuche (beide Partner müsssen bei der BIG versichert sind)
Zusätzlich zum gesetzlichen Zuschuss zahlt die BIG jeweils bis zu 200 Euro je Versuch für die ersten 3 Versuche (sofern beide Partner bei der BIG versichert sind). Nach Vorlage der Rechnung werden die Kosten erstattet.
insg. 2.000 Euro (beide müssen be der Kasse versichert sein)
Bezuschusst wird der Eigenanteil der gesetzlichen Kostenbeteiligung mit bis zu 2.000 Euro (Maximalbetrag innerhalb von 24 Monaten, beginnend ab dem 1. Versuch), wenn beide bei der BKK Freudenberg versichert sind.
Der Zuschuss der BKK Herkules beträgt 260 Euro pro Versuch (maximal die tatsächlich entstandenen Kosten) für insgesamt 3 Versuche. Eine Kostenbeteiligung erfolgt, wenn beide Ehepartner bei der BKK Herkules versichert sind.
800€ je Versuch (3 Versuche), beide müssen Mitglied sein
Die BKK PFAFF unterstützt Ehepaare mit einem Zuschuss zu ICSI-/IVF-Behandlungen in Höhe von 800 Euro pro Versuch, für maximal 3 Behandlungen.
Beide Ehepartner müssen bei der BKK PFAFF versichert sein.
250€ je Versuch für 3 Versuche (beide Ehepartner müssen bei der BKK versichert sein)
BKK SBH übernimmt 75% der Kosten für eine künstliche Befruchtung, wenn beide Ehepartner bei der BKK SBH versichert sind und noch kryo-konservierte Eizellen vorhanden sind.
200€ je Versuch und je Ehepartner für 3 Versuche (beide Partner müsssen nicht bei der BKK versichert sein)
Die BKK VerbundPlus unterstützt verheiratete Paare bei den ersten drei Versuchen der künstlichen Befruchtung zusätzlich mit je 200 EUR je BKK VerbundPlus-Versicherter Ehegatte (also bis zu 400 EUR pro Versuch).
Die Antragsteller müssen aber nicht bei der selben Krankenkasse versichert sein.
1000€ Zuschuss (einmalig), wenn beide bei der BKK versichert sind, ansonsten 500€
Einmalig gibt es weitere 1.000 Euro Zuschuss für medizinische Maßnahmen zur Herbeiführung einer Schwangerschaft (wenn Ehepartner auch bei der BKK WIRTSCHAFT & FINANZEN versichert ist, ansonsten 500 Euro).
Zusätzlich zum gesetzlichen Anspruch zahlt die Continentale BKK einen Zuschuss von je 250 Euro für drei Versuche. Insgesamt erhält ein Ehepaar also bis zu 750 Euro extra für künstliche Befruchtung.
Zukünftige Eltern, welche die Leistung BKK Kinderwunsch nicht in Anspruch nehmen möchten, unterstützt die energie-BKK über die Regelleistung hinausgehend mit einem Zuschuss von 200 Euro.
Als hkk-Kunde erhalten Ehepaare 200 Euro je Behandlungsversuch und je hkk-versichertem Partner für bis zu drei Behandlungsversuche, insgesamt also gesamt 1.200 Euro. Die Extraleistung gilt dabei für alle mit dem Behandlungsplan genehmigten Maßnahmen.
500€ je Versuch (wenn beide bei der IKK versichert sind) oder 250€, wenn nur einer bei der IKK versichert ist
Die IKK classic übernimmt neben dem gesetzlichen Anspruch je Behandlungsversuch bis zu 500 Euro des Eigenanteils, wenn beide Ehepartner bei der IKK classic versichert sind. Ist nur ein Ehepartner bei der IKK classic versichert, werden bis zu 250 Euro des Eigenanteils je Behandlungsversuch übernommen.
50% (max. 1.000€) je Versuch(Ehepartner muss Mitglied der IKK sein)
Die IKK Südwest übernimmt für ihre Versicherten für Behandlungsmaßnahmen zusätzlich zur Gesetzesleistung die restlichen 50 % der mit dem Behandlungsplan genehmigten Kosten, maximal jedoch bis zu 1.000 Euro je Behandlungsversuch. Voraussetzung hierfür ist, dass der Ehepartner ebenfalls bei der IKK Südwest versichert ist.
Die mhplus zahlt im Rahmen des Vertrags "BKK Kinderwunsch" jeweils einen Zuschuss in Höhe von 800,00 Euro (IVF) bzw. 1.000 Euro (ICSI) für die ersten drei Versuche.
Viele Paare, die auf natürlichem Weg kein Kind zeugen können, erfüllen sich ihren Kinderwunsch mit künstlicher Befruchtung. Die Ursachen der Unfruchtbarkeit können sowohl bei der Frau als auch beim Mann liegen.
Mögliche Ursachen bei Frauen häufig hormonelle Fehlfunktionen, eine altersbedingt abnehmende Funktion der Eierstöcke oder Krankheitsfolgen, etwa durch Endometriose. Bei Männern können mangelnde Spermienqualität, blockierte Samenleiter oder eine Mumps-Erkrankung im Jugendalter die ursache für die Unfruchtbarkeit sein.
Für beide Geschlechter aber gilt: Auch eine ungesunde Lebensweise oder psychischer Stress kann dazu führen, dass sich eine Schwangerschaft auch nach vielen Versuchen nicht einstellt.
Eine künstliche Befruchtung findet statt, wenn die Eizelle der Frau ohne sexuellen Akt mit einem Spermium befruchtet wird.
Bei der Intrauterinen Insemination (IUI) verbleibt die Eizelle dabei im Körper. Die Befruchtung mit Spermien des Partners oder von Spendern erfolgt über einen Schlauch. Entweder werden diese in die Gebärmutter oder in die Eierstöcke eingebracht.
Bei der In-Vitro-Fertilisation (IVF) erfolgt die Befruchtung in der Petrischale. Zuvor muss für das Heranreifen möglichst vieler Eizellen eine hormonelle Stimulation der Frau erfolgen. War die Befruchtung erfolgreich, werden bis zu drei Eizellen über die Scheide in die Gebärmutter der Frau eingeführt. Um die Schwangerschaft zu begünstigen, muss die Frau auch danach weiter Hormone zu sich nehmen.
Eine weitere Möglichkeit, eine Befruchtung künstlich herbeizuführen, ist die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI). Sie wird angewendet, wenn die Anzahl der beweglichen Samenzellen des Mannes unter einer Million liegt. Durch eine Hormonbehandlung der Frau bilden sich vermehrt Eibläschen an den Eierstöcken. Sind genügend große Bläschen vorhanden, wird durch Hormonzugabe der Eisprung induziert. Noch davor werden die Eizellen aber durch Punktion entnommen, um sie außerhalb des Körpers zu befruchten. Dabei unter dem Labormikroskop ein Spermium direkt in das Zytoplasma der Eizelle gespritzt.
Die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft sinken ab Mitte 30. Das trifft bei natürlicher und bei künstlicher Befruchtung zu, wenn auch nicht für jede Frau. Sicher ist, dass die Chance auf eine Schwangerschaft mit zunehmendem Alter sinkt. Mit steigendem Lebensalter erhöhen sich bei erfolgreicher Befruchtung die gesundheitlichen Risiken für Mutter und Kind.
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen bei Frau und Mann zunächst alle Kosten der Diagnostik und unterstützende Therapien.
Fällt aufgrund der Ergebnisse dann eine Entscheidung für eine künstliche Befruchtung, weil andere Maßnahmen nicht erfolgreich waren, kommen die gesetzlichen Kassen für maximal die Hälfte der Kosten für Medikamente und Arztleistungen für bis zu drei Versuche auf. Die allerdings nur wenn
beide Partner verheiratet sind
die Frau zwischen 25 und 40 und der Mann zwischen 25 und 50 Jahre alt ist
der Arzt der Behandlung gute Erfolgsaussichten bescheinigt
das Paar eine Beratung über die psychosozialen und medizinischen Aspekten der Behandlung wahrgenommen hat
beide Partner gegen Windpocken, Röteln und Keuchhusten geimpft sind und HIV jeweils durch einen Test ausgeschlossen wurde
und ausschließlich Ei- und Samenzellen der Partner verwendet werden.
Bei einer Insemination übernimmt die Krankenkasse im Fall eines natürlichen Zyklus die Kosten anteilig für acht Versuche. Bei einer Hormontherapie sind es nur drei Versuche.
Kommt es zu einer Fehlgeburt, übernehmen die Kassen bei einem neuen Versuch abermals die Hälfte der Kosten.
Wenn sich die Eltern nach einer erfolgreichen Geburt ein weiteres Kind wünschen, kommen die Kassen wiederum anteilig für bis zu drei Versuche auf.
Es gibt eine Reihe gesetzliche Krankenkassen, die ihren Versicherten höhere Zuschüsse als die gesetzlich vorgeschriebenen 50 Prozent gewähren. Einige wenige übernehmen sogar 100 Prozent der Kosten für die ersten drei Behandlungszyklen, vorausgesetzt, beide Partner sind in der Kasse versichert. Andere Kassen haben außer dem die Altersgrenzen erweitert. Da die Kosten für diese Leistung sich bis zu fünfstelligen Summen addieren können, kann sich für betroffene Paare ein Krankenkassenwechsel sehr lohnen.
Für den Gesetzgeber ist die Unterstützung einer Künstliche Befruchtung nach wie vor vom Beziehungsstatus eines Paares und auch die sexuelle Orientierung abhängig. An dieser Rechtslage hat sich trotz mehfacher politischer Initiativen von Oppositionsparteien nichts geändert. Aus diesem Grund dürfen die gesetzlichen Krankenkassen nur heterosexuellen verheirateten Paaren die Leistung erstatten. Eingetragene homosexuelle Paare haben die Möglichkeit, die Kosten steuerlich als außergewöhnliche Belastung geltend zu machen.
Ob eine künstliche Befruchtung infrage kommt, ist nicht selten eine Entscheidung nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten: Aufgrund der finanziellen Kürzungen durch die gesetzlichen Krankenversicherungen im Zuge der Gesundheitsreform in 2004 sind viele Frauen beziehungsweise Paare ungewollt kinderlos, weil sie sich beispielsweise die Kosten für weitere Versuche, wenn es in den ersten Anläufen nicht geklappt hat, nicht leisten können.
Seit 2016 unterstützt das Bundesfamilienministerium daher Paare finanziell, wenn sie eine künstliche Befruchtung durchführen lassen wollen. Hierbei spielt es keine Rolle, ob das Paar verheiratet ist oder nicht. Trotzdem ist auch diese Förderung an bestimmte Bedingungen geknüpft: Bisher können sie nur Paare in Anspruch nehmen, wenn ihr Wohnbundesland an dem Programm teilnimmt* und medizinischen Maßnahmen in diesem Bundesland durchgeführt werden. Darüber hinaus gibt es die Unterstützung nur, sofern es sich um eine IVF oder ICSI handelt und die Frauzwischen 25 und 40, der Mann zwischen 25 und 50 Jahre alt ist. Zudem dürfen nur Ei- und Samenzellen der beiden Partner verwendet werden. Homosexuelle Paare sowie Singles sind bisher von der staatlichen Förderung ausgeschlossen.
*Momentan bieten nur Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen und Berlin das Förderprogramm an.
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