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Krankenkassen-Test · Kriterium
Osteopathie
Für den Test wurde wie folgt bewertet:
3 Sterne - ab 360 Euro Kostenerstattung oder im Rahmen eines Gesundheitskontos ab 500 Euro insgesamt für verschiedene Leistungen
2 Sterne - Kostenerstattung von 240 - 359 Euro oder im Rahmen eines Gesundheitskontos ab 300 Euro insgesamt für verschiedene Leistungen
1 Stern - Kostenerstattung unter 240 Euro bzw. im Rahmen eines Gesundheitskontos unter 300 Euro insgesamt für verschiedene Leistungen
Ergebnis nach Bundesland
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Alternative Behandlungsmethoden sind seit Jahren im Aufschwung: Statt für die klassische Schulmedizin entscheiden sich immer mehr Patienten für Komplementärmedizin. Osteopathie gehört zu den beliebtesten Richtungen der Alternativmedizin.
Osteopathie - was ist das?
Die Osteopathie stellt eine besondere Form der manuellen Therapie dar. Für die Behandlung und Untersuchung nutzten die behandelnden Osteopathen nur ihre Hände. Auf Medikamente wird ganz, auf technische Geräte weitgehend verzichtet.
Osteopathische Behandlungsschwerpunkte sind die Gelenke, Bänder, Muskeln, Gefäße, Nerven und Organe des Patienten. Dabei versteht sich die Osteopathie als ganzheitliches Konzept, bei der der ganze Mensch als Funktionseinheit im Mittelpunkt steht und als Einheit aus Körper, Seele sowie Geist ganzheitlich behandelt wird. Osteopathie basiert auf dem Gedanken, dass der menschliche Körper zur Selbstheilung in der Lage ist. Osteopathen animieren mit ihrer Behandlung den Körper des Patienten zur Regulierung und Heilung, leisten sozusagen „Hilfe zur Selbsthilfe.“
Entwickelt wurde diese Methodik im 19. Jahrhundert von dem amerikanischen Chirurgen Andrew Taylor Still, der nach Alternativen zu medikamentösen Therapien suchte. Der Begriff „Osteopathie“ setzt sich auf den altgriechischen Wörtern „osteon“ (Knochen) und „pathos“ (Schmerz) zusammen.
Behandlungsinhalt und -ablauf
Jede Osteopathie-Behandlung beginnt mit einem Anamnesegespräch, um mehr über den Patienten, die Schmerzen und Symptome zu erfahren.
In den folgenden Therapiesitzungen sucht der Osteopath mit seinen Händen in allen Ebenen des Körpers nach Blockaden, Verhärtungen und Bewegungseinschränkungen, die ursächlich für die Beschwerden des Patienten sind. Diese werden anschließend behandelt und durch den Therapeuten mit verschiedenen Griffen und Berührungen gelöst. Ziel: Die ursprüngliche und reguläre Beweglichkeit des Körpers soll wiedererlangt werden.
Ziel der Osteopathie ist es nicht, die einzelnen Symptome zu behandeln, sondern vielmehr deren Ursachen zu finden und diese zu therapieren. Der Körper des Patienten soll zur Regeneration und Selbstheilung angeregt werden. Um dem Körper für diesen Vorgang genug Zeit zu lassen, liegen zwischen den Sitzungen meist ein bis zwei Wochen.
Eine einzelne Behandlung dauert zwischen 20 und 60 Minuten. Wie viele Behandlungen erforderlich sind, ist abhängig von den Beschwerden und auftretenden Einschränkungen.
Hauptrichtungen und Anwendungsgebiete der Osteopathie
In ihrer Anwendung unterscheidet die Osteopathie drei verschiedene Ebenen des Körpers. Entsprechender dieser Einteilung kennt die Osteopathie drei verschiedene Gebiete: die parietale, viscerale und craniosacrale Osteopathie.
Parietale Osteopathie
Parietale Osteopathie umfasst sämtliche Strukturen des Bewegungsapparates mit Knochen, Muskeln, Bändern und Gelenken sowie dem Bindegewebe. Durch das Lösen von Blockaden und Verspannungen zielt diese Therapieform darauf ab, die natürliche Bewegungsfreiheit wiederherzustellen. Daher werden mit der parietalen Osteopathie zum Beispiel Bandscheibenprobleme, Beschwerden der Wirbelsäule und Gelenkerkrankungen wie Arthrose behandelt.
Viscerale Osteopathie
Schwerpunkt der visceralen Osteopathie (vom lateinischen viscer – Eingeweide) sind die inneren Organe und das dazugehörige Bindegewebe. Für eine ungestörte Funktion muss jedes innere Organ gegenüber anderen uneingeschränkt in seiner Bewegung frei sein. Durch Operationen, Entzündungen, falsche Ernährung oder altersbedingte Organsenkung können jedoch Funktionsstörungen ausgelöst werden, die sich auch in Bewegungseinschränkungen niederschlagen. Bei der visceralen Osteopathie ertastet der Osteopath die Mobilität von Organen und Bindegewebe, um soche Störungen zu entdecken und zu lösen. Auf diese Weise soll unter anderem Verdauungsstörungen, Sodbrennen und Atembeschwerden begegnet werden.
Craniosakrale Osteopathie
Als craniosacrales System werden die Strukturen zwischen Schädel (lat. cranio) und dem Kreuzbein (lat. sacrum) bezeichnet, zu dem das Nervensystem, Gehirn, Rückenmark sowie Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) gehören. Diesem craniosacralen System wohnt eine besondere Dynamik inne, denn Gehirn und Rückenmark sind in die Gehirnflüssigkeit (Liquor) eigebettet, die einen spürbaren Rhythmus erzeugt.
Osteopathen nutzen diese besondere Bewegung als Ausgangspunkt für ihre Behandlung, um Verspannungen und anderen Störungen zu ertasten und durch Berührungen und leichten Druck zu beseitigen. Die craniosacrale Osteopathie wird beispielsweise bei Migräne, Tinnitus und Kiefergelenksbeschwerden angewendet.
Grenzen der Osteopathie
Auch wenn sich der Einsatz von Osteopathie bei vielen Krankheitsbildern erfolgreich eingesetzt wird, gibt es Grenzen für die Anwendung. Das gilt besonders für alle schwere Krankheiten, psychische Erkrankungen sowie Krebs- und Tumorerkrankungen, und es gilt für akute Situationen wie Schlaganfälle, offene Wunden, Infektionen oder Knochenbrüche. Bei einigen Erkrankungen bietet sich eine osteopathische Behandlung dennoch als unterstützende Maßnahme und zur Schmerzlinderung an. Schließlich versteht sich die Osteopathie selbst als Ergänzung zur Schuldmedizin.
Kosten Osteopathie
Eine Osteopathie-Sitzung kostet abhängig von Art und Umfang der Behandlung, aber auch vom Qualifikationsgrad und der Region zwischen 60 Euro und 150 Euro.
Erstattung durch die Krankenkasse
Grundsätzlich gehören osteopathische Behandlungen nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Viele Krankenkassen bieten dennoch an, zumindest einen Teil der Behandlungskosten als freiwillige Satzungsleistung (Zusatzleistung) zu übernehmen. Jede Krankenkasse legt folglich selbst fest, ob, in welcher Höhe und unter welchen Voraussetzungen sie Kosten erstattet.
Voraussetzung für eine Kostenerstattung ist eine ärztliche Verordnung. Zu dem muss der behandelnde Osteopath bestimmte berufliche Qualifikationen vorweisen.
Osteopathie für Kinder
Bei Säuglingen und Kindern steht die klassische Medizin oft vor einem Problem: Die Betroffenen können ihre Beschwerden nicht oder nur schwer äußern. In solchen Fällen fehlt der Schulmedizin ein Ansatzpunkt zu Behandlung. Wegen ihren sanfteren Therapiemöglichkeiten wird daher häufig die Osteopathie empfohlen.
Zu einem Besuch bei einem Osteopathen wird Eltern von Säuglinge häufig bei den sogenannten „Schreibabys“ (Kiss-Syndrom), Dreimonatskoliken und Stillproblemen geraten. Die alternative Behandlungsmethode findet ebenfalls Anwendung bei Geburtstraumata, die sich in dem Verhalten des Kindes, vermehrtem Schreien, besonderen Ängsten und einer Störung der Mutter-Kind-Bindung äußern.
Ältere Kinder können gegebenenfalls bei Wachstumsstörungen, Konzentrations- und Lernschwächen sowie Entwicklungsstörungen (ADS, ADHS), kieferorthopädischen Problemen und Haltungsschäden (z.B. Schiefhals, Skoliose) osteopathisch therapiert werden.
Für die Behandlung sind genaue Kenntnisse über die einzelnen Entwicklungsstufen von Kindern sowie kinderpathologisches Wissen erforderlich. Diese besonderen Kompetenzen erlangen spezialisierte Kinderpathologen in verschiedenen Schulungen. Bei der Auswahl eines Osteopathen sollte auf entsprechende Qualifikationen geachtet werden.
