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Möglichkeiten für Zuzahlungsbefreiung für Medikamente

veröffentlicht am 09.11.2017 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Grundsätzlich muss jeder Erwachsene über 18 Jahre Zuzahlungen zu Medikamenten leisten. Es gibt allerdings Ausnahmen, die eine Befreiung hiervon ermöglichen.

2017-11-09T10:36:00+00:00
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Kosten von Medikamenten

Wer ein rezeptfreies Arzneimittel kauft, muss dessen Kosten im Regelfall selbst tragen. Dies gilt beispielsweise für viele homöopathische Präparate. Ausnahmen, in denen die gesetzlichen Krankenkassen für die Kosten aufkommen, sind Präparate mit bestimmten Wirkstoffen, die bei schwerwiegenden Erkrankungen im Rahmen von Standardtherapien eingesetzt werden. Dies betrifft z. B. gewisse pflanzliche Heilmittel, die Formen der Demenz eindämmen können.

Anders ist es bei verschreibungspflichtigen Medikamenten: Hier erhalten Patienten von ihrem Arzt ein Rezept. Die Kosten für das Präparat trägt die jeweilige Krankenkasse, einen Eigenanteil das Versicherungsmitglied. Diese Zuzahlung beträgt 10 % des Produktpreises (mindestens 5 und höchstens 10 €). Selbst wenn ein Medikament also 200 € kosten würde, läge der Eigenanteil bei 10 €, da dieser 10 % nicht übersteigen darf.
Sofern der Gesamtpreis das Arzneimittel unter 5 € liegt, muss der Patient den Preis alleine zahlen.

Wann Sie keine Zuzahlung leisten müssen

Jugendliche und Kinder unter 18 Jahren sind zuzahlungsbefreit. Für nicht rezeptpflichtige Arzneimittel wird kein Eigenanteil fällig, wenn das betreffende Kind jünger als 12 ist oder eine Entwicklungsstörung vorliegt (dann Grenze bei 18 Jahren).

Von der Zuzahlung für rezeptfreie Naturheilmittel und Arzneimittel sind auch Personen mit einer schwerwiegenden Erkrankung befreit, sofern diese Mittel im Rahmen der Therapie eingesetzt werden. Hier zahlt die entsprechende Krankenversicherung den vollen Preis für die Präparate.

Zuzahlungen müssen weiterhin nicht geleistet werden, wenn es sich um sogenannte zuzahlungsbefreite Medikamente handelt. Hat der rezeptausstellende Arzt die Auswahl zwischen mehreren Arzneimitteln vergleichbarer Qualität und Wirkung, kann er sich für das preiswertere Produkt entscheiden und seinem Patienten somit die zuzahlungsfreie Variante anbieten.
Die Grundlage für diese Regelung bilden die Rabattverträge der gesetzlichen Kassen mit den Pharmakaherstellern sowie Festbeträge für bestimmte Medikamente.

Keine weiteren Zuzahlungen bei Erreichen der finanziellen Belastungsgrenze

Eine weitere Möglichkeit der Befreiung von Zuzahlungen für Medikamente ist die Belastungsgrenze. Diese ist erreicht, wenn die Kosten für Medikament- und Heilmittelzuzahlungen, Zuzahlungen bei stationärer Behandlung sowie häuslicher Krankenpflege zusammengerechnet 2 % bzw. 1 % bei chronisch Kranken der jährlichen Familien-Bruttoeinkünfte übersteigt. Ist im laufenden Jahr erreicht, müssen Sie als Versicherungsmitglied für das restliche Jahr keine weiteren Zuzahlungen leisten. Wurden bereits mehr Zuzahlungen geleistet, erstattet Ihnen die Krankenkasse diese.   
Familien-Bruttoeinkünfte bedeutet, dass die Einnahmen aller in einem Haushalt lebenden Angehörigen berücksichtigt werden. Neben Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartnern gehören dazu Kinder bis zu dem Jahr, in dem sie das 18. Lebensjahr, sowie Kinder ab dem Jahr, in sie das 19. Lebensjahr vollenden. Für Erstere gilt dies unabhängig von der Art ihrer Krankenversicherung, für Letztere gilt es, wenn sie familienversichert sind.

Da die individuelle Belastungsgrenze jährlich neu berechnet wird, gelten Befreiungsausweise immer nur für das jeweilige Kalenderjahr.

Um nachzuweisen, dass die persönliche Belastungsgrenze erreicht wurde, müssen Versicherungsmitglieder einen Antrag auf Befreiung ihrer Krankenkasse ausfüllen und zusammen mit bestimmten Nachweisen (z. B. Kopien von Lohnbescheinigungen und Quittungen über geleistete Zuzahlungen im Original) bei dieser einreichen.

 

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