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Studium

Werkstudent– ab wann musst du für die Krankenversicherung zahlen?

veröffentlicht am 22.05.2020 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Werkstudent und KrankenkasseWerkstudent und Krankenkasse(c) StartupStockFotos
Werkstudenten haben das Privileg, dass sie während ihres Studiums in der Krankenkasse, der Pflegeversicherung und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei bleiben. Allerdings gilt dieses Privileg nicht für die Rentenversicherung und Einkommenssteuer. Welche Bedingungen müssenWerkstudis für diese Vorteile erfüllen? 

2020-05-22T12:42:00+02:00
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Wenn du die Zeit hast neben dem Studium noch zu arbeiten oder du sogar arbeiten musst um dir überhaupt dein Studium finanzieren zu können, hast du als Werkstudent oder Werkstudentin die Möglichkeit mehr als 450 Euro im Monat zu verdienen. Dadurch kannst dich schon mal beruflich orientieren und Erfahrungen für dein späteres Berufsleben sammeln. Im Vordergrund steht dabei natürlich dein Studium. Werkstudis haben das Privileg, dass sie während ihres Studiums in der Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei sind. Das bedeutet, dass keine Beiträge an die Krankenkasse und die Arbeitslosenversicherung gezahlt werden müssen. Dieses Privileg wird auch Werkstudentenprivileg genannt. Allerdings gilt die Versicherungsfreiheit nicht in Bezug auf die Rentenversicherung und Einkommenssteuer.


 

Was der Begriff Werkstudent bedeutet

Arbeitsvetrag als WerkstudentArbeitsvetrag als Werkstudent
Als Werkstudent werden Studierende bezeichnet, die über einen längeren Zeitraum neben dem Studium arbeiten. Zumeist wird der Status Werkstudent von denjenigen Unternehmen für Jobs in Anspruch genommen, bei denen eine fachliche Nähe zum Studium gegeben ist. So können nicht nur die ersten Praxiserfahrungen gewonnen werden, sondern es erleichtert auch den beruflichen Einstieg nach dem abgeschlossenen Studium.

Der Unterschied zu einem geringfügig entlohnten Minijob ist, dass die Höhe des monatlichen Arbeitsentgelts meistens mehr als 450 Euro beträgt. Das heißt auch, dass du einen Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlen musst - derzeit 18,7 Prozent deines Einkommens (Stand 2020). Diesen Betrag teilst du dir mit deinem Arbeitgeber oder deiner Arbeitergeberin genau zur Hälfte.

Wenn dein Verdienst zwischen 450 Euro und 850 Euro im Monat liegt, gilt für den Rentenbeitrag die so genannte Gleitzonenregelung. Das bedeutet, dass dein Arbeitgeber oder Arbeitgeberin einen deutlich höheren Anteil bezahlt als du selbst. Dein zu zahlender Anteil am Rentenbeitrag liegt bei Anwendung der Gleitzonenregelung zwischen 4 und 9 Prozent und ist abhängig von Bundesland und Gehalt. Wenn du weniger als 450 Euro im Monat verdienst, kannst du dich ganz von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen.
 

Was ist das Werkstudentenprivileg?

Als Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerin erhältst du einen Bruttolohn, von dem dann verschiedene Steuern und Abgaben abgezogen werden. Dazu gehören im Normalfall die Beiträge für die Pflegeversicherung, Rentenversicherung, Unfallversicherung, die Krankenkasse und die Arbeitslosenversicherung. Das sind alles Bestandteile deiner Sozialversicherung.

Als Werkstudent oder Werkstudentin musst du keine Beiträge für Krankenkasse, Pflegeversicherung und Arbeitslosenversicherung bezahlen. Auch die Beiträge zur  Unfallversicherung übernimmt dein Arbeitgeber oder deine Arbeitgeberin.

Voraussetzung: die wöchentliche Arbeitszeit beträgt nicht mehr als 20 Stunden. Während der Vorlesungszeit darfst du als Werkstudent oder Werkstudentin also nicht mehr als 20 Stunden die Woche arbeiten. In der vorlesungsfreien Zeit hingegen sind bis zu 40 Stunden Arbeitszeit in der Woche erlaubt.

 

Auch wenn du mehrere Jobs beziehungsweise vergütete Tätigkeiten ausübst kann die Eigenschaft Werkstudent oder Werkstudentin noch zutreffen. In diesem Fall prüft der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin die Werkstudenteneigenschaft.

Was steht im Werkstudentenvertrag?

Der Status als Werkstudent tritt durch den Werkstudentenvertrag in Kraft. Dieser besondere Arbeitsvertrag enthält bestimmte Klauseln und Bedingungen, zu denen der oder die Unterzeichnende zustimmen muss, um in den Genuss der Vorteile zu gelangen.

  • Der oder die Arbeitnehmer/in ist in Vollzeit immatrikuliert
  • Die letzte Prüfungsleistung ist noch nicht erbracht
  • Der Arbeitgeber wird informiert sobald sich der berufliche Status ändert
  • Die Arbeitszeit pro Woche wird mit maximal 20 Stunden festgelegt ( 40 Stunden während der Semesterferien)   

Muster für einen Werkstudentenvertrag ( >> download/pdf )

 

Für wen gilt das Werkstudentenprivileg nicht?

Für manche Personengruppen die hochschulrechtlich als eingeschriebene Studierende gelten trifft das Werkstudentenprivileg dennoch nicht zu. In den folgenden Situationen gilt man sozialversicherungsrechtlich nicht als ordentlich studierend:

    • als Studienbewerber oder Studienbewerberin
    • Promotionsstudierende
    • Langzeitstudierende
    • wenn man ein duales Studium absolviert
    • wenn du dir ein Urlaubssemester genommen hast
 

Ab wann du für die Krankenkasse Beiträge zahlst

Familienversichert als Student bis zum 25. GeburtstagFamilienversichert als Student bis zum 25. Geburtstag(c) Timo Klostermeier / pixelio.de
Bis zu Deinem 25. Geburtstag kannst Du Dich als Werkstudentin oder Werkstudent kostenlos bei deiner Familie mitversichern lassen. Voraussetzung: du verdienst nicht mehr als 583,33 Euro im Monat.  

Normalerweise liegt die Einkommensgrenze als Studi für die Familienversicherung bei 455 Euro (Stand: 2020). Sie erhöht sich aber auf ein Arbeitsentgelt von 583,33 Euro im Monat, wenn du als Werkstudent oder Werkstudentin angestellt bist.

 

Die günstigsten Krankenkassen für Studenten >>> Aktuelle Liste

Wenn dein 25. Geburtstag näher rückt, solltest du dir schon einmal Gedanken machen, welche Krankenkasse du nach dem Austritt aus der Familienversicherung auswählst. Du kannst dich dann in der gesetzlichen studentischen Krankenversicherung (KVdS) pflichtversichern lassen. Der Studierendenbeitrag für die studentische Krankenversicherung liegt im WS 2019/2020 bei 76,04 Euro im Monat. Je nachdem für welche Krankenkasse du dich entscheidest fällt ein unterschiedlich hoher Zusatzbeitrag an. Dazu kommt die einheitliche Pflegeversicherung mit einem monatlichen Beitrag von 24,55 Euro, falls du schon Kinder haben solltest sind es 22,69 Euro im Monat. Für deine monatliche gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung solltest du also circa 110 Euro einplanen.

 

Weiterführende Artikel:
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