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Duales Studium

Duales Studium und Krankenversicherung

Welche Regelungen für dual Studierende gelten
veröffentlicht am 28.05.2018 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Duales Studium und KrankenversicherungDuales Studium und Krankenversicherung(c) fotolia.de / gustavofrazao
Wer duales Studium beginnt, benötigt eine Krankenversicherung. Dabei macht es einen großen Unterschied, ob es sich um ein duales oder ein klassisches Studium handelt.

2018-05-28T07:06:00+00:00
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Krankenversicherung – gesetzlich oder privat?

In Deutschland besteht eine gesetzliche Pflicht zur Krankenversicherung. Ob man sich gesetzlich (GKV) oder privat (PKV) versichert, ist unerheblich. Für Menschen, die ein duales Studium antreten wollen, ist es hingegen relevant. Denn hier ist die Wahl einer gesetzlichen Kasse Pflicht. Selbst wenn angehende Studenten eines Dualstudiums bisher über ihre Eltern privat krankenversichert* waren, müssen sie für das Studium eine gesetzliche Kasse wählen. Gleiches gilt auch bei der bisherigen Mitversicherung bei der gesetzlichen Kasse über die Eltern.

Eine Familienversicherung in der GKV ist im dualen Studium nicht mehr möglich, weil die Studenten in ihren Ausbildungsunternehmen üblicherweise über 450 Euro verdienen. Sollte das Gehalt doch unter dieser Grenze liegen, ist die Familienversicherung in der GKV weiterhin eine Option, sofern das 25. Lebensjahr noch nicht überschritten wurde.

*Tipp:
Für angehende Studenten, die gerne so bald wie möglich wieder in die PKV wechseln wollen, gibt es die sogenannte Anwartschaftsversicherung. Achtung: Diese bietet keinen Krankenversicherungsschutz – eine Versicherung in der GKV ist unbedingt notwendig. Mit der Anwartschaft können Sie sich die Möglichkeit offenhalten, nach dem Studium wieder in die alte private Versicherung zurückzukehren. Diese Rückkehr ist bei der kleinen Anwartschaft ohne Gesundheitsprüfung möglich, zudem kann der alte Tarif gewählt werden, dafür werden allerdings keine Altersrückstellungen gebildet. Bei der großen Anwartschaft werden letztere gebildet, dafür sind die Beiträge höher. Möglich ist die Wahl einer Anwartschaftsversicherung nur, wenn Sie sich nach dem Studium selbstständig machen wollen, verbeamtet werden oder Ihr Gehalt die Jahresarbeitsentgeltgrenze von 59.400 Euro (Stand 2018) überschreitet.

Krankenversicherung und Sozialversicherungspflicht für duales Studium

Da duale Studierende in Bezug auf die Sozialversicherung mit Arbeitnehmern beziehungsweise Auszubildenden gleichzusetzen sind, können sie nicht von der billigeren studentischen Krankenversicherung Gebrauch machen und müssen die vollen Beiträge zahlen. Dies gilt sowohl für die Praxis- als auch für die Theoriezeiten im Studium. Der entsprechende Arbeitgeber zieht die Beiträge zur Kranken- Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung monatlich vom Bruttogehalt ab. Die Beiträge zahlen Arbeitgeber und -nehmer, abgesehen vom kassenindividuellen Zusatzbeitrag, zu gleichen Teilen.
Für die Krankenversicherung liegt der momentane Beitrag bei insgesamt 14,60, der für die Pflegeversicherung bei 2,55 und der für die Rentenversicherung bei 18,60 Prozent des monatlichen Gehalts. Der Arbeitslosenversicherungsbeitrag ist 2018 in Höhe von insgesamt 3,00 Prozent des Arbeitsentgelts zu entrichten.

Schritte zur eigenen Krankenversicherung

Vor Antritt Ihres dualen Studiums müssen Sie sich also um die Versicherung bei einer gesetzlichen Krankenkasse kümmern. Dafür wählt man die passende Kasse aus, beantragt die Mitgliedschaft und teilt dies seinem Arbeitgeber mit. Die Wahl der Versicherung bleibt einem selbst überlassen. Als Entscheidungshilfe kann unser aktueller Krankenkassentest für Studenten genutzt werden. Die Versicherungsbescheinigung müssen sich angehende Studierende bereits vor der Immatrikulation ausstellen lassen. Einige Krankenkassen stellen die Nachweise auf ihrer Website zur Beantragung zur Verfügung.


Allgemeine Informationen zum dualen Studium und den verschiedenen Formen sowie Möglichkeiten nach dem Bachelorabschluss finden Sie hier: https://www.krankenkasseninfo.de/ratgeber/00335/das-duale-studium.html.

 

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