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Entspannung

Autogenes Training – Was bezahlt die Krankenkasse?

veröffentlicht am 31.07.2020 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Autogenes Training Autogenes Training(c) Suzanne Leitner-Wise / pixabay / CC0
Autogenes Training zählt zu den am meisten bekannten und praktizierten Entspannungsmethoden. Kranke oder Stressgeplagte Menschen können mit Hilfe des Trainings ihr Wohlbefinden deutlich verbessern. Doch bezahlen die Krankenkassen das Training?

2020-07-31T17:30:00+02:00
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Was passiert bei autogenem Training?

Autogenes Training arbeitet mit Vorstellungen und Suggestionen in Kombination mit  Selbstwahrnehmung und -beobachtung. Entwickelt wurde es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vom deutschen Psychiater Psychiater Johann Heinrich Schultz. Durch suggestive Wiederholungen bestimmter Gedanken und einer Konzentration auf Atem und andere physiologische Vorgänge können Praktizierende nach und nach erlernen, einen Einfluss auf körperliche und psychische Vorgänge zu nehmen.

Mit geschlossenen Augen werden bestimmte Sätze wie „Mein rechter Arm ist entspannt.“ oder „mein Atem ist tief und ruhig“ wiederholt, so dass sich tatsächlich auch der physiologische Zustand entsprechend verändert. Autogenes Training gilt als risikofrei, wird jedoch nicht empfohlen bei schwereren psychischen Erkrankungen wie psychotischen Zuständen oder starken Depressionen.

Durch die Regelmäßigkeit der Übungen kann der eigene Körper und die eigene Psyche konditioniert werden. Stress baut sich ab, beunruhigende oder zwanghaft negative Gedanken werden von ihren körperlichen Begleitreaktionen entkoppelt. Der vertiefte Atem fördert Heilungsprozesse und Tiefenentspannung. Eine positive Wirkung hinsichtlich auf Heilungsgeschehen konnte unter anderem bei stressbedingten Erkrankungen, aber auch bei Erschöpfungszuständen, Schmerzen, Migräne, Schlafstörungen, Bluthochdruck nachgewiesen werden.

Stufenweise entspannen

Eine Sitzung dauert anfänglich circa 20 Minuten und kann nach und nach bis zu einer Dreiviertelstunde ausgeweitet werden. Dabei werden mehrere Stufen des Trainings je nach Übungsfortschritt wirksam und aktiviert. Bei der anfänglichen Grundstufe liegt die Konzentration hauptsächlich auf körperlichen Empfindungen wie Wärme oder dem Atem. Nach und nach wird der Übungsfokus der Grundstufe auf weitere Bereiche bis hin über den gesamten Körper ausgedehnt.

Die mittlere Stufe zielt stärker auf die kognitiven Prozesse und das Unterbewusstsein. In dieser Stufe ist das Ziel eine Loslösung von negativen Verhaltensweisen und einer Annahme von entsprechend positiveren. In der Oberstufe soll ein ganzkörperlicher meditativer Ruhezustand, eine echte Tiefenentspannung  erreicht werden, aus dem man selbstbestimmt wieder zurückkehrt.

Autogenes Training lernen

Autogenes Training lässt sich als Methode leicht erlernen und kann dann selbstständig angewendet werden. Das Training wird zur Linderung akuter Zustände häufig in psychosomatischen Kliniken oder in der Psychotherapie angeboten. Aber auch in der Prävention spielt es eine wichtige Rolle und kann beispielsweise bei so genannten Aktivwochen oder Gesundheitsreisen in Kursen erlernt werden. Die Übungen werden dabei anfangs von einem Therapeuten oder Arzt geführt, dessen beruhigende Stimme die Autosuggestionen hilfreich transportieren kann. Nach und nach sollen dann die Übenden dann selbst ihre Übungen durchführen können, so dass sie jederzeit auch allein anwendbar sind.  Erlernt werden kann das Autogene Training in Einzelsitzungen oder in der Gruppe.

Unterstützend und wichtig für den Erfolg der Übungen ist eine entspannungsfördernde, vertraute und ruhige Umgebung  Diese können sich die Anwendenden leicht im eigenen häuslichen Umfeld schaffen. Ähnlich wie bei Yoga oder T'ai Chi ist dafür das Tragen einer weiten und atemfördernden Kleidung und eine weiche Übungsmatte für den Fußboden hilfreich.

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Die Kosten für autogenes Training sind von Anbieter zu Anbieter verschieden. Ein Kurs besteht immer aus mehreren Einheiten. In der Regel sind es zwischen fünf und zehn Übungssitzungen. Die Kosten für eine Einzelsitzung belaufen sich zwischen 25 und 45 Euro. Ein fortlaufender Kurs mit maximal zehn Einheiten kostet zwischen 150 und 300 Euro.   

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Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen anteilig die Kurskosten im Rahmen der Prävention. Der Rahmen ist hier sehr unterschiedlich. Meist wird ein maximaler Anteil von 80 Prozent übernommen. Einige Kassen bewilligen mehrere Kurse beim gleichen Anbieter und bezuschussen diese auch großzügig mit bis zu 150 Euro je Kurs.
 
Wenn die Krankenkasse ein flexibles Gesundheitsbudget ( Gesundheitskonto) anbietet, kann in den meisten Fällen auch hier ein Anteil des Budgets für Kursgebühren bei Autogenem Training aufgewendet werden.

Und schließlich ist es oftmals möglich, bei Teilnahme an einem Kurs für Autogenes Training eine Prämie über das Bonusprogramm zu erhalten. Umgekehrt bewilligen manche Kassen auch Gesundheitsleistungen statt Barprämien im Bonusprogramm. Dabei kann es sich auch um Kursteilnahmen handeln. Grundlage einer anteiligen Kostenübernahme ist in den meisten Fällen ein geprüfter zertifizierter Anbieter für den Kurs.  

 

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