Zuzahlung

Zuzahlungsfreie Medikamente

veröffentlicht am von Redaktion krankenkasseninfo.de

Zuzahlungsbefreiung bei MedikamentenZuzahlungsbefreiung bei Medikamenten(c) Tim Reckmann / pixelio.de
Nicht zu jedem verschreibungspflichtigen Arzneimittel müssen Patienten eigenes Geld durch Zuzahlung beisteuern. Denn es gibt zuzahlungsbefreite Medikamente, für die allein die Krankenkasse aufkommt. Wenn Ärzte nur den Wirkstoff verschreiben, haben Patienten sogar die Wahl.

2019-08-08T12:05:00+00:00

Finden Sie die richtige Krankenkasse

Vergleichen Sie Beiträge und Leistungen und sparen Sie.

Zum Krankenkassenvergleich

Die Einführung einer generellen Zuzahlungsbefreiung für bestimmte Medikamente ist auf eine gesetzliche Regelung von 2006 (Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz) zurückzuführen. Bei den betreffenden Medikamenten handelt es sich hauptsächlich um Generika. Diese wirkstoffgleichen Arzneimittel können nach dem Ablauf des Patentschutzes von Marken-Arzneimitteln durch andere Hersteller produziert und deutlich günstiger als die Originale angeboten werden.

Die Befreiung von der gesetzlichen Zuzahlung gilt ausschließlich für Medikamente, deren Apothekenabgabepreis ohne Mehrwertsteuer mindestens 20 Prozent unter dem jeweiligen Festbetrag liegt (§ 31 Abs. 3 Satz 4 SGB V). Wenn diese Voraussetzung erfüllt ist und dadurch Einsparungen zu erwarten sind, kann der GKV-Spitzenverband das entsprechende Produkt pauschal von der Zuzahlung freistellen.

Liste der zuzahlungsbefreiten Medikamente

Die Liste der zuzahlungsbefreiten Arzneimittel (die sogenannte listenbezogene Befreiung) enthält mehrere tausend Präparate. Sie gilt für alle Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Da die Arzneimittelhersteller ihre Preise jeweils zum 1. und 15. eines Monats anpassen können, ändert sich auch diese Übersicht im Zwei-Wochen-Takt. Die regelmäßig aktualisierte Liste stellt der GKV-Spitzenverband kostenfrei als PDF-Download auf seiner Website zur Verfügung.

>> Aktuelle Liste Zuzahlungsbefreiter Medikamente

Zuzahlung: Was gilt in der Apotheke?

Grundsätzlich müssen alle Versicherten über 18 Jahren für vom Arzt verschriebene, kassenpflichtige Medikamente eine gesetzliche Zuzahlung leisten. Diese liegt bei 10 Prozent des Apothekenabgabepreises. Der Eigenanteil beträgt dabei mindestens 5 Euro und höchstens 10 Euro pro Medikament, wobei der Zuzahlungsbetrag den Gesamtpreis des Produkts niemals übersteigt.

Neben der Zuzahlung gibt es jedoch noch den Festbetrag. Er markiert die absolute Erstattungsobergrenze der Krankenkasse für einen bestimmten Wirkstoff. Daraus ergeben sich in der Apotheke zwei unterschiedliche Kostenarten:

  • Zuzahlung: Der gesetzliche Eigenanteil (5 bis 10 Euro), der für fast jedes Rezept fällig wird.

  • Aufzahlung (Mehrkosten): Liegt der vom Hersteller verlangte Preis eines Medikaments über dem amtlichen Festbetrag, übernimmt die Krankenkasse die Kosten nur bis zur Festbetragsgrenze. Die Differenz darüber hinaus muss der Patient als Mehrkosten zusätzlich zur Zuzahlung komplett aus eigener Tasche zahlen.

Zuzahlung und Aufzahlung können sich bei teuren Originalpräparaten zu erheblichen Mehrbeträgen addieren.

Jedes Kassenrezept enthält den Standard-Vermerk „aut idem“ (Latein: „oder das Gleiche“). Solange der Arzt dieses Feld nicht aktiv durchstreicht, darf und muss der Apotheker Ihnen ein wirkstoffgleiches, rabattiertes Generikum aushändigen. Dieses kann komplett zuzahlungsbefreit sein, wenn es preislich mehr als 20 Prozent unter dem Festbetrag liegt.

Zuzahlungsbefreiung nach Erreichen der Belastungsgrenze

Unabhängig von der Medikamentenliste können gesetzlich Versicherte (etwa Menschen mit geringerem Einkommen oder chronisch Kranke) eine individuelle Zuzahlungsbefreiung für den Rest des Kalenderjahres beantragen. Dafür müssen sie bei der Krankenkasse nachweisen, dass die selbst getragenen Zuzahlungen die Belastungsgrenze von zwei Prozent des Familien-Bruttojahreseinkommens (ein Prozent bei schwerwiegend chronisch Kranken) überstiegen haben.

Wichtige Unterscheidung: Dieser persönliche Befreiungsausweis der Krankenkasse befreit Sie ausschließlich von der gesetzlichen Zuzahlung (den 5 bis 10 Euro). Er befreit Sie nicht von möglichen Aufzahlungen! Wer ein Medikament wählt, das teurer als der Festbetrag ist, muss diese Mehrkosten auch mit einem Befreiungsausweis zwingend weiterhin selbst bezahlen.

 

Bewerten Sie uns 4,8 / 5
https://www.krankenkasseninfo.de

16992 Besucher haben in den letzten 12 Monaten eine Bewertung abgegeben.