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Klinik

Zuzahlung im Krankenhaus bei vollstationärer Behandlung

Wie hoch ist die tägliche Zuzahlung und wann gelten Ausnahmen?
veröffentlicht am 19.10.2017 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Zuzahlung im KrankenhausZuzahlung im Krankenhaus(c) Rainer Sturm / pixelio.de
Eine Krankenhausbehandlung ist auch für gesetzlich Versicherte mit Kosten verbunden. Zu den gesundheitlichen Problemen, die zu einer Aufnahme in ein Krankenhaus führen, kommt die finanzielle Belastung in Form einer Zuzahlung, die jeder über 18-Jährige pro Tag eines vollstationären Aufenthalts zahlen muss.

2017-10-19T12:19:00+02:00
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Was bedeutet die Zuzahlung für Patienten?

Ab dem Tag der Aufnahme in ein Krankenhaus für eine vollstationäre Behandlung werden pro Tag des Aufenthalts 10 € fällig, die der Patient allein tragen muss. Auch der Entlassungstag wird als ganzer Tag gezählt. Die Zuzahlung an die Krankenkasse ist gesetzlich festgeschrieben. Allerdings ist die Anzahl der Tage, für die gezahlt werden muss, begrenzt: Sind es mehr als 28 Krankenhaustage im Jahr, kommen keine weiteren Zahlungen im selben Kalenderjahr hinzu. Mehr als 280 € fallen pro Jahr also nicht für den Patienten an. Diese Regelung schützt vor allem Personen, die häufig im Krankenhaus behandelt werden müssen, vor übermäßigen Kosten.
Kommt es zu einem Krankenhausaufenthalt, der im alten Jahr beginnt und im neuen Jahr endet, besteht weiterhin die 28-Tage-Regel.

  • Im konkreten Fall heißt das Folgendes: Ein Patient wird vom 12.12.2020 bis zum 17.01.2021 erstmalig in 2020 stationär behandelt. 10 € pro Tag muss er vom 12.12. des alten bis zum 08.01. des neuen Jahres zahlen, da es sich um einen ununterbrochenen Krankenhausaufenthalt handelt. Ab dem 09.01.2021 beginnt dann die Rechnung für das neue Jahr.

Wird ein Patient in ein anderes Krankenhaus verlegt, muss für den entsprechenden Tag nur einmal die Zuzahlung geleistet werden. Die 10 € gehen in diesem Fall an das aufnehmende Krankenhaus.

Finanzielle Belastungsgrenze

Für alle Zuzahlungen in der GKV, wie sie bei einer Krankenhausbehandlung, aber auch bei Kuren, Physiotherapie oder Medikamentenverordnungenfällig werden, existiert eine Belastungsgrenze. Diese soll verhindern, dass sich Versicherte einen Krankenhausbehandlung nicht leisten können. Die Grenze liegt bei 2 % der jährlichen Familien-Bruttoeinkünfte. Für chronisch Kranke ist die Grenze mit 1 % der Einkünfte erreicht.

Wenn die Zahlungen bereits vom Patienten geleistet wurden und damit die Belastungsgrenze überschritten wurde, kann er sich von seiner Krankenversicherung den über der Grenze liegenden Anteil der Kosten rückerstatten lassen. Dafür muss er seine Krankenkasse informieren und einen Antrag, der ihm zugeschickt wird, ausfüllen und bei der Kasse einreichen.

Wann muss keine Zuzahlung erfolgen?

Eine gesetzlich Versicherte braucht keine Zuzahlung an die Krankenkasse zu leisten, wenn

  • die gesetzliche Unfallversicherung die Kosten der Krankenhausbehandlung übernimmt
  • sie stationär entbindet
  • es sich um eine ambulante, vor-, nach- oder teilstationäre Behandlung im Krankenhaus handelt
  • die Schädigung, wegen der die Person behandelt werden muss, unter das Bundesversorgungsgesetz fällt.

Was bringen Zusatzversicherungen?

Wer hohe Kosten aufgrund von Zuzahlungen für Krankenhausaufenthalte vermeiden will, kann eine private Zusatzversicherung mit  Krankenhaustagegeld abschließen. Im Rahmen solch einer Versicherung kann der Patient einen vertraglich festgelegten Betrag für jeden Tag eines vollstationären Krankenhausaufenthalts von seiner Versicherung erhalten, sofern der Aufenthalt mindestens eine Übernachtung im Krankenhaus beinhaltet.

Hier empfiehlt sich ein Vergleich der einzelnen Zusatzversicherungen, da sich deren Kosten-Leistungs-Verhältnis teilweise stark voneinander unterscheidet. Da die gesetzlich festgelegten Begrenzungen der Zuzahlungen aber bereits vor extrem hohen Kosten bei häufigeren Aufenthalten im Krankenhaus schützen, sollte sich jeder vor dem Abschluss einer solchen Zusatzversicherung überlegen, inwiefern sie sinnvoll für ihn ist.

 

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