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Diabetes

Blutzucker messen ohne stechen - mit FreeStyle Libre

Krankenkassen übernehmen Kosten für die Methode anteilig bis zu 100 Prozent
veröffentlicht am 30.04.2019 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Blutzuckermessung ohne Stechen - mit FreeStyle Libre 2Blutzuckermessung ohne Stechen - mit FreeStyle Libre 2(c) Abott
Diabetiker müssen auf einen konstanten Blutzuckerspiegel achten: weder zu hoch noch zu niedrig darf er sein. Darum sind regelmäßige Messungen notwendig. Doch die bisher verbreitetste Messmethode ist umständlich, aufwendig und verursacht Schmerzen. Unter dem Motto „Warum stechen, wenn man Scannen kann?“ will das FreeStyle Libre Betroffenen diese Prozedur erleichtern.

2019-04-30T13:20:00+00:00
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In Deutschland leiden über 7,5 Millionen Menschen an Diabetes mellitus, der sogenannten Zuckerkrankheit. Bei dieser Stoffwechselerkrankung ist die Freisetzung des Hormons Insulin gestört, welches den Fett- sowie Eiweißhaushalt steuert und Glukose (Traubenzucker) aus dem Blut in die Zellen transportiert, wo es für die Energiegewinnung benötigt wird. Produziert der Körper nicht ausreichend Insulin, verbleibt die Glukose im Blut. Infolgedessen sind die Blutzuckerwerte der Betroffenen erhöht (Hyperglykämie).

Glukosewertkontrolle erforderlich

BlutzuckerBlutzucker(c) Knipseline / pixelio.de
Um Folgeerkrankungen von Diabetes, wie Sehstörungen, Nierenversagen, Herzinfarkte oder Schlaganfälle zu vermeiden, müssen Therapiemaßnahmen eingeleitet werden. Je nach Diabetes-Typ und Ausprägung der Krankheit kann die Änderung des Lebensstiles durch gesunde Ernährung, Gewichtsreduktion und Sport genügen. Meist wird jedoch die Einnahme von Antidiabetika oder das Spritzen von Insulin (Insulintherapie) erforderlich sein.

Unabhängig davon ist eine regelmäßige Kontrolle der Blutzuckerwerte notwendig. Insbesondere diejenigen Diabetiker, die sich Insulin selbst spritzen und die Dosis dabei individuell an ihren Bedarf anpassen, müssen ihren Blutzuckerspiegel mehrmals täglich messen.

Pieksen und Schleppen - Probleme der Klassischen Methode

herkömmliches Blutzuckermessgerätherkömmliches Blutzuckermessgerät(c) Michael Horn / pixelio.de
Herkömmlicherweise funktioniert dies über einen Stich mittels Lanzettiergerät in die Fingerspitze. Das austretende Blut wird anschließend auf einen Teststreifen an einem speziellen Messgerät gegeben. Danach muss der gemessene Wert für den Glukosegehalt notiert und der Teststreifen entfernt werden.

Für die betroffenen Patienten bedeutet dies: sie müssen neben der unerlässlichen Insulinpumpe immer ein Messgerät, Teststreifen, sowie das Lanzettiergerät bei sich tragen und unterwegs in den Finger piksen. Die Methode ist aufwendig, umständlich und auch hygienisch problematisch, denn durch die Einstichstelle am Finger ist die Infektionsgefahr erhöht.

Vereinfachung der Glukosemessung

Neben der „klassischen“ Messmethode ist seit Ende des Jahres 2014 das FreeStyle Libre der Firma Abbott in Deutschland erhältlich und verspricht Patienten eine schmerzfreie und einfache Ermittlung des Wertes für den Glukosespiegel. Das Flash Glukose Messsystem besteht aus einem Sensor und einem Lesegerät. Mit Hilfe eines Applikators wird der Sensor, welcher ungefähr die Größe einer Zwei-Euro-Münze hat, am Oberarm angebracht.

Der Sensor verfügt über einen Fühler, welcher und die Haut ragt und den Zuckerwert im Gewerbe kontinuierlich misst. Um den aktuellen Glukosewert sowie die Glukosedaten der letzten acht Stunden abzurufen, wird das Gerät an den Sensor gehalten. Automatisch werden die verfügbaren Werte gescannt und auf dem Bildschirm angezeigt. Zudem gibt ein Trendpfeil an, wie sich der Glukosewert entwickelt. Dabei ist das Scannen auch durch Kleidung hinweg und in einem Abstand von bis zu 4 cm vom Sensor möglich.

Das neu erhältliche FreeStyle Libre 2 enthält zusätzlich eine Alarmfunktion. Nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt können individuelle Grenzwerte festgelegt werden, bei deren Über- bzw. Unterschreiten ein Alarmsignal abgegeben wird.

Mehr Flexibilität für Betroffene - auch für Kinder

Für Diabetiker ist diese Art der Blutzuckermessung deutlich einfacher und schneller. Sie können ihre Werte jederzeit und überall innerhalb einer Sekunde abrufen. Das gilt insbesondere auch für Eltern, deren Kinder an Diabetes leiden. Da das Messsystem für Kinder ab vier Jahren zugelassen ist, können sie ihren Kindern den unangenehmen Stich in den Finger künftig ersparen.

Ein Sensor kann für maximal 14 Tage getragen werden. Er ist wasserdicht und muss daher weder beim Duschen noch beim Schwimmen oder Sport entfernt werden. Auch ein Saunabesuch mit dem Sensor ist laut Hersteller problemlos möglich.

Das Messsystem speichert gemessene Werte von bis zu 90 Tage. Mittels einer Software am Computer oder über eine App auf dem Smartphone können sämtliche Werte abgerufen werden. Zusätzlich enthält das FreeStyle Libre auch ein reguläres Blutzuckermesssystem, sodass der Glukosewert auch über einen Testreifen ermittelt werden kann.

Krankenkassen übernehmen Kosten für FreeStyle Libre 

Blutzuckermessung der neuen Generation: Freestyle Libre 2Blutzuckermessung der neuen Generation: Freestyle Libre 2(c) Abott
Für einige Nutzer des Messsystems waren die Kosten anfangs ein klarer Kritikpunkt: Zwar ist der Preis für das Lesegerät mit 60 Euro deutlich geringer, als für ein Continuous Glucose Monitoring (CGM – System), allerdings kostet ein einzelner Sensor ebenfalls rund 60 Euro. Da dieser alle zwei Wochen gewechselt werden muss, mussten Nutzer rund 120 Euro monatlich für die Glukosemessung aufwenden. Die herkömmliche Blutzuckermessung ist dagegen deutlich weniger preisintensiv.

Inzwischen beteiligten sich aber fast alle Krankenkassen an den Kosten für das Flash Glukose Messsystem. Teilweise werden Kosten sogar vollständig übernommen. Zahlreiche Kassen kommen auch bereits für das FreeStyle Libre 2 auf.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten, können Rezepte direkt auf der Webseite oder über ein Bestellformular bei dem Hersteller eingereicht werden. Abbott setzt sich anschließend mit der Krankenkasse des Versicherten in Verbindung und verschickt die benötigten Produkte, sobald die Kasse die Kostenübernahme genehmigt hat.

 

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