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Gesundheitspolitik

Streichung von Parodontitistherapie - "Schwarzer Tag" für die Zahngesundheit

Zahnärzte üben heftige Kritik an der Gesundheitspolitik der Ampel
veröffentlicht am 01.11.2022 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Volkskrankheit ParodontitisVolkskrankheit Parodontitis(c) getty Images / Marina Demeshko
Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hat die kurzfristig beschlossenen Budgetstreichungen im Bereich der Zahnprävention für gesetzlich Versicherte stark kritisiert. Weil im Zuge des Finanzstabilisierungsgesetzes die vorgesehenen Mittel für eine neue Parodontitis-Behandlung umgelenkt wurden, sprachen die Kassenzahnärzte von einem „schwarzen Tag“.   

2022-11-01T15:21:00+01:00
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"Absurd und verantwortungslos"

Was die Ampel präsentiert habe, sei „nichts anderes als ein politisches Feigenblatt und ein Frontalangriff auf die präventive Patientenversorgung“, so der KZBV-Vorsitzende Dr. Wolfgang Eßer in einer Stellungnahme. Durch das am 20. Oktober im Bundestag verabschiedete Gesetz würden nun rund 30 Millionen Parodontitis-Patienten, de facto um einen Leistungsanspruch beraubt, der erst kurz zuvor „als ein Meilenstein für die Mund- und Allgemeingesundheit begrüßt wurde“. Die Ampel, so Eßer weiter, werfe damit wissentlich ihre Prinzipien von Nachhaltigkeit und Prävention in der Gesundheitsversorgung über Bord. Das sei „absurd und verantwortungslos.“, so der KZBV-Chef.

Laut Finanzstabilisierungsgesetz (GKV-FinStG) sollen statt wie ursprünglich vorgesehen alle gesetzlich Versicherten nur noch bestimmte Patientengruppen einen Anspruch af die Parodontitis-Präventionstherapie haben. Hierzu gehören Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung.

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Volkskrankheit Parodontitis

Die Kassenzahnärzte warnen angesichts der weiten Verbreitung vor den Folgen der Volkskrankheit Parodontitis. Diese stehe im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes und stelle ein Risiko für Schwangere, demenziell erkrankte Patienten sowie für schwere Verläufe bei Infektionen mit dem Coronavirus dar.

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