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Augen

Brille auf Rezept - Wann zahlt die Krankenkasse?

Seit 2017 gelten neue Regeln für Zuschüsse
veröffentlicht am 07.02.2019 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Wann zahlen Krankenkassen für BrillenWann zahlen Krankenkassen für Brillen(c) Petra Bork / pixelio.de
Buddy Holly war ein exot wegen seiner Augenschwäche - doch heute läge er voll im Trend: Brillenträger sind Mainstream. Die Mehrheit der Deutschen trägt zumindest gelegentlich eine Brille oder nutzt Kontaktlinsen. Wann bezahlen die Krankenkassen dafür und wann nicht?  

2019-02-07T16:57:00+00:00
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Nahezu 65 Prozent aller Deutschen tragen gelegentlich oder dauerhaft eine Brille zur Verbesserung der Sehkraft. Die Gründe dafür sind nicht immer Fehlsichtigkeiten oder Sehschwächen. Für viele Menschen ist die Brille mittlerweile ein modisches Asseccoire mit einem hohen Ausstrahlungswert für Persönlichkeit und Stil. Das Gros der Brillenträger aber möchte beides – eine mehr oder weniger eingeschränkte Sehfähigkeit optisch ausgleichen und dabei noch modebewusst und gut aussehen.

Große Bandbreite bei Modellen und Preisen  

Eine Brille ist fast immer eine nennenswerte Anschaffung, für die das nötige Geld nicht ohne gründliche Überlegung ausgegeben wird. Wer nur zum Lesen oder Autofahren eine Brille benötigt, braucht auf Stil oder Marke keinen großen Wert legen. Wer dagegen unter hohen beruflichen Belastungen steht, noch dazu in der Öffentlichkeit aufzutreten hat, sollte hier nicht sparen. Entscheidend für die Nutzung sind in jedem Fall sowohl gute Gläser als auch ein möglichst passgenaues, stabiles und trotzdem leicht zu tragendes Gestell.

Preise und Qualitäten gehen bei beidem sehr stark auseinander. So ist es einerseits möglich, eine Komplett-Gleitsichtbrille inklusive Gläser schon für weniger als 150 Euro zu bekommen. Auf der anderen Seite kosten gute entspiegelte Gläser der Spitzenklasse schon mal gern 400 Euro – pro Stück. Besonders Online-Optiker oder die großen bekannten Ketten haben hier die Schallmauern weit nach unten verschoben.

Wann bezahlt die Krankenkasse für Brillen?

Im Jahr 2004 strich die Bundesregierung Zuschüsse für Brillen und Brillengläser aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen. Diese harte Regelung wurde 2017 teilweise wieder zurückgenommen. Zumindest für Menschen mit einer starken Sehbeeinträchtigung können die Brillengläser erstattet bekommen. Die nötigen Gestelle sind nach wie vor aus eigener Tasche zu zahlen. Als Grenzwert gilt nun eine Sehschwäche von 6 Dioptrinen, bei Hornhautverkrümmung genügen bereits 4 Dioptrinen für eine Brille auf Rezept.


Welche Krankenkassen bieten Zusatzleistungen für Brillen und Sehhilfen?  >>> Krankenkassentest


Wer über 18 Jahre ist und nur eine leichte oder mittlere Sehschwäche hat, bekommt nach wie vor keinen Zuschuss für Brillen von der Krankenkasse. Einige gesetzliche Krankenkassen nutzen aber die Möglichkeit, ihren Versicherten hier zumindest per freiwilliger Satzungsleistung einen Zuschuss zu gewähren. Voraussetzung ist dabei immer das Vorliegen einer ärztlichen Verordnung. Eine weitere Möglichkeit, Geld von der Kasse für eine Brille oder Kontaktlinsen zu erhalten, ist die Bezuschussung oder Erstattung im Rahmen eines Gesundheitskontos. Hierbei stellt die Kasse ein Budget bereit das nur für bestimmte Leistungen wie zum Beispiel auch eine Sehhilfe ausgegeben werden kann. 

Brillen bei Kindern

Brillen und Sehhilfen für KinderBrillen und Sehhilfen für Kinder(c) Stephanie Hofschläger / pixelio.de
Für Kinder bis 14 Jahren bezahlt die Krankenkasse immer dann die Brille, wenn aus der ärztlichen Verordnung hervorgeht, dass sonst ein eine Verschlechterung der Sehkraft im Alter zu befürchten ist. Da dies bei Kindern mit Sehfehlern so gut wie immer gegeben ist, gibt es in diesem Alter eine Brille meist kostenlos von der Krankenkasse.

Zwischen 14 und 18 Jahren muss eine Verschreibung aus medizinischen Gründen vorliegen, damit eine Brille auf Rezept ohne möglich ist. Ab dem 18. Lebensjahr gilt dann besagte Regelung, wonach mindestens eine starke Sehbeeinträchtigung der Stufe 1 ( Sehkraft von 30 Prozent = 6 bzw. 4 Dioptrinen ) vorliegen muss, um die Gläser von der Kasse bezahlt zu bekommen.

Auch hier bieten einige Krankenkassen andere individuelle Möglichkeiten im Rahmen von Satzungsleistungen an.


Welche Krankenkassen bieten Mehrleistungen für Kinder und Jugendliche für brillen oder Kontaktlinsen?  >>> Krankenkassentest


Was gilt für Kontaktlinsen?

Die Entscheidung, statt einer Brille Kontaktlinsen zu tragen, liegt individuell bei den Versicherten und steht jedem frei. Bei Vorliegen von Voraussetzungen für eine Kostenerstattung für Brillengläser kann diese auch für Kontaktlinsen als Sehhilfen angewendet werden. Die Krankenkassen übernehmen dann immer jeweils die Kosten bis zur Höhe wie für eine Anschaffung vergleichbarer Brillengläser. Das bei Kontaktlinsen immer nötige hygienisch-medizinische Zubehör muss generell aus eigener Tasche bezahlt werden.

 

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  • Mehr Geld für Brillengläser und Kontaktlinsen
    Novitas BKK erweitert Bonussystem Brillen sind hierzulande schon seit vielen Jahren für den überwiegenden Teil der Fehlsichtigen keine Kassenleistung mehr. Seit dem 1. Januar 2018 können Versicherte der Novitas BKK aber 80 Euro Zuschuss zu Brillengläsern und Kontaktlinsen erhalten, höchstens jedoch die tatsächlich nachgewiesenen Kosten.

 

 

 

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