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Alternativmedizin

Stärkung des Immunsystems durch Eigenbluttherapie

Wie wirkt dieses von Ärzten und Heilpraktikern durchgeführte Naturheilverfahren?
veröffentlicht am 05.03.2018 von Redaktion krankenkasseninfo.de

EigenbluttherapieEigenbluttherapie(c) Fotolia.de / pixelstore
Die Eigenbluttherapie ist ein alternativmedizinisches Verfahren und soll die Eigenregulation des Körpers anregen. Helfen soll sie unter anderem bei Allergien, chronischen Infekten, Asthma, Migräne, Hauterkrankungen und Durchblutungsstörungen. Doch was passiert eigentlich bei der Behandlung mit Eigenblut?

2018-03-05T08:17:00+00:00
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Wie wirkt die Eigenbluttherapie?

Die Eigenblutbehandlung wird in unterschiedliche Verfahren unterteilt. Allen ist aber gemein, dass dem Patienten eine kleine Menge Blut entnommen und später wieder zugeführt wird. 0,5 bis 2 Milliliter Blut sollen genügen, um eine positive Wirkung zu erzielen.
Durch den Aufenthalt des entnommenen Bluts außerhalb des Körpers und gegebenenfalls auch durch dessen homöopathische Behandlung ändert sich das Eigenblut. Zudem enthält es Informationen über durchlebte Erkrankungen. Wird es nun wieder dem Körper zugeführt, nimmt dieser es als Fremdsubstanz wahr und das Immunsystem geht in Abwehrstellung. Ziel der Therapie ist es also, das Immunsystem durch Aktivierung zu stärken und die selbstregulierenden Funktionen des Körpers anzuregen.

Eigenbluttherapie – was wird gemacht?

Das Eigenblut wird üblicherweise aus der Armvene oder der Fingerspitze in Form von Kapillarblut entnommen. (Vor allem Menschen, die unter Blutgerinnungsstörungen und Venenentzündungen leiden, sollten von dieser Therapieform daher keinen Gebrauch machen.) Nach der Entnahme wird es entweder unbehandelt wieder in den Körper injiziert beziehungsweise infundiert oder vor der Zuführung verändert.

Die unterschiedlichen Therapieformen werden in drei Hauptarten unterteilt:

  • Behandlung mit unverändertem Eigenblut
  • Behandlung mit aufbereitetem Eigenblut
  • Behandlung mit potenziertem Eigenblut.

Bei der ersten Variante wird das Blut dem Körper gleich nach der Entnahme durch Injektion in den Gesäßmuskel oder durch Einbringen eines kleinen Blutdepots unter die Haut (langsame Verteilung) wieder zugeführt.
Bei der Behandlung mit aufbereitetem Eigenblut wird das Blut nach der Entnahme verändert. Dafür wird zunächst nur eine kleine Blutmenge entnommen, nach und nach wird die Menge in einzelnen Sitzungen bis zu 1 Milliliter gesteigert. Welches homöopathische Mittel bei der Aufbereitung zum Einsatz kommt, hängt vom gesundheitlichen Problem des Patienten und der allgemeinen gesundheitlichen Ausgangslage ab.
Bei der letzten Variante kommt eine sogenannte Eigenblutnosode zum Einsatz. Bei der Nosode handelt es sich um ein homöopathisch aufbereitetes Präparat. Ein Tropfen Kapillarblut wird aus der Fingerspitze entnommen und potenziert. Nach festgelegten Vorschriften wird das Blut je nach Art der Behandlung in einem vorgegebenen Verhältnis (zum Beispiel im Verhältnis 1:100) mit Alkohol verdünnt und geschüttelt. Die Potenzen werden in einem zuvor festgelegten Zeitraum regelmäßig eingenommen. Da die Eigenblutnosode oral aufgenommen wird, ist sie vor allem für Menschen mit Angst vor Spritzen geeignet.
Neben diesen drei Methoden gibt es viele weitere Behandlungsformen mit Eigenblut, beispielsweise solche mit defibriniertem oder mit Sauerstoff beziehungsweise Ozon angereichertem Eigenblut.

Da der Körper das wieder eingesetzte Blut als fremd wahrnimmt, kann es im Zuge von Abwehrreaktionen zu Entzündungen kommen. Die Folgen können Rötung und Überwärmung an der Inrektionsstelle, aber auch eine erhöhte Körpertemperatur sein.

Wirksamkeit der Behandlung mit Eigenblut

Die Eigenbluttherapie, die von Heilpraktikern oder Ärzten durchgeführt wird, ist ein alternativmedizinisches Heilverfahren. Ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich nicht belegt. Aus diesem Grund können die gesetzlichen Krankenkassen selbst entscheiden, ob sie die hierbei anfallenden Kosten erstatten. Wer eine Eigenbluttherapie in Betracht zieht, sollte sich mit seiner Frage nach einer Kostenübernahme daher direkt an seine Kasse wenden. Privat Krankenversicherte können sich die Kosten erstatten lassen, sofern alternativmedizinische Behandlungsmethoden in ihrem Vertrag als Leistung festgelegt sind.

 

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