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Leben

Bin ichs oder nicht? Klarheit mit einem Schwangerschaftstest

veröffentlicht am 16.08.2023 von Redaktion krankenkasseninfo.de

SchwangerschaftstestSchwangerschaftstest(c) Getty Images / gpointstudio
Wenn die Monatsblutung ausbleibt stellt sich schnell der Gedanke ein, schwanger zu sein. Um in diesen aufwühlendem Moment Gewissheit zu bekommen, greifen Frauen zum Schwangerschaftstest. Doch wie schnell und mit welcher Zuverlässigkeit funktionieren diese handelsüblichen Tests?

2023-08-16T15:06:00+00:00
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Zunächst einmal ist festzustellen: Solange kein bestätigtes Testergebnis vorliegt sind alle auftretenden Anzeichen nur Indizien, aber kein Beleg für eine Schwangerschaft. Genausogut können sie auch Vorboten von anderen Erscheinungen - beispielsweise dem Bevorstehen einer Monatsblutung oder dem Nahen einer Erkältung sein. Umgekehrt könnte aber eine Frau auch dann schwanger sein, ohne auffällige Anzeichen dafür zu haben. Sinnvoll ist ein Schwangerschaftstest, wenn mindestens eines der folgenden Symptome auftritt:

  • Ausbleiben der Monatsblutung
  • Feste, vergrößerte, spannende Brüste
  • Dunkle, feste, stark durchblutete Schamlippen
  • Stärkerer Ausfluss
  • Übelkeit, Geruchsempfindlichkeit
  • Appetitstörungen, Völlegefühl
  • ungewohnter plötzlicher Heißhunger
  • Blähungen, Verstopfung
  • erhöhter Harndrang
  • Schwindel und Müdigkeit
  • Hautveränderungen: Pickelentwicklung, trockene und empfindliche Haut
  • Anhaltend erhöhte Körpertemperatur

Arten von Schwangerschaftstests

Zum Nachweis einer Schwangerschaft gibt es Bluttests oder Urintests. Beide Tests können das Schwangerschaftshormon Beta-hCG schon vor dem erwarteten Einsatz der Regel nachweisen. Schwangerschaftstests sind rezeptfrei in jeder Apotheke und jedem Drogeriemarkt erhältlich. Für den Hausgebrauch werden aber nur Urin- oder Stäbchenschnelltests verkauft. Unterschiede finden sich bei Heimtests allerdings nur im Preis, nicht aber in der Funktionsweise oder Zuverlässigkeit. Ein günstiger test für den Hausgebrauch kann weniger als zehn Euro kosten.Im Vergleich zu Doppel- oder Dreierpackungen kosten einzelne Tests mehr. Schwangerschaftstests mit Digitalanzeige gehören zu den höherpreisigen Varianten.

 

Ein sicheres positives Ergebnis liefern Urintests erst ab dem zweiten Tag des Ausbleibens der erwarteten Monatsblutung. Gewöhnliche Schwangerschaftstests bringen ein Ergebnis ab einer hCG-Konzentration von 25mlU/ml. Sogenannte Schwangerschaftsfrühtests hingegen liefern schon früher bei einer hCG-Konzentration von 10mlU/ml. Diese Frühtests können zwar schon drei bis vier Tage vor dem Ausbleiben der Regel ein positives Ergebnis anzeigen, haben aber nachweislich eine höhere Fehlerquote als gewöhnliche Urintests.

Bluttests hingegen können eine Schwangerschaft schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt sicher nachweisen. Ein Ergebnis ist dann sogar zwei Tage vor dem Ausbleiben der Regel zuverlässig. Wer jedoch eine Schwangerschaft zweifelsfrei mit einem Heimtest nachweisen möchte, muss den Test nach dem Ausbleiben der Regel durchführen.

Ein negatives Ergebnis ist weniger sicher als ein positives. Bedeutet: Ist der Test positiv, sind sie mit großer Wahrscheinlichkeit schwanger. Bei negativem Testergebnis kann eine Schwangerschaft nicht zwangsläufig ausgeschlossen werden.







So funktioniert ein Schwangerschaftstest

Ein Schwangerschaftstest weist das Vorhandensein des Schwangerschaftshormons Beta-hCG (Choriongonadotropin) mittels Antikörpern nach und misst zeitgleich dessen Konzentration. Dadurch kann eine Schwangerschaft nachgewiesen und auch eine Schätzung der aktuellen Schwangerschaftswoche abgegeben werden. Digitale Tests zeigen das Ergebnis nicht über die Färbung der Kontroll- und Teststreifen sondern über eine digitale Anzeige an. Ein Pluszeichen weist dabei auf eine bestehende Schwangerschaft hin, während ein Minus-Symbol für ein negatives Testergebnis steht.

Schwangerschaftstests Schwangerschaftstests(c) Getty Images / sittipong_srikanya

Beta-hCG wird vom Körper direkt zu Beginn der Schwangerschaft gebildet und entwickelt eine steigende Konzentration im Blut und Urin, bis es in der 12. Schwangerschaftswoche seinen Höchststand erreicht. Das Hormon stimuliert den Gelbkörper, welcher Östrogen und Gestagene wie Progesteron produziert. Das Progesteron wiederum verhindert weitere Eisprünge während der Schwangerschaft. Beta-hCG ist deshalb maßgeblich für den Erhalt der Schwangerschaft verantwortlich. Im Verlauf der Schwangerschaft sinkt der Beta-hCG Gehalt, weil die Plazenta das Progesteron zunehmend selbst bildet.

Wann versagt der Schwangerschaftstest?

Testergebnisse können aus mehreren Gründen ungenau oder falsch sein:

  1. Der farbliche Kontrollstreifen erscheint nicht. Es bedeutet, dass der Test nicht funktioniert hat. Die Veraltung oder Verunreinigung eines Tests, können genau wie die falsche Lagerung, die Einnahme von Medikamenten (z.B. Hormonpräparate, Antidepressiva), zu wenig aufgetragene Flüssigkeit (Urin, Blut) oder eine unsachgemäße Anwendung dafür verantwortlich sein.
     
  2. Wird der Frühtest vor dem Fälligkeitstag der Periode, ist ein negatives Ergebnis trotz einer Schwangerschaft möglich. In diesem Fall ist die Beta-hCG Konzentration im Blut noch nicht hoch genug, um eine Reaktion beim Test hervorzurufen. In der anfänglichen Schwangerschaft steigt der Beta-hCG Konzentration im Blut und Urin schnell und exponentiell an. Zu einem späteren Zeitpunkt kann ein gewöhnlicher Urintest die Schwangerschaft mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu jedem Tageszeitpunkt nachweisen. Vor dem Ausbleiben der Periode sollte aber unbedingt darauf geachtet werden einen Frühtest zu verwenden.
     
  3. Ein falsch-positives Ergebnis kommt nur selten vor. In diesem Fall kann der Test eine Fehlfunktion oder eine Kreuzreaktion gehabt haben. Es ist außerdem möglich, dass tatsächlich eine Schwangerschaft mit einem fehlentwickeltem Embryo vorlag, die durch eine Fehlgeburt mit einhergehender verspäteter Monatsblutung  endet.
     
  4. Ist der Schwangerschaftstest negativ, kann im Testfeld eine hellgraue Verdunstungslinie für Verwirrung sorgen. Diese Linie markiert die Stelle, die sich bei Vorhandensein von hCG-Hormonen farblich verändert hätte. Die Verdunstungslinie hingegen ist kein Beleg für eine Schwangerschaft und taucht, wenn überhaupt, erst mindestens zehn Minuten nach der Testung auf. Zu diesem Zeitpunkt kann der Test gar kein Ergebnis mehr liefern.
Ein zweiter Kontrollstrich?
Unterschiedlich starke Färbungen der beiden Striche werden schnell als ungenaues Testergebnis angesehen. Dazu gibt es keinen Grund: Erscheint ein farblicher Teststrich neben dem Kontrollstrich weist er eindeutig, egal welche Helligkeit er hat, auf eine Schwangerschaft hin. Verantwortlich für die Stärke der Färbung ist die hCG-Konzentration.








Der richtige Testzeitpunkt

Der Tag, an dem die Monatsblutung einsetzt, wird als Fälligkeitstag bezeichnet. Bleibt die Periode weder am Fälligkeitstag noch an den Folgetagen aus, empfiehlt es sich einen Schwangerschaftstest zu machen.

Lesen Sie für das genaue Vorgehen immer die schrittweise Anleitung auf der Packungsbeilage. Das Ergebnis ist zuverlässiger, wenn der Test morgens durchgeführt wird, da der weibliche Urin zu diesem Zeitpunkt die höchste Beta-hCG-Konzentration enthält.

Schwangerschaftstest - Funktionsweise Schwangerschaftstest - Funktionsweise(c) Canva.com

Vor dem Ausbleiben der Periode sollte ein Test grundsätzlich am Morgen durchgeführt werden, bevor die Frau Flüssigkeit zu sich nimmt. Nach dem Ausbleiben der Periode ist die Tageszeit und die Menge getrunkener Flüssigkeit nicht mehr von Bedeutung, weil die hCG-Konzentration im Blut dauerhaft hoch genug ist, um eine Schwangerschaft nachzuweisen.

Hinweis
Hinweise auf Packungsbeilagen können mitunter missverständlich gelesen werden. Tests, die dazu geeignet sind, eine Schwangerschaft schon vier Tage vor dem Ausbleiben der Periode nachzuweisen, bringen zeitgleich erst drei Tage vor dem Fälligkeitsdatum Gewissheit über eine Schwangerschaft.
 









Gewissheit nach ärztlicher Untersuchung

Die Verlässlichkeit von Schwangerschaftstests liegt je nach Anbieter zwischen 90 bis 99 Prozent. Frauen sollten deshalb zusätzlich immer auch  eine gynäkologische Praxis aufsuchen, um endgültige Klarheit zu bekommen. In der Praxis kann ein Blut- oder Urintest unter fachmännischer Ausführung professionell durchgeführt werden. Sind die Ergebnisse positiv, ist mittels eines Ultraschallbildes ab der 6. Schwangerschaftswoche eine Fruchtblase und ab der 7. Schwangerschaftswoche ein Embryo sichtbar. Im späteren Verlauf der Schwangerschaft können dann auch Herztöne und Bewegungen des Embryos verzeichnet werden.


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