Hauptregion der Seite anspringen
Werbung

Pflegezusatzversicherung

Pflegeversicherungen sind in Deutschland als Teilkaskoversicherungen ausgestaltet. Sowohl die soziale als auch eine private Pflegeversicherung sind von vornherein nicht darauf ausgerichtet, sämtliche, im Pflegefall anfallende Kosten abzudecken.

Für die sich aus den Leistungen der Pflegeversicherung und den tatsächlich enstandenen Pflegekosten ergebene Differenz muss der Pflegebedürftige selbst aufkommen. Ist er hierzu nicht in der Lage, müssen seine Angehörigen die Kosten übernehmen. Eine Pflegezusatzversicherung soll diese „Leistungslücken“ verringern oder sogar gänzlich schließen. Dabei werden drei verschieden Arten der Pflegezusatzversicherung unterschieden:

Pflegetagegeldversicherung

Mit einer Pflegetagegeldversicherung erhalten Versicherte im Pflegefall einen vertraglich vereinbarten Betrag (Tagessatz), welcher ihnen frei zur Verfügung steht und unabhängig von den tatsächlich entstandenen Pflegekosten ausgezahlt wird.

Versicherer bieten die Pflegetagegeldversicherung mit verschiedenen Tarifen an: Entweder wird ausgehend von einem für den jeweiligen Pflegegrad festgelegten Tagegeld ein prozentualer Anteil für die anderen Pflegegrade vereinbart oder die Höhe des Tagesgeldes wird für die unterschiedlichen Pflegegrade individuell angepasst. Jedenfalls darf das Tagegeldes eines niedrigeren Pflegegrades das Tagegeld eines höheren Pflegegrads nicht überschreiten.

Staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung (Pflege-Bahr; Pflege Riester)

Seit 2013 wird die private Pflegevorsorge durch Zuschüsse vom Staat finanziell gefördert. Wer monatlich mindestens 10 Euro in eine staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung einzahlt, erhält eine staatliche Zulage von 5 Euro.

Einen Anspruch auf die staatliche Förderung hat jeder, der (gesetzlich oder privat) pflegepflichtversichert ist, das 18. Lebensjahr vollendet hat und noch keine Leistungen der Pflegeversicherung bezogen hat. Vorerkrankungen oder das Einkommen des Versicherten spielen keine Rolle. Für die staatliche Förderung müssen die Pflegezusatzversicherungen bestimmte Voraussetzungen erfüllen. so zum Beispiel muss es sich um eine Pflegetagesgeldversicherung handeln.

Pflegekostenversicherung

Im Rahmen einer Pflegekostenversicherung werden tatsächlich entstandene Kosten entsprechend des zuvor vereinbartem Umfangs erstattet, wenn diese beim Versicherer nachgewiesen werden. Dabei werden zwei Tarifvarianten angeboten: 

  1. Der Versicherer stockt die Leistungen der Pflegepflichtversicherung um einen bestimmten Prozentsatz auf.
  2. Es werden die Kosten bis zu einer vertraglich vereinbarten jährlichen Höchstsumme übernommen.

Pflegerentenversicherung

Das Konzept der Pflegerentenversicherung ähnelt dem einer Lebensversicherung. Versicherte zahlen monatliche Prämien oder einen Einmalbetrag ein und sparen dadurch Kapital an. Tritt der Pflegefall ein, erhalten Versicherte lebenslang eine monatliche Pflegerente oder eine Einmalzahlung. Die Höhe des zusätzlichen Einkommens hängt von dem Pflegegrad und den geleisteten Beiträgen ab. Das Geld wird unabhängig von dem tatsächlichen Pflegebedarf ausgezahlt und kann frei verwendet werden.

 

Bewerten Sie uns 4,8 / 5

4425 Besucher haben in den letzten 12 Monaten eine Bewertung abgegeben.