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Pressemitteilung SBK

SBK und Asklepios schließen Vertrag über neue OP-Methode für Knie- und Hüftersatz

Schnellere und innovative Operationsmethode für endoprothetische Versorgung
veröffentlicht am 04.05.2022 von Redaktion krankenkasseninfo.de
2022-05-04T09:09:00+02:00

München, 04.05.2022. Die Asklepios Kliniken GmbH Co. KGaA und die Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK) haben gestern einen Qualitätsvertrag zur endoprothetischen Versorgung von Patientinnen und Patienten unterzeichnet. SBK-Versicherte erhalten Knie- und Hüftersatz im Asklepios Klinikum Bad Abbach in Niederbayern im sogenannten Fast-Track-Verfahren. Vorteile sind ein kürzerer Krankenhausaufenthalt bei gleichzeitig verringerten Risiken für Thrombose und Lungenembolie, weniger Schmerzen und eine schnellere Verbesserung der Mobilität. In Deutschland lässt sich dieses Verfahren bislang kaum abrechnen.   

Das Fast-Track-Verfahren in der Endoprothetik wurde vor rund 20 Jahren erstmals angewendet und verbreitet sich seitdem immer weiter. Innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es für das sichere und erprobte Verfahren aktuell keine spezifische Abrechnungsmöglichkeit, was sich mit dem neuen Qualitätsvertrag ändert. Personen ohne schwere Nebenerkrankungen können mit dem neuen Gelenk am OP-Tag oder am Folgetag die Klinik verlassen. Hierzulande konnte sich das Verfahren trotz der vielen Vorteile für alle Beteiligten nicht durchsetzen, da es sich kaum abrechnen ließ. Bundesweit werden jedes Jahr über 220.000 künstliche Hüften und mehr als 140.000 künstliche Kniegelenke eingesetzt.

Pay-for-Performance-Ansatz sorgt für Qualitätsanreiz
Abgerechnet werden die Operationen nach einem Pay-for-Performance-Ansatz. Dabei erhält die Klinik eine zusätzliche Vergütung, wenn das Fast-Track-Verfahren erfolgreich angewendet wurde. Können die Versicherten bereits nach einem bis zwei stationären Behandlungstagen entlassen werden (Ultra-Fast-Track), erfolgt eine weitere zusätzliche Vergütung. Auch wenn das Verfahren beispielsweise aus medizinischen Gründen nicht wie geplant vollständig umgesetzt werden kann, erhält die Klinik eine höhere Vergütung als für das Standardverfahren. Abgerechnet werden können jedoch nur Versicherte, die für das Verfahren nach vorheriger medizinischer Begutachtung infrage kommen. Es handelt sich bei diesem Qualitätsvertrag um den ersten, der das Pay-for-Performance-Prinzip nutzt.

Asklepios Klinikum Bad Abbach wendet eigens entwickeltes Verfahren an
Das Klinikum Bad Abbach setzt für den Hüftgelenkersatz unter Prof. Dr. med. Dr. h.c. Joachim Grifka eine eigens entwickelte Technik ein, die einen kleinen Zugang ohne Durchschneiden der Muskulatur ermöglicht. Durch die minimalinvasive Operationstechnik bleiben alle Muskeln erhalten und sind sofort nach der Operation wieder funktionsfähig. Außerdem werden Schmerzen vermieden. Darüber hinaus sorgt eine spezielle Betäubung direkt an der Operationsstelle dafür, dass Patientinnen und Patienten in der Regel zwei Stunden nach der Operation wieder aufstehen können. Zusätzlich werden sie mithilfe eines genau abgestimmten Trainings- und Behandlungskonzepts vor der Operation physio- und ergotherapeutisch trainiert.

Vertrag ist für weitere Krankenkassen geöffnet
„Das Fast-Track-Verfahren hat vor allem für Patientinnen und Patienten große Vorteile. Ihnen sollte die bestmögliche Versorgung nicht verwehrt bleiben, weil Kliniken und Krankenkassen keine geeigneten Abrechnungsmöglichkeiten etabliert haben. Daher haben wir den Vertrag bewusst so gestaltet, dass weitere Krankenkassen unkompliziert beitreten können. Somit werden perspektivisch mehr Versicherte von der Behandlungsmethode profitieren“, erklärt Franziska Beckebans, Leiterin Kundenmanagement und Versorgung bei der SBK. Auch für Verträge mit weiteren Kliniken im Bereich Fast-Track-Endoprothetik ist die SBK offen, um mehr Behandlungsoptionen bundesweit anbieten zu können.

Zweiter Vertrag der SBK dieser Art
Bereits 2019 schloss die SBK einen Vertrag zur Fast-Track-Endoprothetik mit der Capio Hofgartenklinik Aschaffenburg. Die Zusammenarbeit wurde jedoch inzwischen beendet, weil zu wenige Patientinnen und Patienten behandelt werden konnten. Ein Grund dafür war der pandemiebedingte Rückgang von elektiven Endoprothetik-Operationen. Für den neuen Vertrag verspricht sich die SBK außerdem größeren Erfolg, da die Inhalte vom ärztlichen Team mitgestaltet wurden. Darüber hinaus ist Bad Abbach von den Metropolregionen München und Nürnberg, wo besonders viele SBK-Versicherte leben, gut erreichbar.

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