Gesundheitspolitik

Zuckersteuer: Streit in der Bundesregierung um konkrete Ausgestaltung

veröffentlicht am von Redaktion krankenkasseninfo.de

Kommt die Zuckersteuer in Deutschland?  Kommt die Zuckersteuer in Deutschland?generiert mit GPT 5.6 Luna
Die geplante Zuckersteuer für zuckergesüßte Getränke sorgt erneut für Diskussionen innerhalb der Bundesregierung. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte Anfang Juli erklärt, die Bundesregierung wolle die Zuckersteuer bereits 2027 einführen. Nach dem Eingreifen von Bundeskanzler Merz (CDU) muss er nun zurückrudern.

2026-10-02T11:56:00+00:00

Finden Sie die richtige Krankenkasse

Vergleichen Sie Beiträge und Leistungen und sparen Sie.

Zum Krankenkassenvergleich

Im Mittelpunkt der aktuellen Auseinandersetzung steht die konkrete Ausgestaltung. Nach einem aktuellen Entwurf soll die Steuer nur für Getränke mit einem Zuckergehalt von mindestens 5 Gramm Zucker je 100 Milliliter gelten. Zuckerfreie Getränke wie Cola Zero sowie alkoholfreies Bier sollen demnach nicht erfasst werden. Der Entwurf befindet sich allerdings noch in der Ressortabstimmung und ist damit noch nicht endgültig beschlossen.

Die Grundlage für die geplante Steuer bildet unter anderem die FinanzKommission Gesundheit, die eine gestaffelte Abgabe abhängig vom Zuckergehalt empfohlen hatte. Ziel war es, für Hersteller einen Anreiz zu schaffen, den Zuckergehalt ihrer Getränke zu reduzieren. Die Kommission hatte zudem vorgeschlagen, die Einnahmen dem Gesundheitsfonds zugutekommen zu lassen.

Einnahmen für den Staat und mögliche Entlastung der GKV

Die Bundesregierung hatte die Zuckerabgabe ursprünglich als eine Maßnahme zur Konsolidierung der Staatsfinanzen vorgesehen. In der Antwort auf eine Kleine Anfrage bestätigte die Regierung im Juni ausdrücklich, dass ab 2028 eine Abgabe auf zuckergesüßte Getränke eingeführt werden soll. Nach Berechnungen der FinanzKommission könnten ab 2028 rund 450 Millionen Euro jährlich eingenommen werden. Andere Schätzungen gingen von bis zu einer Milliarde Euro Einnahmen aus. Gleichzeitig erwartete die Kommission mittel- und langfristig Einsparungen bei den Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung, wenn der Konsum stark zuckerhaltiger Getränke zurückgeht. Die geschätzten Einsparungen wurden mit 20 bis 170 Millionen Euro jährlich angegeben.

Befürworter und Gegner

Befürworter aus Medizin und Verbraucherschutz sehen in der Steuer vor allem ein Instrument der Prävention. Der Ärzteorganisation Marburger Bund richtete einen Appell an die Bundesregierung, an der vereinbarten Einführung einer Steuer auf zuckergesüßte Getränke festzuhalten. Die Uneinigkeit innerhalb der Bundesregierung schade dem gemeinsamen Anliegen, den Überkonsum zu reduzieren und die Prävention zu stärken. 

Eine von foodwatch beauftragte Forsa-Umfrage kam im Februar 2026 zu dem Ergebnis, dass 60 Prozent der Befragten eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke befürworteten. Aus Teilen der Lebensmittel- und Getränkeindustrie kommt dagegen Kritik. Mehrere Branchenverbände lehnen eine Zuckersteuer beziehungsweise eine zusätzliche Belastung durch die Abgabe ab. Der Milchindustierverband hingegen formulierte "Wir brauchen keine Zuckersteuer". Laktose sei ein natürlicher Bestandteil von Milch und Milchprodukten, so der Verband. "Eine Besteuerung würde diese nährstoffreichen Lebensmittel von vornherein diskriminieren". 

Für Verbraucher steht damit derzeit im Moment noch nicht fest, wie hoch eine mögliche Zuckersteuer ausfallen wird und welche konkreten Getränke betroffen sein werden. Auch der Zeitpunkt des Inkrafttretens ist noch offen. Die Bundesregierung arbeitet weiterhin an einem entsprechenden Gesetzentwurf.

Der Konsum zuckerhaltiger Getränke von Kindern und Jugendlichen steigt Der Konsum zuckerhaltiger Getränke von Kindern und Jugendlichen steigtgeneriert mit GPT 5.6 Luna

 

 

Folgen Sie uns bei Google News

Folgen Sie uns auf Google News
Bewerten Sie uns 4,8 / 5
https://www.krankenkasseninfo.de

16923 Besucher haben in den letzten 12 Monaten eine Bewertung abgegeben.