Gesundheitspolitik

Zuckersteuer kommt: So teuer werden Softdrinks & Co.

Positive gesundheitliche und volkswirtschaftliche Effekte erwartet
veröffentlicht am von Redaktion krankenkasseninfo.de

Die Steuer auf zuckerhaltige Getränke ist beschlossen  Die Steuer auf zuckerhaltige Getränke ist beschlossengeneriert mit GPT 5.2
Süße Getränke sollen in Deutschland schon baldg stärker besteuert werden. Die Bundesregierung plant bereits für 2027 eine Abgabe auf zuckergesüßte Getränke. Der Fiskus erhofft sich schon im ersten Jahr dadurch Einnahmen von rund 650 Millionen Euro.

2026-08-28T13:07:00+00:00

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Die neue Zuckerabgabe geht auf einen Vorschlag der Finanzkommission Gesundheit zurück. Sie soll nicht nur zusätzliche Einnahmen bringen, sondern vor allem einen Anreiz schaffen, Getränkehersteller zu zuckerärmeren Rezepturen zu bewegen. Die Bundesregierung orientiert sich dabei an der Empfehlung der Kommission.

Bis zu 32 Cent pro Liter

Das von der Finanzkommission vorgeschlagene Modell sieht eine Staffelung nach dem Zuckergehalt vor. Getränke mit weniger als fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter sollen von der Abgabe verschont bleiben. Für Getränke mit fünf bis unter acht Gramm Zucker pro 100 Milliliter wurden ursprünglich rund 26 Cent je Liter vorgeschlagen. Ab einem Zuckergehalt von acht Gramm pro 100 Milliliter sollten 32 Cent je Liter fällig werden. Damit würde beispielsweise eine Getränkeflasche mit einem Liter Inhalt bei der höchsten Stufe mit 32 Cent belastet. Ob und in welchem Umfang die Hersteller die Abgabe an die Verbraucher weitergeben, ist allerdings eine freie unternehmerische Entscheidung.

Getränkepreise können nach Einführung der Zuckersteuer steigen Getränkepreise können nach Einführung der Zuckersteuer steigengeneriert mit GPT 5.2

Keine Zuckersteuer auf Zero-Getränke

Für Irritation sorgte zuletzt ein internes Papier aus dem Bundesfinanzministerium. Darin war eine deutlich breitere Ausgestaltung der Abgabe diskutiert worden. Sie hätte unter anderem auch Getränke mit Süßungsmitteln sowie Biermischgetränke, Haferdrinks und Fertigkaffees erfassen können. Finanzminister Lars Klingbeil stellte inzwischen klar, dass es keine Zuckersteuer auf zuckerfreie Zero- und Light-Getränke geben werde. Die entsprechenden Überlegungen seien lediglich ein interner Diskussionsstand gewesen und nicht politisch beschlossen. Damit bleibt das zentrale gesundheitspolitische Ziel die Reduzierung von zugesetztem beziehungsweise freiem Zucker in gesüßten Getränken.

Großbritannien als Vorbild

Als Vorbild gilt insbesondere Großbritannien. Dort wurde 2018 die sogenannte Soft Drinks Industry Levy eingeführt. Sie richtet sich nach dem Zuckergehalt und hat die Getränkeindustrie zu deutlichen Rezepturänderungen bewegt. Untersuchungen zeigen, dass der durchschnittliche Zuckergehalt der betroffenen Getränke zwischen 2015 und 2018 um rund 29 Prozent zurückging. Gleichzeitig sank der Konsum von Zucker aus Softdrinks bei Kindern und Erwachsenen deutlich. Auch deutsche Forschung kommt zu dem Ergebnis, dass eine konsequent ausgestaltete Zuckersteuer erhebliche gesundheitliche und volkswirtschaftliche Effekte haben könnte. Eine Simulation der TU München und der Universität Liverpool errechnete bei verschiedenen Steuerungsmodellen langfristige Einsparungen von bis zu 16 Milliarden Euro.

Mögliche Preissteigerungen durch die neue Zuckersteuer ab 2027 Mögliche Preissteigerungen durch die neue Zuckersteuer ab 2027generiert mit GPT 5.2

Auch Krankenkassen könnten langfristig profitieren

Hinter der Maßnahme steht deshalb nicht nur die Finanzpolitik. Weniger Zucker in Getränken soll langfristig dazu beitragen, Übergewicht, Typ-2-Diabetes und weitere ernährungsbedingte Erkrankungen zu vermeiden. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Steuern auf zuckergesüßte Getränke ausdrücklich als ein Instrument zur Prävention nichtübertragbarer Erkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Für die gesetzliche Krankenversicherung könnte eine erfolgreiche Zuckerabgabe damit einen doppelten Effekt haben: kurzfristig könnten Steuereinnahmen erzielt werden, langfristig könnten durch vermiedene Erkrankungen Behandlungskosten sinken.

Kritik an der Zuckersteuer

Die geplante Abgabe bleibt allerdings umstritten. Kritiker befürchten höhere Preise für Verbraucher und bezweifeln, dass eine Steuer die Ernährungsgewohnheiten nachhaltig verändern kann. Auch aus der Lebensmittel- und Getränkeindustrie kommt Widerstand. Befürworter argumentieren dagegen, dass gerade die Staffelung nach dem Zuckergehalt einen entscheidenden Vorteil besitzt: Hersteller können die zusätzliche Belastung vermeiden, indem sie den Zuckergehalt ihrer Produkte reduzieren.

Für Verbraucher wird vor allem eines entscheidend

Ob die Zuckersteuer tatsächlich zu einem gesundheitspolitischen Erfolg wird, hängt deshalb weniger von der Bezeichnung „Steuer“ oder „Abgabe“ ab als von ihrer konkreten Ausgestaltung. Je stärker der Zuckergehalt berücksichtigt wird und je größer der finanzielle Unterschied zwischen stark und wenig gesüßten Getränken ist, desto größer ist der Anreiz für die Hersteller, ihre Rezepturen zu verändern. Für Verbraucher könnte die Folge daher nicht nur ein höherer Preis für besonders süße Getränke sein. Im Idealfall verändert sich auch das Angebot im Supermarkt: weniger Zucker, neue Rezepturen und mehr Getränke, die unter den jeweiligen Grenzwerten bleiben.

 

 

 

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