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Leistungen

VIACTIV veröffentlicht Zahlen zu Widersprüchen und abgelehnten Leistungsanträgen

Vergleich von Krankenkassen soll auch bei Versorgungsqualität möglich werden
veröffentlicht am 07.05.2020 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Ablehnung eines AntragsAblehnung eines Antrags(c) Tim Reckmann / pixelio.de
Krankenkassen sind über den Beitragssatz, den Kundenservice oder die Extraleistungen vergleichbar. Ein weiterer Anhaltspunkt wären Angaben darüber, wie groß etwa die Chancen sind, einen Antrag auf ein benötigtes Hilfsmittel oder eine Kur bewilligt zu bekommen. Solche Erkenntnisse ließen sich beispielsweise aus Statistiken zu Ablehnungsquoten und Widersprüchen gewinnen. Doch solche Daten sind bisher nicht öffentlich zugänglich. Das wollen einige Kassen freiwillig und im Alleingang nun ändern .

2020-05-07T16:11:00+02:00
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Transparenzoffensive seit 2019

Reinhard Bücker - Vorstand VIACTIVReinhard Bücker - Vorstand VIACTIV(c) VIACTIV Krankenkasse
Zwar melden alle Kassen ihre Widerspruchszahlen vorschriftsmäßig an das Gesundheitsministerium. „Doch diese Daten sind nicht öffentlich zugänglich“, kritisierte VIACTIV-Vorstand Reinhard Brücker Anfang April 2020 im Berliner „Tagesspiegel“. „Was bleibt ist ein Datenfriedhof“, so der VIACTIV-Chef und ein qualitativer Vergleich der Kassen an dieser Stelle ist weder für Vergleichsportale noch für Fachjournalisten oder Versicherte möglich.  

Schon vor knapp einem Jahr hattte die VIACTIV Krankenkasse angekündigt, mit der regelmäßigen Offenlegung so genannter Qualitätsdaten in die Offensive gehen zu wollen - für mehr Transparenz und mündige Versicherte, die sich so möglichst selbst ein Bild von der Versorgungsqualität der Kassen machen können sollten. Aber auch Vergleichsportale sollten diese Daten zur Verfügung gestellt bekommen, wenn es nach der VIACTIV ginge. Als Beispiel vorgelegt hatte die VIACTIV eine Vergleichsstatistik über Ablehnungen und Genehmigungen im Bereich Reha. In diesen Zahlen waren Kuranträge inbegriffen, jedoch nicht einzeln aufgeschlüsselt.


JahrAblehnungenQuoteGenehmigungenQuotegesamt
2018223019 %954481 %11967
2017202717 %994083 %11774

Statistik der VIACTIV zu Ablehnungen im Bereich Reha 


Die VIACTIV steht nicht allein da, auch die Siemens BKK und die IKK Südwest sind bei der Offensive mit im Boot. Vorgelegt werden sollen in Zukunft beispielsweise die Ausgaben für bewilligte Leistungen im Verhältnis zur Zahl der Anträge, zur Bewilligungsquote und zur Anzahl von Widersprüchen von Versicherten gegen nicht genehmigte Leistungen. Weiterhin geplant sind Angaben zu Bearbeitungszeiten von Versichertenanfragen.

Neue Widerspruchszahlen veröffentlicht 

Für die Jahre 2018 und 2019 legte die VIACTIV nun auch aktuelle Zahlen zu bearbeiteten Widersprüchen von Versicherten gegen abgelehnte Leistungsanträge vor. Danach sank die Zahl der eingegangenen Widerspüche von 4.254 im Jahr 2018 auf 3.683 im Jahr 2019. Das entspricht einem Rückgang von 13,5 Prozent. Die VIACTIV führt die Abnahme der Widersprüche auch auf eine verbesserte Kundenkommunikation bei den Leistungsanträgen zurück.

(c) VIACTIV Krankenkasse

Auf Augenhöhe mit den Versicherten

So würden die VIACTIV-Versicherte oder deren Betreuer bei Ablehnungen grundsätzlich persönlich von den Mitarbeitenden kontaktiert, anstatt nur einen formalen Ablehnungsbescheid loszuschicken. So könnten bei leichten Formfehlern im Antrag schnell die nötigen Korrekturen oder fehlende Dokumente beschafft oder nachgereicht werde.

Zudem plane die VIACTIV eine bundesweite Veranstaltungsreihe zu Versicherten- und Patientenrechten, um die Kompetenz der Versicherten in Sachen ‚Widerspruch bei Ablehnung‘ zu stärken. Die Termine dafür werden unmittelbar nach der Corona-Pandemie auf der Homepage der Krankenkasse veröffentlicht werden.

 

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