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Gesundheitspolitik

PKV empfiehlt GKV mehr Eigenbeteiligung durch Selbstbehalt

veröffentlicht am 10.03.2023 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Selbstbehalt beim KrankenkassenbeitragSelbstbehalt beim Krankenkassenbeitrag(c) Getty Images / BrianAJackson
Neuerliche Defizite bei der Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen befeuern die Diskussion um Reformen. Nun haben sich auch die privaten Krankenversicherungen mit einem Vorschlag zu Wort gemeldet. Doch ganz neu ist die Idee nicht in der GKV. 

2023-03-10T10:34:00+00:00
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Der Verbandsvorsitzende der privaten Krankenkassen Florian Reuther empfahl der GKV in der Ärztezeitung die Einführung von Modellen für Eigenbeteiligung von Versicherten. Diese gibt es in Form von Selbstbehalten im privaten Versicherungssystem schon seit eh und jeh. Für die gesetzliche Krankenversicherung sei dabei nach Ansicht des PKV-Chefs entscheidend, dass beim Krankenkassenbeitrags das individuelle Verhalten der Versicherten in Sachen Gesundheit und Eigenvorsorge berücksichtigt werden könnte.

Solidargemeinschaft versus Eigenverantwortung

Der Verbandschef empfahl eine Diskussion über das Verhältnis zwischen  Eigenvorsorge der Versicherten und den gemeinsam zu tragenden Lasten der Solidargemeinschaft. Für ein Solidarsystem wie die GKV sei es anch Ansicht Reuters „nicht einzusehen, warum diese Soli­dar­gemeinschaft jedes gesundheitsschädliche Verhalten mittragen soll“.

Tatsächlich sind Eigenverantwortung und Selbstbehalt keine Fremdwörter im System der gesetzlichen Krankenkassen. So gibt es schon seit 2007 Wahltarife für Versicherte, die bereit sind, sich zu einem Anteil selbst an den jährlichen Gesundheitskosten zu beteiligen. Für das vertraglich festgelegte selbst zu tragende Risiko erhalten Sie dann finanzielle Prämien. Auch die niedrigschwelligen Bonusprogramme der gesetzlichen Kassen animieren Versicherte zu einem gesundheitsbewussteren Verhalten.        

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Bürgerversicherung bleibt Rotes Tuch

Alle Ansätze von gegenseitiger Annäherung oder Zusammenlegung beider Systeme in Form einer Bürgerversicherung bezeichnete der PKV-Manager hingegen als „falsche Antwort“ und  „großen Unfug“. Aus seiner Sicht sei das PKV-System das einzige, welches auf den demografischen Wandel vorbereitet sei. Wenige Tage zuvor hatten Wirtschaftswissenschaftler eine Eigenbeteiligung von jährlich 2000 Euro in der gesetzlichen Krankenversicherung vorgeschlagen.

Eine Teuerungswelle steht gleichwohl auch in der privaten Krankenversicherng an. So hatte die Bundesärztekammer Anfang des Jahres einen Entwurf für eine neue Gebührenordnung eingereicht. Diese sieht eine deutliche Anhebung von privatärztlichen Honoraren vor und würde eine massive Anhebung der monatlichen Versicherungsprämien zur Folge haben.   

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