Digitalrezepte für Physiotherapie oder Schuheinlagen?
Umfragemehrheit für eVerordnung bei Heil- und HilfsmittelnFinden Sie die richtige Krankenkasse
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Besonders groß ist die Zustimmung dafür bei Arbeitnehmern oder jüngeren Erwachsenen: Unter den bis 39-Jährigen befürworten 91 Prozent elektronische Verordnungen für beispielsweise Physiotherapie oder Kompressionsstrümpfe. Aber auch bei den über 60-Jährigen findet die Digitalisierung breite Unterstützung. Hier sprechen sich 74 Prozent für eVerordnungen aus. Unter den Erwerbstätigen liegt die Zustimmung sogar bei 90 Prozent.
Pilotprojekt von 7 Krankenkassen erfolgreich
Bereits praktisch erprobt wird die digitale Verordnung von Hilfsmitteln von sieben gesetzlichen Krankenkassen. AOK Bayern, BARMER, BIG direkt gesund, DAK-Gesundheit, HEK, IKK classic und Techniker Krankenkasse haben sich dafür zusammengeschlossen. Das Pilotprojekt umfasst nach Angaben der beteiligten Kassen seit Juli 2026 nahezu alle Hilfsmittel – vom Diabetes-Sensor bis zum Inhalationsgerät. Ausgenommen sind derzeit Sehhilfen und Hörgeräte sowie Pflegehilfsmittel.
Der digitale Prozess soll dabei möglichst vollständig ablaufen: von der Verordnung in der Arztpraxis über die Einlösung durch den Versicherten bis zur Abrechnung mit der Krankenkasse.
Das Interesse an dem digitalen Verfahren ist nach Angaben der Krankenkassen groß. Rund 175.000 Versicherte haben demnach bereits die entsprechende App ihrer Krankenkasse auf ihr Smartphone geladen, um elektronische Hilfsmittelverordnungen empfangen zu können. Für die Versicherten soll sich der Aufwand dadurch verringern. Statt eine Papierrezept-Verordnung persönlich beim Sanitätshaus einzureichen, kann die eVerordnung digital übermittelt und eingelöst werden.
Weniger Papier und Bürokratie
Auch Arztpraxen und Leistungserbringer sollen von dem Verfahren profitieren. Ein digitaler Assistent unterstützt die Ärzte bei der Ausstellung der Verordnung. Dadurch sollen Fehler reduziert und Rückfragen von Sanitätshäusern, anderen Hilfsmittelanbietern und Krankenkassen vermieden werden.
Die beteiligten Krankenkassen sehen darin vor allem eine Möglichkeit, Papier, Zeit und Verwaltungsaufwand einzusparen. Arztpraxen, Sanitätshäuser, Apotheken und andere Hilfsmittelanbieter können sich an dem Pilotprojekt beteiligen.
Die Zahlen zur Akzeptanz stammen aus einer forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse. Befragt wurden vom 25. September bis 21. Oktober 2025 insgesamt 1.410 Menschen ab 18 Jahren in Deutschland. Die Ergebnisse wurden anschließend proportionalisiert. Die hohe Zustimmung zeigt: Die elektronische Verordnung wird von vielen Menschen nicht nur bei Medikamenten, sondern auch bei weiteren Leistungen des Gesundheitswesens als sinnvoller nächster Schritt der Digitalisierung gesehen.
