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Sex & Partnerschaft

Verhüten ohne Terminstress: Hormonimplantate

veröffentlicht am 09.03.2021 von Redaktion krankenkasseninfo.de

HormonimplatatHormonimplatat(c) getty Images / celsopupo
Hormonimplantate gehören zu den sehr sicheren hormonellen Verhütungsmethoden. Weil die Implantate nach ihrem Einsatz den nötigen Hormonspiegel automatisch liefern, entfällt der Termindruck oder Kalenderstress mitsamt den Unsicherheiten bei versehentlichen Lücken.   

2021-03-09T16:12:00+00:00
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Hormonimplantate: Funktionweise und Sicherheit

Das Hormonstäbchen ist ein biegsames, weiches Kunststoffstäbchen, welches ausschließlich durch medizinisches Fachpersonal in den Oberarm eingesetzt wird. Danach geben sie permanent eine geringe Dosis des Gestagen-Hormons Etonolgestrel in den Blutkreislauf ab, um so den Eisprung zu hemmen und den Schleim in der Gebärmutter zu verdicken. Damit ähneln sie in ihrer Wirkungsweise derjenigen einer  Minipille. Klein, aber oho: Die Wirkung des Implantates hält für insgesamt drei Jahre an.

Das Hormonimplantat als Methode hat einen Pearl-Index von 0 bis 0,08 und ist damit eine der sichersten Verhütungsmethoden. Da die Frau vor dem Verkehr nicht für die Anwendung zuständig ist, kommt es auch nicht zu den typischen Anwendungsfehlern. Daher ist die Methode auch unter alltäglichen Bedingungen sehr sicher.

Erstanwendung eines Hormonimplantats

Mit Hilfe eines Applikators wird das circa vier Zentimeter lange Hormonimplantat durch geschultes Fachpersonal zwischen dem ersten und fünften Zyklustag in den Oberarm eingepflanzt. Setzt man dieses an einem anderen Tag ein, muss sieben Tage lang mit einem zusätzlichen Verhütungsmittel, beispielsweise dem Kondom, verhütet werden.

Eine örtliche Betäubung ist beim Einsetzen grundsätzlich ausreichend. Das Stäbchen sollte dann gut unter der Haut zu tasten sein. Im weiteren Verlauf wird ein Druckverband angelegt, der für 24 bis 48 Stunden getragen werden sollte, um einen Bluterguss zu vermeiden. Nach spätestens drei Jahren wird das Implantat durch einen kleinen Schnitt herausgenommen, der in manchen Fällen nicht immer sofort gelingt, da das Stäbchen beispielsweise in seltenen Fällen nicht sofort entfernbar ist.

Fazit: Vorteile, Nachteile und Kostenübernahme

Vorteile

  • Die Menstruationsbeschwerden können abnehmen und die Blutungen schwächer werden
  • Auch stillende Frauen können das Hormonimplantat verwenden
  • Spontaner Geschlechtsverkehr ist möglich
  • Es ist sicher und bequem, da man  nicht täglich an die Verhütung denken muss
  • Auch Frauen mit einer Östrogen-Unverträglichkeit können das Hormonstäbchen nutzen
  • Die Nebenwirkungen fallen geringer aus als bei der Kombi-Pille, dennoch ist eine ärztliche Beratung zuvor empfehlenswert
  • Durchfall oder Erbrechen schränken die Wirkung nicht ein
  • Die Fruchtbarkeit ist nach dem Absetzen schnell wieder hergestellt

Nachteile

  • Blutungen werden unregelmäßiger oder fallen ganz aus
  • Die Nebenwirkungen ähneln denen der Minipille und können Beschwerden wie Kopfschmerzen, Libidoverlust, depressive Verstimmungen o. Ä. Auslösen
  • In seltenen Fällen wandert das Stäbchen und kann nur operativ entfernt werden.

Kosten und Kostenübernahme

Die Kosten für das Einsetzen des Hormonimplantats belaufen sich auf rund 350 Euro. Das Entfernen kostet in etwa 40 Euro. In manchen Fällen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse das Einsetzen des Hormonstäbchens, bis zum 22. Lebensjahr sogar komplett.

 

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