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Gesundheit

Knochendichtemessung - Osteoporose rechtzeitig erkennen

veröffentlicht am 18.11.2022 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Knochendichtemessung gegen OsteoporoseKnochendichtemessung gegen Osteoporose(c) getty Images / Tonpor Kasa
Unterschreitet die Dichte der Knochen einen bestimmten Wert, führt das zu Osteoporose. Der Knochenschwund führt dazu, dass die Knochen porös werden und leichter brechen. Eine Knochendichtemessung ist daher eine wichtige Methode zur Früherkennung der tückischen Krankeit, unter der vor allem Ältere leiden.   

2022-11-18T16:06:00+01:00
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Die Knochendichte ist ein wichtiger Indikator für den Zustand unseres inneren Stütz- und Bewegungsapparates. In jüngeren Jahren nimmt sie beständig zu und erreicht ihren höchsten Wert bei Mädchen circa mit dem 15. und bei Jungen mit dem 20. Lebensjahr. Ab dreißig beginnt die Knochendichte dann langsam wieder abzunehmen.

Durch den so genannten Knochenabbau verlieren Männer und Frauen im Jahr bis zu 0,5 Prozent ihrer Knochenmasse. Beschleunigt wird der fortschreitende Knochenmasseverlust bei Frauen zusätzlich durch die Menopause. Diese sorgt für einen Rückgang des Östrogenspiegels. Das weibliche Geschlechtshormon verlangsamt den für den Kanochendichteschwund verantwortlichen Abbauprozess. Kommt es zu den Wechseljahren, gerät dieser "Bremsmechanismus" aus den Fugen. Neben den Alterungsprozessen können aber auch bestimmte Krankheiten zu einem Knochendichte- und Knochenmasseverlust führen. Dazu zählen etwa:

  • Rheumatoide Arthiritis (entzündliche Gelenkerkrankung)
  • Morbus Bechterew (entzündliche rheumatische Erkrankung der Wirbelsäule)
  • Systemischer Lupus erythematodes (Autoimmunerkrankung)
  • Hormonstörungen
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Erhöhter Coritsonspiegel

Durch eine geringere Knochendichte erhöht sich das Risiko von Knochenbrüchen. Ist der Knochen porös, können schon leichte oder falsche Belastungen bereits zu Knochenbrüchen, den sogenannten Fragilitätsfrakturen, führen. Die häufigste Ursache für einen Bruch sind bei porösen Knochen im Alter allerdings Stürze im Alltag.

Messung der Mineralsalzgehaltes der Knochen

Einteilung Osteoporose vs Osteopenie anhand der T-Werte Einteilung Osteoporose vs Osteopenie anhand der T-Werte
Die Methode zur Vermessung der Knochendichte ist die Knochendichtemessung oder auch Osteodensitometrie. Sie ergibt Werte über den Mineralsalzgehalt der Knochen und erfolgt am Oberschenkelhals oder an der Lendenwirbelsäule. Das DXA-Verfahren der Knochendichtemessung ist eine Röntgenuntersuchung, bei der Patienten einer geringen Strahlenbelastung ausgesetzt werden. Gemessen wird die durchtretende Strahlenmenge an den betroffenen Stellen. Das Ergebnis der Osteodensitometrie wird anhand von T-Werten ausgedrückt. Die WHO hat dafür Normwerte festgelegt, die in der nebenstehenden Tabelle nachzulesen sind.
Die ermittelte Knochendichte kann zu einer Osteoporose-Diagnose führen, jedoch nicht immer zuverlässige Aussagen über eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Knochenbrüche liefern. Das Risiko für einen Bruch hängt neben dem allgemeinen Gesundheitszustand und der eigenen Risikobereitschaft noch von vielen weiteren Faktoren ab.

Ursachen und Krankheitsbild

Unterschreitet die Dichte der Knochen einen bestimmten Wert, führt das fast unweigerlich zum Krankheitsbild Osteoporose. Der sogenannte Knochenschwund führt dazu, dass die Knochen porös werden und leichter brechen. Durch die geringere Knochendichte wird Osteoporose mit zunehmendem Alter wahrscheinlicher. Frauen sind hierbei deutlich häufiger betroffen als Männer. Die Krankheit tritt oft erst in Erscheinung, wenn Betroffene einen Bruch erlitten haben. Als Vorstufe der Osteoporose gilt die Osteopenie.

Mikroskopische Aufnahmen eines gesunden und porösen Knochens  Mikroskopische Aufnahmen eines gesunden und porösen Knochens
Die Stabilität der Knochen kann aufgrund mehrerer Faktoren sinken. Einerseits kann ein niedriger Mineralgehalt im Knochen die Ursache sein. Andererseits führt auch eine ungünstige Vernetzung  und Dichte des Knochengerüsts zu einer höheren Wahrscheinlichkeit an Osteoporose zu erkranken. Das innere Gerüst eines Knochens besteht aus Knochenbälkchen, welche mit zunehmendem Alter eine instabilere Struktur besitzen und sich teilweise sogar ganz zurückbilden. Das Knochenbruchsrisiko steigt dadurch extrem an.

Diagnose Osteoporose und Symptome

Alltagssturz mit Knochenbruch Alltagssturz mit Knochenbruch(c) getty Images / Toa55
Am häufigsten brechen bei Osteoporose die Wirbelkörper. In einigen Fällen verursacht das Rückenschmerzen. Meist wird eine solche Fraktur jedoch nicht sofort bemerkt. Ein Wirbelkörperbruch kann zur Folge haben, dass die Wirbelsäule einsackt und die Körpergröße folglich sinkt. Ein Bruch der Wirbelkörper kann auch die natürliche Krümmung der Wirbelsäule verstärken. Besonders wenn im Laufe einiger Jahre mehrere Wirbelkörper brechen kann es zur Ausbildung eines Buckels im oberen Bereich der Wirbelsäule kommen. Typische Stellen für einen Bruch aufgrund von Osteoporose sind die Wirbelkörper, die Handgelenke, die Hüfte oder der Oberschenkelhals. Weil Osteoporose häufig erst im hohen Alter auftritt, können diese Brüche schwerwiegende Folgen haben und sogar zur Pflegebedürftigkeit führen.

Osteoporose wird häufig zufällig festgestellt. Ein Knochenbruch durch einen Sturz aus niedriger Höhe kann ebenso ein Anzeichen sein wie der Befund eines Wirbelkörperbruchs durch eine Röntgenaufnahme. Eine genaue Diagnose bekommt man durch die Knochendichtemessung beispielsweise mithilfe des DXA Verfahrens.

Behandlung von Osteoporose

Um das weitere Fortschreiten des Knochenmasseverlusts zu verlangsamen, helfen aktive Bewegung und eine medikamentöse Behandlung mit Bisphosphonaten. Meist werden die Medikamente über einen Zeitraum von mehreren Jahren verschrieben. Für die Aktivierung der Rückenmuskulatur kann eine so genannte Rückenorthese eingesetzt werden. Sie wirkt einem gekrümmten Gang und Kurzatmigkeit entgegen. Zur Behandlung von Wirbelkörperbrüchen wird zur Stabilisierung oft Knochenzement in die betroffenen Knochen gespritzt ( Kyphoplastie ). Diese Operation ist allerdings nicht risikofrei und kann unter Umständen zu Komplikationen führen.

Wie kann man sich vor Knochenmasseverlust schützen?

Es gibt viele Möglichkeiten seine Knochen zu stärken und dafür zu sorgen, dass sie bis ins hohe Alter stabil bleiben. Da gilt sowohl für die Vorbeugung einer möglichen Osteoporose als auch wenn man bereits davon betroffen ist und eine Diagnose vorliegt. Nachteilig auf den Gesundheitszustand ist es, wenn Betroffene aus Angst vor einem Sturz ihre Bewegungen im Alltag vermeiden. Verminderte Bewegung kann den Fortschritt des Knochenmasseverlusts fördern.

Was man selbst tun kann Bewegung und Training:
- fördert den Knochenaufbau
- stärkt schützende Muskulatur
- fördert den Gleichgewichtssinn und senkt das Sturzrisiko
- kein Zigarettenkonsum, wenig Alkohol
- Ausgewogene und vitaminreiche Ernährung
- Vermeidung von Kalziumarmut und Vitaminmangel

 

Früherkennung und Kassenleistung

Die Knochendichtemessung wird von einigen Ärzten präventiv als individuelle Gesundheitsleistung (IgeL) angeboten. Das kann Bewusstheit über eine mögliche Erkrankung an Osteoporose geben. Betroffene können dann umsichtiger agieren und sich so vor Knochenbrüchen schützen. In dem Fall übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten, wenn die Knochendichtemessung medizinisch begründet ist. Bei einer ärztlich diagnostizierten Osteoporose bezahlen gesetzliche Krankenkassen eine Messung mithilfe des DXA-Verfahrens alle 5 Jahre.

 

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