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Nachhaltigkeit

CO2 bei jedem Klick: Wie nachhaltig sind die Webauftritte der Krankenkassen?

veröffentlicht am 23.08.2022 von Redaktion krankenkasseninfo.de

CO2 - armes Surfen CO2 - armes Surfen(c) getty Images / Melpomenem
Das gesamte Internet mit seinen Clouds und Serverfarmen benötigt mittlerweile sieben Prozent des weltweit verbrauchten Stroms. Auch die besucherstarken Websites der Krankenkassen haben daran ihren messbaren Anteil. Grund genug, die Netzauftritte der Kassen genauer unter die Lupe zu nehmen und auf ihren Klima-Fußabdruck zu überprüfen.

2022-08-23T15:30:00+02:00
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Von der Krankenkassen-App bis zur Online-Geschäftststelle: Der elektronische Kundenservice der Krankenkassen nimmt zu. Und damit auch der stromintensive Datenverkehr auf deren Servern. Das aber geht zu Lasten der Umwelt: Bei jedem Aufruf einer Website wird Energie verbraucht, für deren Erzeugung nach wie vor fossile Brennstoffe benötigt werden. Denn solang die weltweite Stromerzeugung nicht aus regenerativen Quellen erfolgt, steigt der CO2-Ausstoß mit dem Stromverbrauch. Strom einzusparen ist nicht zuletzt auch deshalb ein Gebot der Stunde, weil es zur Bewältigung der Gaskrise beiträgt, wie Wirtschaftsminister Habeck es immer wieder verkündet.

Nicht alle Betreiber von Webseiten mit hohem öffentlichen Interesse haben diesen Aspekt ihrer Webauftritte auf dem Schirm, auch wenn einschlägige NGOs oder Netzpolitiker auf die ökologischen Probleme des steigenden Datenverkehrs aufmerksam machen.

Vergleicht man beispielsweise die Internetauftritte von politischen Parteien auf ihren CO2-Abdruck, findet man heraus, dass die CDU-Website „schmutziger“ ist als 99 Prozent aller bisher getesteten Seiten. Ganze 22 Gramm an klimafeindlichem CO2 werden ausgestoßen, wenn jemand die Internetseite cdu.de besucht. Im Vergleich dazu werden bei einem Klick auf gruene.de nur 0,33 Gramm des Treibhausgases freigesetzt.

CO2-Check konkret

CO2 Fußabdruck der Websites von Krankenkassen CO2 Fußabdruck der Websites von Krankenkassen(c) getty Images / HappyBall3692
Auch bei den gesetzlichen Krankenkassen ergibt sich ein stark gemischtes Bild. Einige Kassen haben in Sachen CO2-Optimierung ihre Hausaufgaben gemacht, andere sind davon weit entfernt. Berücksichtigt für den Check wurden Aspekte wie der spezifische CO2-Ausstoß, der rechnerisch bei jedem Besuch der Website entsteht, aber auch zum Beispiel das Vorhandensein ökologischer Kriterien bei der Bereitstellung im Netz (Green Hosting). Der Vergleich ging dabei bis in technische Details.Verwenden die Websites Technologien wie das so genannte Caching, also das Zwischenspeichern von bereits aufgerufenen Seiten, reduziert sich der benötigte Datenverkehr vom ersten zum zweiten Webaufruf auf circa ein Zehntel.

Die Erhebung von krankenkasseninfo.de wurde am 17. August durchgeführt und basiert auf frei im Internet zugänglichen Analyse-Werkzeugen. Hierzu gehören der von der Green-Web-Foundation unterstützte „Ecograder“, der Dienst Digital Beacon oder die Seite Websitecarbon. Im Ergebnis glänzte die bereits mit Nachhaltigkeitspreisen bedachte BKK proVita, aber auch die als besonders internetaffin geltende BKK24.

Große Ersatzkassen mit ihren stark frequentierten Webseiten wie DAK, TK oder hkk finden sich im oberen Mittelfeld wieder, während die Innungskrankenkassen deutlich Nachholbedarf haben in Sachen „Grünes Internet“. Zu den Schlusslichtern des Vergleiches gehören kleinere Betriebskrankenkassen wie die BKK Melitta-HMR, die BKK Herkules oder die WMF-BKK. Die Rote Laterne am unteren Ende ging an die Salus BKK.

Was können die Kassen zun?

Ladezeit im Netz kostet Strom und schadet dem Klima  Ladezeit im Netz kostet Strom und schadet dem Klima(c) getty Images / CADRE
Um ihre CO2-Bilanz zu verbessern, haben alle Webseitenbetreiber ähnliche Möglichkeiten, die bei Green Hosting noch nicht aufhören. Eine Optimierung sollte vor allem auf die nötigen Ladezeiten abzielen, denn je länger eine Website braucht um sich aufzubauen, um so größer ist der dahinterstehende Datenverkehr. Schuld am langen Laden sind zum einen unnötig große Bilddateien, oder nicht optimierte Scripte, die durch ihren umständlichen Code zu Bremsklötzern werden. Auch die häufig noch verwendete Einbindung externer Scripte oder Schriftfonts hat ein nicht unerhebliches Ladezeitenproblem zur Folge.

Was die Optimierung einer Grafik bewirkt

Ein Rechenbeispiel zeigt die Relevanz: Die TK als größte Krankenkasse in Deutschland wird im Monat 7 Millionen mal im Internet aufgerufen. Eine derzeit auf der Startseite eingeblendetes kleines Testsiegel hat als Grafik eine Größe von immerhin 699 Kilobyte. Der praktische Versuch zeigt, dass diese ohne Qualitätsverlust um 97 Prozent auf knapp 24 Kilobyte optimiert werden kann. Hochgerechnet ergibt sich allein bei dieser einen Bilddatei ein ein monatliches Einsparpotenzial von 4,7 Therabyte. Das entspricht einem eingesparten Stromverbrauch von 282 Kilowattstunden und einem verhinderten CO2-Ausstoß von circa 6000 Litern. Komplexe Webseiten von Organisationen wie einer großen Krankenkasse beinhalten aber tausende solcher Bilddateien.
 

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*Quelle: ecograder

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